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Südtirol - Oktober 2015

Berichtsteil 2
Bergwanderung zur Stöffl Hütte und zur Käserei Joch-Alm


Mittwoch, 21. Oktober 2015

Nordabstürze der Geisler liegen im morgendlichen Schatten

Bild links:
Beim Blick aus dem Zimmerfenster gegen 07:30 Uhr liegen die Nordabstürze der Geisler noch im morgendlichen Schatten.

Wie gestern Abend vereinbart, treffen wir uns um 08:00 Uhr im Frühstücksraum, das heißt, ich finde mich dort zehn Minuten zu spät ein, weil ich nach dem ersten Aufwachen noch einmal einschlafe. Aber, das macht nichts, wir können uns in aller Ruhe am opulenten Frühstücksbuffet bedienen, denn bei der für heute geplanten kurzen Tour sind wir in keinster Weise in Zeitnot. Trotzdem trödeln wir nicht allzu lang herum, denn die jetzt unnötig vertane Zeit fehlt uns am Nachmittag wahrscheinlich beim Schafkopfen.

Straße zum Parkplatz vor der Käserei Jochalm

Weil es die letzten Tage ziemlich geschneit hat, wählen wir festeres Schuhwerk und Andreas packt auch seine Teleskopstöcke in den Kofferraum von Lothars SUV. Dann starten wir und folgen der westwärts leicht bergauf verlaufenden Dorfstraße. Am Beginn der St.Peter-Straße (S. Pietro) müssen wir uns links halten in Richtung Mühlbach und nicht nach rechts abzweigen, sonst würden wir den Parkplatz Kühhof (1.587 m) als Ausgangsort für die Wanderung zur Klausner Hütte und zum Latzfonser Kreuz (2.311 m) ansteuern, was
Karte: Von Latzfons bis zur Käserei Jochalm
Karte: Von Latzfons bis zur Käserei Jochalm
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aber heute nicht unser Ziel ist. Einen guten Kilometer nach dieser Straßengabelung und etwa 70 Meter nach einer engen Kehre zweigt rechts in sehr spitzem Winkel die zum Gemeindeteil Mühlbach führende Straße ab, die wir nun befahren. Ab jetzt ist es nurmehr ein teilweise sehr steiles und schmales, aber durchwegs asphaltiertes Sträßchen mit Ausweichstellen. Soweit ich mich erinnere, stehen an allen Kreuzungen und Gabelungen Schilder mit der Aufschrift »Stöffl Hütte« und »Käserei Jochalm« bzw. »Kasalm« oder »Jochalm«. Trotzdem heißt es, bei den zahlreichen Abzweigungen langsam fahren und gut aufpassen! Obwohl Lothar gut aufpasst und wir ihn beim Lesen der Schilder unterstützen, läßt es sich nicht vermeiden, dass uns ein bergab fahrender Traktor mit Jaucheanhänger entgegen kommt. Auf einen Machtkampf »Jauche gegen Mercedes« wollen wir uns nicht einlassen und Lothar muss auf sehr beengtem Raum bis zu einer Ausweichstelle zurücksetzen, damit der Traktor passieren kann. Auf der links gezeigten Karte ist die von Latzfons bis zur »Käserei Jochalm« führende Bergstraße rot gepunktet eingezeichnet.
 
Kurz nach dem Parkplatz: Die Jochalm ist schon zu sehen.
Die Jochalm ist bereits zu sehen.
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Bild links (09:55 Uhr):
Alles hat ein Ende, auch dieses enge und steile Bergsträßchen. Wohlbehalten erreichen wir den Parkplatz vor der »Käserei Jochalm« und die Wanderung kann beginnen. Der ab hier für den öffentlichen Verkehr nicht zugelassene Fahrweg liegt teilsweise noch im Schatten und wir müssen auf einige kurze, vereiste Passagen achten.
Noch einmal: Die Jochalm - näher herangezoomt.
Die Jochalm - näher herangezoomt
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Bild rechts (09:55 Uhr):
Und noch einmal die Jochalm, mit dem Kamera-Zoom näher herangeholt.
Um 10:00 Uhr stehen wir unterhalb der Jochalm.
10:00 Uhr: Unterhalb der Jochalm
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Bild links (10:00 Uhr):
Ungefähr acht Minuten nach unserem Abmarsch vom Parkplatz stehen wir jetzt unterhalb der Jochalm. Wir gehen auf dem Fahrweg noch ein paar Meter weiter nach oben bis zum Hüttenplateau und schauen der nicht unhübschen Wirtstochter bei der Arbeit zu. Sie ist gerade dabei, den Schnee von den Tischen und Bänken zu kehren und Werner fragt sie, wo denn ihr Vater sei. Helmut sei noch unten im Tal, dort habe er noch ein paar Dinge zu erledigen, sagt sie. Er werde aber spätestens bis Mittag auf die Alm kommen. Wir bitten sie, ihrem Vater auszurichten, dass ihm am Nachmittag vier Gäste aus Deutschland einen Besuch abstatten werden. Wer wir sind, wollen wir ihr nicht sagen, denn es soll für Helmut, den wir vor einigen Jahren bei einer Geburtstagsfeier im »Weißen Kreuz« in Latzfons kennenlernen durften, eine Überraschung sein.
Jochalm und Wirtstochter
Jochalm und Wirtstochter
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Bild rechts:
Helmut, der Wirt der Jochalm, würde es mir nie verzeihen, wenn ich seine hübsche Alm und ebensolche Tochter hier im Internet unpräsentiert lassen würde, also zeige ich dieses Bild rechts. Aber Helmut, dass es klar ist: Das kostet bei unserem nächsten Besuch eine Runde Schnaps!
10:06 Uhr: Blick nach Osten zum Plattkofel und Langkofel
Blick nach Osten zum Plattkofel und Langkofel
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Bild links (10:06 Uhr):
Jetzt haben wir aber genug geplaudert und wollen weiter hinauf zur Stöffl Hütte. Beim Blick zurück in Richtung unseres nicht weit entfernten Parkplatzes (dieser liegt an der etwa in der Bildmitte zu sehenden, bewaldeten und von links oben herabziehenden Bergschulter) glänzt die schneebedeckte Westflanke des Plattkofels im gleißenden Sonnenlicht des späten Vormittags und links daneben ragt der Langkofel auf. Links hinter dem Langkofel ist gerade noch so der Sellastock zu erkennen.
 
Wegweiser: Zur Stöffl Hütte 50 Minuten

Bild rechts:
Nach 9 Minuten einfachster Wanderung auf leicht ansteigendem Terrain gelangen wir an eine Weggabelung. Hier ginge es links ebenfalls zur Stöffl Hütte (Dauer: nach meiner Erinnerung 1 Stunde). Da der erste Teil des Wegs im Schatten liegt und wir Probleme mit Glatteis befürchten, bleibt nur die Alternative mit 50 Minuten und die sieht so aus (nächstes Bild):



Bild links (10:06 Uhr):
Der Weg zur Stöffl Hütte: Ein paar Meter nach der zuvor beschriebenen Gabelung.

Bild rechts (10:37 Uhr):
Hier gabelt sich der Weg wieder und Lothar wartet auf Andreas und Werner. Bei diesem Wetter und der prächtigen Aussicht macht sogar das Warten Spaß!
Auf dem Weg zur Stöffl Hütte: Herrliches Bergpanorama
Bild oben:
Um 10:49 Uhr zeigt sich auf dem Weg zur Stöffl Hütte dieses herrliche Bergpanorama. Am linken Bildrand der Sellastock und weiter nach rechts: Langkofel, der an seiner Westflanke schneebedeckte Plattkofel, die Seiser Alm und rechts Großer Rosszahn und die Ostschulter des Kranzer.
 



Bild links (10:50 Uhr):
Jetzt haben wir es bald geschafft. Andreas, Werner und Lothar kämpfen sich den teilweise vereisten Steilhang  hinauf.

Zur Stöffl Hütte: Ein Gewirr an Wegweisern

Bild rechts (10:54 Uhr):
Vier Minuten später stehen wir vor einem wahren Gewirr an Wegweisern. Da wir jetzt bereits die von der Küche der Stöffl Hütte heraufziehenden, sehr verlockenden Düfte wahrnehmen können und denen nur zu folgen brauchen, besteht über die restliche Wegführung nicht die geringste Unklarheit.


Bild links (11:06 Uhr):
Nun geht es leicht bergab. Am Ende der auf dem Bild zu erkennenden, nach links weisenden Wegkrümmung müssten wir schon knapp vor der Stöffl Hütte stehen. Bei dem Berg mit dem Antennenaufbau (Bildmitte) handelt es sich um das 2.260 Meter hohe Rittner Horn (Corno del Renon). Am rechten Bildrand zieht sich die relativ schwach geneigte Ostschulter des Villanderer Bergs (2.509 m) hinauf. Wer es genauer wissen möchte, dem empfehle ich hier die sehr informative Seite »www.sentres.com«.
Die Stöffl Hütte kommt das erste Mal in Sicht.
Die Stöffl Hütte von oben.
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Bild rechts (11:06 Uhr):
Die Stöffl Hütte (2.057 m) kommt das erste Mal in Sicht. Von der »Käserei Jochalm« bis hierher war es trotz des teilweise mit Schnee bedeckten Wegs und der wenigen vereisten Stellen nur ein 60-minütiger Spaziergang. Auf diesem Bild ist das Rittner Horn mit dem markanten Antennenaufbau deutlicher zu erkennen als auf der zuvor gezeigten Aufnahme.




Bild links:
Der Villanderer Berg in all seiner Pracht. Er sollte im nächsten Jahr unbedingt auf unserer Gipfelliste stehen.
Jetzt noch ein paar Stufen hinauf bis zur Terrasse der Stöffl Hütte.
Die Stöffl Hütte von unten.
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Bild rechts (11:11 Uhr):
Jetzt sind es nur noch ein paar Stufen bis hinauf zur Terrasse vor der Stöffl Hütte und dann erklingt bestimmt wieder gleich der Ruf nach einem Schafkopf.
 
Wandgemälde an der Stöffl Hütte




Bild links:
Das schöne Wandgemälde dürfte zwei stolze Haflinger zeigen. Da ich kein Kenner von Pferderassen bin, übernehme ich keine Haftung für meine laienhafte Einschätzung! Auf jeden Fall sind es Pferde.




Bild rechts:
Ich habe es geahnt. Kaum sitzen wir auf der Terrasse der Stöffl Hütte, beginnt der Schafkopf. Zu allem Übel müssen wir noch ein kühles Bier hinunterwürgen und wahrscheinlich werde ich wohl wieder der einzige Verlierer bei diesem Spiel sein. Die Geldschüsselchen von Lothar (links) und Andreas sind jetzt noch fast leer, aber der Geldfluss von meiner Schüssel zu den ihren wird schon für eine anständige Befüllung sorgen.



Bild links:
Werner, unser Bergführer , fasst sein Weißbierglas jetzt noch ohne Handschuhe an, doch wenig später kann er es nur noch mit Handschuhen greifen, denn ihm (und nicht nur ihm) frieren beinahe die Finger ein. Der Sonnenschein trügt, es ist trotz des Windschutzes sehr kühl hier heroben auf 2.057 Metern Höhe.


Bild rechts:
Jetzt fehlt nur noch einer und das bin ich (Stefan). Beim Schafkopfen tritt das ein, was mir gerade noch fehlt: Ich werde ständig von einem Mitspieler gerufen und gewinne mit ihm zusammen beinahe alle Spiele. Und wenn ich nicht gerufen werde, bekomme ich derart gute Karten, dass es für einige gewonnene Soli reicht. Wer jetzt denkt, ich hätte was gegen das Gewinnen, der irrt. Mein Problem ist jetzt nur, dass ich das stattliche Gewicht der vielen gewonnenen Münzen bis runter zur »Käserei Jochalm« schleppen muss. Man könnte jetzt sagen, ich hätte doch das gewonnene Geld an meine Mitspieler zurückgeben können, aber an so etwas will ich schon aus Gründen des Anstands nicht einmal denken. Da es trotz des Sonnenscheins und der vor dem Wind schützenden Glaswand auf der Terrasse der Stöffl Hütte empfindlich kalt ist, meinen Freunden die Finger einzufrieren drohen und sie deshalb Probleme beim Herausholen der Münzen aus ihren Geldschüsselchen haben, erledigt sich die Sache mit meiner Glückssträhne von allein, denn wir brechen bald den Schafkopf ab und machen uns auf den Rückweg.

Der unvergesslich schöne Nachmittag in der »Käserei Jochalm«

Der Weg zurück zur »Käserei Jochalm« verläuft vollkommen unspektakulär. Da wir auf der Stöffl Hütte nur unseren Durst gestillt haben ohne etwas zu essen, schieben wir jetzt einen gewaltigen Kohldampf. Was meine Freunde gegessen haben, ist mir beim Schreiben dieser Zeilen nicht mehr in Erinnerung und es hat ihnen wohl geschmeckt, weil niemand gekalgt hat. Ich verspeise ein wirklich gut zubereitetes Cordon bleu, das Fleisch ist nicht trockengebraten - wie man es anderswo so oft serviert bekommt - und mit einer anständigen Schinken- und Käselage befüllt. Dazu werden nicht die allgegenwärtigen Pommes frites, sondern ausgezeichnet schmeckende Röstkartoffeln und ein frischer gemischter Salat gereicht. Auch der Preis ist vernünftig, wenn man bedenkt, dass die Lebensmittel vom Talort bis hier herauf transportiert werden müssen. Aber am besten hat der von Helmut spendierte Latschenschnaps geschmeckt, sagen meine Freunde. Leider kann ich den Geschmack dieses geistigen Getränks nicht beurteilen, weil ich mich unverständlicher Weise dazu bereit erklärt habe, uns vier mit Lothars SUV zurück nach Latzfons zu steuern und deshalb an diesem Nachmittag nur Anti-Alkoholisches zu mir nehme.
 

Bild links:
Die zahlreichen Gäste sind bereits aufgebrochen und wir sind jetzt mit dem Wirt der »Käserei Jochalm« beinahe allein. Helmut sorgt an diesem Nachmittag mit seinem Faltenradio für gute Stimmung. Er gibt mit seiner trockenen Art auch einige Witze zum besten, die unsere Bauchmuskeln zu erhöhter Tätigkeit zwingen. Jetzt ist es aber an der Zeit, den Weg zurück nach Latzfons in Angriff zu nehmen und Lothar (stehend) bedankt sich bei Helmut (mit der ZUPAN) für den unvergesslich schönen Nachmittag auf der »Käserei Jochalm«, nicht ohne das Versprechen, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Hier der URL zur Käserei Jochalm: »www.jochalm.com«
In unserem Hotelgasthof »Weißes Kreuz« möchten meine Freunde ihr oben auf der Stöffl Hütte verlorenes Geld von mir zurückholen und überreden mich zu einem Schafkopf. Meine Glückssträhne, die bereits heute Nachmittag auf der »Käserei Jochalm« spürbar nachgelassen hat, vermindert sich abermals und ich schätze die gewonnenen Spielanteile nurmehr auf etwa 75 Prozent ein. Das Hochschleppen der gewonnenen Münzen in mein Hotelzimmer ist jetzt nicht weiter schlimm, denn es gibt einen Lift.

Im nächsten Berichtsteil geht's weiter.

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