Zum Seitenende springen

Route des Grandes Alpes

Etappe 2: Von Flüelen nach Thonon-les-Bains

Die Route:

Flüelen, Morschach, Brunnen, Gersau, Weggis, Küssnacht, Luzern, Hergiswil, Alpnach (alle bis jetzt aufgezählten Orte liegen am Vierwaldstättersee oder in dessen Nähe), Sarnen, Brienz am Brienzersee, Interlaken, Spiez am Thunersee, Erlenbach im Simmental, Zweisimmen, Saanen, Gstaad, Gsteig, Col du Pillon, Les Diablerets, Col de la Croix, Villars-sur-Ollon, Ollon, Aigle, Saint-Gingolph (hier verläuft die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich), Évian-les-Bains, Thonon-les-Bains (die drei letztgenannten Orte liegen alle am Genfer See).

Mittwoch, 16. Juli 2014

Gestern Abend habe ich noch die notwendigen Vorbereitungen für die Weiterreise getroffen, Helm und Visier reinigen, Akkus von Handy und Kamera aufladen, Kartenmaterial herrichten und Route einprägen (trotz Navi ist das wichtig für mich), Unterwäsche waschen und zum Trocknen in der Duschkabine aufhängen (ich habe zwar einen gewissen Vorrat an Wäsche mit dabei, aber man weiß ja nie, wann sich die nächste gute Gelegenheit zum Waschen ergibt), Scheinwerferglas und Windschild des Motorrads vom Fliegenfriedhof befreien und reinigen.

Nach der Morgentoilette will ich die Kontaktlinsen einsetzen und habe dabei wegen des zu kleinen Vergrößerungsspiegels, den ich auf die Reise mitgenommen habe, gewisse Probleme. Das Badezimmer des Hotels »Flüeler Hof« ist mit keinem Vergrößerungsspiegel ausgestattet. Endlich habe ich es geschafft und kann die Kontaktlinsen tragen, obwohl mich gestern kurz vor Flüelen ein gewaltiger Brummer am rechten Auge erwischt hat, weil ich wieder einmal ein kleines Stück mit offenem Visier gefahren bin. Am Auge zeigt sich zwar noch eine Rötung, aber die Linsen stören nicht weiter.

Blick aus dem Zimmerfenster auf den Gitschen
Blick auf den Gitschen.

Durch das weit geöffnete Fenster meines Hotelzimmers mache ich so gegen ½9 Uhr ein Foto von dem jenseits des Urnersees, einem Teil des Vierwaldstättersees, hoch aufragenden, 2513m hohen Gitschen (ich denke mal, es ist dieser Berg, jedenfalls habe ich mich um eine gute Recherche bemüht). Das Hotel »Flüeler Hof« liegt an der Ostseite des Urnersees und noch im morgendlichen Schatten, während der an der westlichen Seeseite aufragende Berg Gitschen, dessen Gipfel eine Wolkenhaube krönt, bereits voll vom Sonnenlicht beschienen ist.

 
Karte: Von Flüelen am Vierwaldstättersee bis Brienz am Brienzersee
Karte: Von Flüelen bis Brienz.
Bild groß (840 KB): Hier klicken


Wunderschöne Fahrt entlang des Vierwaldstättersees

Das gute Frühstück und schönes Wetter tragen zu meiner froh gestimmten Laune bei. Das Reisegepäck ist in den Koffern und in den am Motorrad befestigten Taschen verstaut, alles ist fest mit Spanngurten verzurrt und es kann losgehen. Schnell wird noch der neue Routenabschnitt im Navi aktiviert und schon blubbert der Zweizylinder-Boxer vor sich hin.




Galerie am Ostufer des Urnersees
Galerie am Ostufer des Urnersees.



Bild rechts:
An der Ostseite des Urnersees ragen die Berge vom Seeufer steil auf, für eine Straße gibt es keinen Platz. Daher musste sie auf unzähligen Betonstelzen erbaut und durch eine Galerie abgesichert werden. Die nur durch wenige kurze Tunnels unterbrochene Galerie schützt vor Steinschlag und anderen Gefahren und gibt während der Fahrt immer wieder schöne Ausblicke auf den See frei. In Wirklichkeit war es hier viel schöner, als es das Foto vermittelt.

Palmen bei Brunnen am Vierwaldstättersee
Palmen bei Brunnen am Vierwaldstättersee.
Bild groß (841 KB): Hier klicken


Bild links:
Um 09:23 Uhr erblicke ich in dem landschaftlich reizvoll gelegenen und gärtnerisch besonders gepflegten Ort Brunnen am Vierwaldstättersee die ersten Palmen auf meiner Reise nach Süden. Dort, gegenüber des berühmten »Rütli«, zweigt der als »Urnersee« bezeichnete Seeteil nach Süden ab. Hier in Brunnen hat mein Navi wieder einmal Mist gebaut, denn es wollte mich an der Biegung Axenstraße/Bahnhofstraße unbedingt über den Waldstätterquai führen. Das ist ein absoluter Fußgängerbereich und ich denke, in der Schweiz wäre man beim Befahren desselben mit einer monetären Bestrafung nicht zimperlich. Also folge ich lieber meinem Bauchgefühl und meiner Nase, bis ich auf der nach Gersau führenden Straße Nr. 2b bin.
Die Strecke nach Gersau, Vitznau und Weggis entlang des Nordufers des Vierwaldstättersees ist in landschaftlicher und motorradfahrerischer Hinsicht ein wahrer Genuss. Zwar darf zumeist nicht schneller als 60 km/h gefahren werden, jedoch ist das bei den vielen engen Kurvenradien nicht weiter störend, zumal es immer wieder die herrlichsten Ausblicke auf den See, die grandiose Bergwelt, Prachtbauten und deren schön anzusehende Gärten gibt.
Nach Weggis ändert die Straße Nr. 2b ihren Verlauf nach Nordosten und sie führt weg vom Vierwaldstättersee. Es ist eine Obstgegend und die noch an den Bäumen hängenden und auch beidseits der Straße zum Verkauf angebotenen roten Kirschen verführen zum Stehenbleiben.

Am Urnerboden: Blick zum Vorderchlus
In der Ferne: Die schneebedeckten Berge des Berner Oberlands.

Bild rechts:
Durch Küssnacht geht es etwas zäh, da Markt ist, doch bald bin ich auf der nach Luzern führenden Straße Nr. 2. Auf dieser halte ich an, denn ich denke, in der Ferne das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau zu sehen. Ich zoome, was die Kamera hergibt, doch ich möchte mich nicht festlegen, ob es sich tatsächlich und diese Berge handelt, in deren Nähe ich vor Jahren einen wunderschönen Urlaub verbrachte. Auf jeden Fall mache ich um ¾10 Uhr dieses Foto mit den Bergen des Berner Oberlands im Hintergrund.


Blick auf die schneebedeckten Berge des Berner Oberlands
Auf der Luzerner Straße: Blick auf den Pilatus.
Bild groß (248 KB): Hier klicken


 
Bild links:
Auf der Strecke von Küssnacht nach Luzern verläuft die Straße Nr. 2 etwas weiter oberhalb des Vierwaldstättersees und in gemäßigt hügeliger Landschaft, sodass der Blick auf die weitere Umgebung frei wird. Im Süden erkenne ich das Pilatus-Massiv, dessen höchste Erhebung, das Tomlishorn, knappe 2129m aufragt. Auf dem Foto links haben sich die Hausberge Luzerns, das Pilatus-Massiv, hinter dem Verkehrsschild »Ende des Überholverbots« versteckt. Das ist fürwahr keine fotografische Meisterleistung von mir.
Nebenbei bemerkt führt von Alpnachstad, das ich später durchfahren werde, die steilste Zahnradbahn der Welt nach Pilatus Kulm. Von Kriens - südwestlich Luzerns gelegen - kann man mit der neuen Panorama-Gondelbahn über die Krienseregg bis zur Station Fräkmüntegg befördert werden.

Vor Luzern gerate ich auf der Haldenstraße und Zürichstraße wegen einer Baustelle in einen elendigen Stau und es ist kein Vorbeifahren möglich. Der Motor wird trotz der zusätzlichen Flüssigkeitskühlung bedenklich heiß und ich stoppe ihn bei den langen Wartepausen bis zur nächsten Weiterfahrt. Auch mir wird heiß bei diesem schönen Wetter und ich öffne alle Reißverschlüsse meiner Motorradjacke, damit ich bei der langsamen Fahrt im Stau etwas kühlenden Fahrtwind abbekomme. Luzern, das ich von früheren Besuchen her schon kenne, bietet immer wieder Reizvolles.

Ein Genuß auch für Fahrradfahrer

Mein Navi kommt mir in Luzern sehr gelegen, da ich mir nicht die überall gut ausgeschilderte Autobahn oder die Schnellstraße für die Weiterfahrt ausgesucht habe, sondern die über den Ortsteil Horw nach Hergiswil neben bzw. unter der Autobahn A35 verlaufende Straße Nr. 4. »Unter der Autobahn« deshalb, weil die A35 auf Betonstelzen errichtet und die Straße Nr. 4 wie in der Galerie heute Morgen am Urnersee zur Hälfte mit der A35 überbaut ist. Die Schweizer haben es sogar noch geschafft, einen Radweg daneben zu bauen, auf welchem man ungefährdet vom anderen Verkehr dahinradeln und dabei noch die tolle Aussicht auf den Vierwaldstättersee genießen kann. Da auch das Radfahren zu meinen Hobbys gehört, steht ab sofort eine Radtour am Vierwaldstättersee mit höchster Priorität auf meinem Fahrradtourenplan.

Der Brünigpass und seine Unfallgeschichte

Schon vor Hergiswil möchte mich mein Navi auf die Autobahn lenken und danach auch immer wieder bei Sarnen und Lungern, doch ich bleibe hartnäckig und fahre auf der Straße Nr. 4 zuerst vorbei am Sarnersee und dann am Lungernersee. Ab jetzt steigt die Straße merklich hinauf auf den 1007m hohen Brünigpass. An den Sommerwochenden soll es hier von Motorradfahrern nur so wimmeln und beinahe an jedem Wochenende sei ein Toter zu beklagen, denn auf einer nur 700m langen Geraden sei oberstes Ziel bei einigen aus dieser Spezies die Beschleunigung des Motorrads auf 200 km/h. Bei der anschließenden S-Kurve reicht dann oft die Verzögerung nicht aus (Quelle: »www.quaeldich.de/paesse/bruenigpass/«). Diesem Rausch der Geschwindigkeit verfalle ich nicht, sondern gleite vielmehr den Pass hinauf, um die wenigen Ausblicke auf den Lungernersee genießen zu können. Um 11:17 Uhr stehe ich auf dem höchsten Punkt des Passes, aber weder gibt es eine geeignete Möglichkeit zum Stehenbleiben, noch bietet sich ein gutes Motiv.

Weiter geht es hinunter zum Brienzersee, dessen helles Grün ich schon bald durch die Baumwipfel hindurch schimmern sehe. Vorher noch ein kleiner Verfahrer, weil die Brünigstraße vor dem Ort Brienzwiler im Soliwaldtunnel einen Kreis macht und ich nicht glauben möchte, dass die schweizer Straßenbauer solche Schikanen einbauen. Also fahre ich in den Ort Brienzwiler, wo ich meinen Fehler bemerke und auf das Ende der Umfahrungsstraße um dann auf den Ort Brienz am Nordwestufer des Sees zuzusteuern.

Blick vom Parkplatz beim Seehotel Bären auf den Brienzersee
Blick vom Parkplatz beim Seehotel Bären in Brienz auf den Brienzersee.
Bild groß (936 KB): Hier klicken
Bild rechts:
20 Minuten vor 12:00 Uhr stelle ich meine Maschine in Brienz auf dem Parkplatz beim »Seehotel Bären« ab. Es ist sehr warm und ich drohe auszutrocknen. Dagegen kann man etwas tun, mein im Seitenkoffer verstautes Getränk ist noch relativ kühl. Bei der Rast entsteht dieses Foto, die anderen haben das gleiche Motiv zum Inhalt, nämlich den schönen Brienzersee und ich muss sie hier deshalb nicht auch noch zeigen. Ganz weit hinten am Ende des Sees liegt Interlaken. Das ist der nächste große Ort, den ich anfahre. Von dort ginge es nach Grindelwald, wo ich vor Jahren einen wunderschönen Urlaub verbrachte. Aber die Strecke bis nach Thonon-les-Bains am Genfer See ist noch weit und ich werde Grindelwald heute wohl keinen Besuch abstatten können.
 

Routenabschnitt von Brienz bis Thonon-les-Bains am Genfer See:

Karte: Von Brienz bis Thonon-les-Bains
Karte von Brienz am Brienzersee bis Thonon-les-Bains am Genfer See.

In Interlaken: Das Jungfraumassiv ganz nah herangezommt
In Interlaken: Das Jungfraumassiv - ganz nah herangezoomt.
Bild groß (250 KB): Hier klicken
Bild links:
Wenn ich auch heute keine Zeit habe, nach Grindelwald zu fahren, so muss wenigstens ein Foto von der dortigen grandiosen Bergriesenwelt her. In Interlaken suche ich nach einem geeigneten Ort, der den Blick auf die schneebedeckten Berge freigibt und kann dieses Foto vom Jungfraumassiv machen.
In Interlaken bin ich nicht nur auf der Suche nach einer geeigneten Fotostelle, sondern auch nach einer Tankstelle, doch ist die Suche nach letzterem Objekt nicht gründlich genug, denn ich finde keine. Auf einmal befinde ich mich auf der entlang des Thunersees verlaufenden Schnellstraße und will mein Glück in Spiez versuchen. Lage und Anblick des Thunersees sind wiederum eine Augenweide. In Spiez kann ich am Automaten mit Mastercard bezahlen und um 12:35 Uhr für SFR 26,57 den Tank meiner BMW auffüllen. Bei seit dem letzten Tanken in Rankweil zurückgelegten 302 km passen 14,5 Liter hinein. Nach einer kurzen Rast im Schatten wird der Motor gestartet und weiter geht die Reise in Richtung Zweisimmental.
Wegweiser: Nach Gsteig und zum Col du Pillon
Wegweiser: Nach Gsteig und zum Col du Pillon.

Bild links:
Erlenbach und Oberwil im Simmental, Boltigen und Zweisimmen: Diese Orte sind mir von einem früheren Urlaub her bekannt. Im gesamten Simmen- und Zweisimmental ist es zwar sehr schön, aber leider herrscht auch reger Verkehr und es gibt viele Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 60 km/h. In Saanen muss ich darauf achten, die Abzweigung nach Gstaad nicht zu verpassen. Mit Navi ist das kein Problem und um 13:50 Uhr stehe ich in Gstaad am Kreisverkehr bei der Untergstaadstraße und sehe den Wegweiser nach Gsteig und zum Col du Pillon, meinem nächsten Etappenziel.

Bild unten rechts:
An besagtem Kreisverkehr stehend sehe ich auch das Hotel »Le Grand Bellevue« und befasse mich kurz mit dem Gedanken, dort zu nächtigen, aber es ist noch zu früh am Tag und die Hotelpreise würden wohl meine Reisekasse über Gebühr strapazieren. Wer's nicht glaubt, der möge sich bitte einmal die Internetseite dieses Hotels betrachten (»www.bellevue-gstaad.ch/«). Ist jetzt alles klar?
In Gstaad: Das Hotel »Le Grand Bellevue«
In Gstaad: Das Hotel »Le Grand Bellevue«.
Bild groß (300 KB): Hier klicken




 
Nach Gsteig geht es hinauf zum Col du Pillon. Die Straße ist sehr holprig, aber ich kann es langsam angehen lassen, da ich nicht in Zeitnot bin. An einer Baustelle mit Einbahnregelung habe ich Rot und muss nur eine Minute warten. Aber sofort wird mir warm, denn die wenigen dünnen Wolken machen keinen richtigen Schatten.

Col du Pillon: Passschild (1546m)«
Col du Pillon: 1546m«.


Bild links:
Es ist Viertel nach Zwei, als ich am Parkplatz des Col du Pillon (1546m) einige Fotos mache. Die Passhöhe ist geprägt von riesigen Parkplätzen und Seilbahnstationen, es ist eher eine Gegend für den Winterurlaub.

Bild unten rechts:
Am Col du Pillon: Die Tragseile der Luftseilbahn Reusch-Oldenegg verlaufen in schwindelerregender Höhe. Auf dem Bild sind die Gondeln nur als kleine schwarze Punkte zu sehen.
Col du Pillon: Tragseile der Seilbahn in schwindelerregender Höhe«
Col du Pillon: Die Tragseile der Seilbahn verlaufen in schwindelerregender Höhe.


Col du Pillon: Wenigstens zeigt die Bergwiese hier etwas Grün
Col du Pillon: Wenigstens die Bergwiese zeigt hier etwas Grün.
Bild groß (280 KB): Hier klicken






Col du Pillon: Seilbahn zur Tete aux Camois«
Col du Pillon: Seilbahn zur Tête aux Camois.

Col du Pillon: Parkplatz und Seilbahnstation Glacier 3000«
Col du Pillon: Parkplatz und Seilbahnstation Glacier 3000.

Col du Pillon: Meine BMW R 1200 GS«
Col du Pillon: Meine BMW R 1200 GS. In diese Richtung fahre ich weiter.

 

Zum Col de la Croix

Da es auf dem Col du Pillon nicht besonders einladend ist, verweile ich hier nicht lang. Nachdem die obligatorischen Fotos gemacht sind, geht es hinunter zu den berühmten Skiorten Ormont-Dessus und Les Diablerets. In letzterem Ort muss ich links abbiegen in Richtung Col de la Croix. Hier ist die Landschaft wieder ansehnlich, denn die hässlichen Liftanlagen und Seilbahnen liegen hinter mir. Ich mache um 14:40 Uhr schnell ein Foto und höre dabei, wie die auf den Wiesen arbeitenden Bauern schon Französisch sprechen, denn ich bin am Col du Pillon vom Kanton Bern in den Kanton Vaud gewechselt und das ist ein französischsprachiger Teil der Schweiz.
Straße zum Col de la Croix
Straße zum Col de la Croix.
Bild groß (289 KB): Hier klicken

Bild links:
Hier bin ich auf dem Weg zum Col de la Croix und die Straße ist noch sehr gut. Aber das wird sich bald ändern und ich erhöhe die Federvorspannung, damit die Hinterradfederung die Fahrbahnunebenheiten besser abfangen kann und nicht ständig meinen Allerwertesten auf das Unsanfteste bearbeitet.

Am Col de la Croix
Am Col de la Croix (1778m).


Bild rechts:
Geschafft, um 14:50 Uhr bin ich am Scheitelpunkt des Col de la Croix auf 1778m Höhe.
Col de la Croix: Blick auf das Bergmassiv jenseits des Rhonetals
Das Bergmassiv im Bildhintergrund dürfte bereits jenseits des Rhônetals liegen.
Bild groß (740 KB): Hier klicken

Bild links:
Am Col de la Croix bin ich nahezu allein. Im Gegensatz zum Col du Pillon ist die Passhöhe und vor allem die den Pass umgebende Landschaft wunderschön. Die Straße führt hinunter nach Villars-sur-Ollon. Das Bergmassiv im Bildhintergrund dürfte bereits jenseits des Rhônetals liegen, ich bin mir aber nicht sicher, sondern vermute das nur.

Die Abfahrt vom Pass kann ich richtig genießen, denn es wird immer schöner und vor allem wärmer. Tief unten liegt das Tal des Rhône (im Französischen heißt es »le« Rhône, deshalb »der«, aber allgemein sagt man immer »die« Rhône). Weit entfernt am Horizont meine ich das Mont-Blanc-Massiv zu erkennen. Für ein Foto ist es aber zu dunstig, zumal sich der Dunst beim Heranzoomen auf dem Bild immer verstärkt. Leider ist viel Verkehr und wegen verschiedener Baustellen gerät dieser immer wieder einmal ins Stocken.

Im Rhônetal bei Aigle schickt mich mein Navi ein paarmal hin und her, aber ich folge ihm brav, denn ich bin zu faul, um die Landkarte zu Rate zu ziehen. Bald kann ich den Lac Léman, also den Genfer See, förmlich schon riechen und dann fahre ich auch schon an dessen Südostufer entlang. Um 15:45 Uhr bleibe ich oberhalb des Dampferstegs von Saint-Gingolph am rechten Straßenrand kurz stehen und halte den abfahrenden Passagierdampfer in einem Foto fest.
Saint-Gingolph: Ein Passagierdampfer hat abgelegt
Saint-Gingolph am Genfer See: Ein Passagierdampfer hat abgelegt.
Bild groß (958 KB): Hier klicken
Saint-Gingolph am Genfer See: Grenzstation Schweiz / Frankreich
Saint-Gingolph am Genfer See: Grenzstation Schweiz / Frankreich.

 
Saint-Gingolph am Genfer See: Grenzstation Schweiz / Frankreich
Am Ziel der 2. Etappe: Thonon-les-Bains.

Bild links:
Von Saint-Gingolph geht es auf der D1005, der »Route Nationale«, über Meillerie und Lugrin nach Évian-les-Bains. Dort geht es nur sehr zäh voran, doch schließlich stehe ich um 16:27 Uhr vor dem Ortsschild von Thonon-les-Bains am Genfer See. Dieser Ort ist Ziel der 2. Etappe und Ausgangspunkt der »Route des Grandes Alpes«. Im Ibis-Hotel an der Avenue d'Évian ist ein Zimmer für mich reserviert. Jetzt folgt das Übliche: Das Motorrad abladen, die Sachen auf's Zimmer schleppen, duschen. Anschließend gönne ich mir an der Hotelbar ein Kaltgetränk.
Ibis-Hotel in Thonon-les-Bains
Hotel »Ibis« in Thonon-les-Bains.

Bild rechts:
Mein Übernachtungshotel »Ibis« in Thonon-les-Bains. Das Motorrad kann ich am Rondell der Hotelzufahrt parken, sonst ist hier das Stehenbleiben für Pkw nur zum Aus- und Beladen erlaubt. Wie man sieht, halten sich nicht alle Hotelgäste an diese Regel.

Um mir die Beine etwas zu vertreten, starte ich zu einem Erkundungsgang und mache dabei ein paar Fotos.
Thonon-les-Bains: Genfer See und Yachthafen
Thonon-les-Bains: Genfer See und Yachthafen.
Bild groß (297 KB): Hier klicken



Bild links:
Genfer See und Yachthafen von Thonon-les-Bains.

Bild rechts unten:
Ob es sich bei der auf dem Bild rechts unten gezeigten Ruine um Reste eines Ursulinenklosters handelt (in der Nähe der Ruine verläuft die »Rue des Ursules« und das könnte meine These belegen) oder um die Reste einer ehemaligen Burg, konnte ich bisher nicht eruieren.
Thonon-les-Bains: Ruine und Neubau nahe des Ibis-Hotels
Thonon-les-Bains: Ruine und Neubau nahe des Ibis-Hotels.
Bild groß (297 KB): Hier klicken




Die Altstadt von Thonon-les-Bains ist zwar sehenswert, aber - wie so oft in Frankreichs alten Städten - ist vielerorts ein deutlicher Verfall zu erkennen. Die heruntergekommenen Häuser werden vermietet an Döner-Imbisse, Tatoo-Einritzer, Sonnenstudios und Handy-Verkäufer. Diese Läden wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit ab. Da das alles Dinge sind, die ich nicht brauche (ich habe schon ein Handy), schlendere ich mehr oder weniger achtlos durch die Altstadt und suche dabei ein geeignetes Restaurant zur Einnahme des Abendessens. Weil ich schon arg müde bin und kein meinen Vorstellungen entsprechendes Restaurant finde, fällt meine etwas spontane Wahl auf das »Royal Thonon«, 3 Rue des Ursules. Ich mag asiatisches Essen, aber im Departement »Haute-Savoie« sollte man eher auf die von vielen gelobte landestypische Küche zurückgreifen. So werde ich bestraft und würge das gar nicht so günstige Menü hinunter. In meinen Reiseaufzeichnungen steht: »Es war ein Saufraß«. Für das Abendessen habe ich einen Betrag von ~24 EUR zu begleichen. Wenigstens ist es von besagtem Speiselokal nicht weit zu meinem Ibis-Hotel. Dort angekommen bereite ich die Sachen für die morgige Weiterreise vor. Die Übernachtung im Hotel Ibis kostet inklusive Frühstück und Kurtaxe ~85 EUR. Internet: »www.accorhotels.com/de/hotel-0927-ibis-thonon-evian/index.shtml«

 
Etappe 2: Distanzen, Benzinverbrauch, Zeiten
Distanzenkm
Flüelen (Hotel Flüeler Hof) bis Spiez (Tankstelle):138,8 km
Spiez (Tankstelle) bis Thonon-les-Bains (Hotel Ibis):153,8 km
Distanz (Etappe 1):408,7 km
Distanz (Etappe 2):292,6 km
Distanz (alle bisherigen Etappen):701,3 km
TankenLiter
Rankweil (letztes Tanken) bis Spiez: 302,0 km 
Tanken in Spiez14,5 Liter
ZeitenZeit
Abfahrtszeit:08:45 Uhr
Ankunftszeit:16:40 Uhr
Gesamtzeit (diese Etappe):7 Std. 55 Min.


Im nächsten Berichtsteil geht es weiter.

Zum Seitenanfang springen