Fahrradtour an der Mosel im Juni 2009
Von Trier nach Koblenz

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Berichtsteil 1

Anreise von München nach Trier und Stadtbesichtigung

Eigentlich sollte es ja mit dem Fahrrad von Passau nach Wien gehen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. So habe ich kurzerhand im Internet nachgesehen, wo für die nächsten Tage einigermaßen gutes Wetter erwartet werden kann. Eine gute Wettervorhersage mit geringer Niederschlagswahrscheinlichkeit gab es nur für den mittleren Westen Deutschlands. Und hier bot sich die Moselgegend als ausgezeichnetes Ziel für eine drei bis vier Tage dauernde Fahrradtour an. Warum eigentlich nicht, denn dort waren meine Frau und ich noch nie gewesen. Die für die geplante Fahrradtour nach Wien besorgten Unterlagen können wir sicher ein an–
dermal gebrauchen.

Dienstag, 23. Juni 2009

Aus den verschiedensten Gründen kommen wir in München nicht von zu Hause weg. Es regnet, was vom Himmel runterkommen kann und wir überlegen schon, ob wir die Reise überhaupt antreten sollen. Aber, wie das so ist wenn man etwas bereits geplant hat, ist man schwerlich dazu bereit, davon wieder abzurücken. Ich suche im In–
ternet nach Übernachtungsmöglichkeiten im Raum Trier und wir entscheiden uns für den Ehranger Hof, Ehranger Straße 207, in 54293 Trier. Das Hotel liegt zwar etwas außerhalb vom Trierer Stadtzentrum, aber es gibt eine Busverbindung und der Moselradweg ist nicht weit vom Hotel entfernt. Ich rufe im Hotel an und reserviere ein Zimmer für eine Nacht und sage auch gleich, dass es spät werden wird, denn es ist schon um die Mittagszeit und wir sind noch in München.

Es regnet ohne Unterlass und so heftig, dass die Scheibenwischer oft in voller Geschwindigkeit arbeiten müssen. Manchmal können wir nur im Schritttempo fahren und es bilden sich immer wieder Staus. Ich rufe im Hotel an und sage, dass wir noch später als geplant ankommen. Erst als wir auf der A6 bei Sinsheim sind, wechselt es vom Starkregen in einen solchen mittleren Grades. Im Westen scheint der Himmel auch etwas heller zu werden und in uns keimt Hoffnung auf ein bißchen Urlaubsglück auf.

Tatsächlich hört der Regen nach Kaiserslautern auf, aber der Himmel ist immer noch mit einem gleichmäßigen Grau überzogen. Als wir uns der Mosel nähern, geschieht das Unglaubliche: es zeigen sich große Wolkenlücken am Himmel und je näher wir Trier kommen, desto weniger Wolken gibt es.

So kommen wir zwar spät, aber wegen der von uns beinahe nicht mehr für möglich gehaltenen Wetterbesserung frohgelaunt an unserem Hotel an, beziehen das Zimmer und fragen, ob wir noch ein Abendessen bekommen können. Die Küche sei zwar schon geschlossen, sagt uns der freundliche Chef, er könne uns aber noch etwas Einfaches, wie zum Beispiel einen «Strammen Max» machen. Das wäre gerade das Richtige, sagen wir, weil wir am Abend ohnehin nicht mehr so viel zu uns nehmen wollen. Er zapft uns ein frisches, gutes Bier und bringt dann zwei Portionen, deren Größe uns ein staunendes «oho» entlockt. Wir fragen den Wirt, ob wir denn so verhungert aussehen würden und er gibt zur Antwort, das seien doch normale Portionen. Wenn wir die Statur des Wirts so betrachten, sind diese Portionen für ihn auch normal. Wir gingen davon aus, dass er für uns beide nur einen «Strammen Max» zubereiten würde, das hätte uns auch gereicht. Aber ich halte es dann mit dem Spruch: «Lie–
ber den Magen verrenkt, als dem Wirt was geschenkt» und verdrücke auch noch das, was meine Frau nicht mehr schafft. Natürlich brauche ich dazu noch ein bis zwei Biere.

Die Zimmer sind sauber und auch von der Einrichtung her in Ordnung, nur der geflieste Boden ist etwas kalt und ich ziehe mir eine leichte Erkältung zu, die mich aber in den nächsten Tagen nicht sehr belasten wird und sehr schnell wieder abklingt. Unser Auto können wir auf einem Parkplatz gegenüber des Hotels abstellen. Das ist mir recht, denn ich habe es schon gern, wenn eine Vertrauensperson – und als solche sehe ich den Hotelchef an – ab und zu einen Blick auf unser Gefährt werfen kann. Nicht nur deswegen kann ich den Ehranger Hof sehr empfeh–
len, ich würde dort jederzeit wieder nächtigen.


Mittwoch, 24. Juni 2009

Am nächsten Morgen bedienen wir uns am reichhaltigen Frühstücksbuffet und wollen dann mit dem Bus nach Trier, denn wir sind ja nicht nur des Radfahrens wegen hier hergekommen. Außerdem müssen wir noch einen Mosel–Radführer besorgen, denn wir waren ja für eine Tour von Passau nach Wien vorbereitet. In der Trierer Buchhandlung «Stephanus» werden wir dann fündig und kaufen den spiralgebundenen Führer «Mosel–Radweg – Von Metz an den Rhein» von «bike line», 9. überarbeitete Auflage, Sommer 2008, ISBN 978–3–05000–004–8, mit dem wir sehr zufrieden sind.

Selbstverständlich schauen wir uns bei sonnigstem Wetter die sehr schöne Stadt an. Beonders beeindruckt hat uns der Trierer Dom, der die älteste Kirche Deutschlands sein soll und in dem alle Epochen der europäischen Kunst– und Baugeschichte vereint sind. Seit 1700 Jahren ist dieses Gotteshaus fast ununterbrochen Ort der Ver–
sammlung der christlichen Gemeinde, Ort des Gottesdienstes und Sitz des Bischofs von Trier: Dom von Trier
Der 1595 errichtete und mehrmals renovierte «Petrusbrunnen» am Alten Markt in Trier: Petrusbrunnen am Alten Markt in Trier
Die älteste Apotheke Deutschlands in Trier: die älteste Apotheke Deutschlands in Trier
Und das kennt natürlich Jedermann, aber ich schreib’s trotzdem: die Porta Nigra. Leider habe ich das Bild oben abgeschnitten, aber es gibt zahlreiche gute Fotos im Netz: die Porta Nigra
Die Stadt gefällt uns so gut, dass wir uns fest vornehmen, noch einmal hierher zu kommen. Wir essen noch eine Kleinigkeit und fahren mit dem Bus zu unserem Hotel. Dann werden die in einer Garage des Hotels untergestell–
ten Räder geholt und die «Tour de Moselle» kann beginnen.



Im nächsten Berichtsteil geht es weiter.



 

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