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Route des Grandes Alpes

Etappe 3: Vom Signal de Bisanne bis Lanslebourg-Mont-Cenis

Etappe 3: Teil 2

Verlauf dieses Routenabschnitts:

Signal de Bisanne, Villard-sur-Doron; Str. Nr. 925: Beaufort; Str. Nr. 217: Les Cernix, Cormet de Roselend, Bonneval, Bourg-Saint-Maurice; Str. Nr. 902: Seez, La Thuile, Val d'Isère, Col de l'Iseran, Bonneval-sur-Arc, Bessans, Lanslevillard, Lanslebourg-Mont-Cenis

Wie ich im letzten Berichtsteil schon erwähnt habe, ist die Abfahrt nach Beaufort auf der D123 (rot markiert) über Bisanne 1500 nach Villard-sur-Doron für Motorradfahrer nicht besonders empfehlenswert, besser wäre es wohl gewesen, die D128B (blau markiert) zu nehmen. Die folgende Detailkarte soll das verdeutlichen:

Detailkarte: Vom Signal de Bisanne bis Villard-sur-Doron.
Detailkarte: Vom Signal de Bisanne bis Villard-sur-Doron

Die Tankstelle in Beaufort hat geschlossen

Bei der Fahrt ins Tal nach Villard-sur-Doron wird mir immer wärmer. Dies nicht nur deshalb, weil die Temperaturen im Tal normalerweise ohnehin höher sind als oben auf dem Berg, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass die Tankanzeige schon seit längerer Zeit aufleuchtet. Ich hoffe, in Beaufort tanken zu können, jedoch hält die dortige Tankstelle ihren Mittagsschlaf. Ich muss es noch über den Cormet de Roselend schaffen und dann, so denke ich, geht es ja bis Bourg-Saint-Maurice nur noch bergab. Wegen der Benzinknappheit denke ich auch nicht daran, in Beaufort den angeblich in aller Welt berühmten Beaufort-Käse zu kaufen. Wo soll ich ihn auch verstauen?

Karte: Vom Signal de Bisanne bis Sainte-Foy-Tarentaise
Karte: Vom Signal de Bisanne bis Sainte-Foy-Tarentaise.

Mit ziemlich geleertem Tank wird die Maschine in Richtung »Lac de Roselend« bewegt. Hinter Beaufort beginnt das V-förmige, unter dem Namen »Défilé d'Entreroches« bekannte Tal. Am linken Flussufer stehen dicht gedrängt die alten Häuser. Es geht den Berg hinauf und an der achten Serpentine durchfahre ich am Col de Méraillet (1605m) ein Felsentor. Unvermittelt bietet sich dort ein wunderbarer Blick auf den Stausee »Lac de Roselend« (1533m), doch für ein Foto ist das keine günstige Stelle.
»Lac de Roselend«: Blick von der »Chapelle de Roselend« in Richtung Südwesten
»Lac de Roselend«: Blick von der »Chapelle de Roselend« in Richtung Südwesten.
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Bild links:
Kurz nach 14:00 Uhr finde ich dann in der Nähe der »Chapelle de Roselend« eine gute Stelle für ein Foto. Die in der Bildmitte rechts zu sehenden Straße führt von Beaufort zur Talsperre herauf.

»Lac de Roselend«: Blick in Richtung des »Cormet de Roselend«
»Lac de Roselend«: Blick in Richtung des »Cormet de Roselend«.


Bild rechts:
Am »Lac de Roselend« blicke ich nach oben in Richtung des 1968m hohen »Cormet de Roselend«,...

Wegweiser am »Cormet de Roselend«
14:15 Uhr: Wegweiser am »Cormet de Roselend«.




Bild links:
...wo ich um 14:15 Uhr stehe und das nächste Foto mache. Ab dem »Cormet de Roselend« trägt die bisher befahrene D925 die Bezeichnung D902. Auf die nordseitig der Passhöhe gelegenen Gipfel führt ab hier eine »Via ferrata« zum »Roc du Vent« hinauf.

Nun führt die D902 in ausgeglichenem Gefälle die östliche Passrampe hinunter. Von den Kehren bei Les Chapieux (1552m) hat man eine gute Aussicht in das von der Südflanke des Mont-Blanc-Massiv herabziehenden Hochtals »Vallée des Glacieres«. Dann geht es über eine Gruppe von zehn Serpentinen hinab nach Bonneval (1044m). Bei Le Châtelard (950m) gibt es einen bemerkenswerten Blick auf den weiten Talkessel von Bourg-Saint-Maurice.

Endlich Benzin in Bourg-Saint-Maurice

In Bourg-Saint-Maurice lasse ich mir von meinem Navi die nächstgelegenen Tankstellen anzeigen. Doch ein Schelm, der denkt, da gäbe es eine! Auch in Bourg-Saint-Maurice sieht man deutliche Anzeichen des Tankstellensterbens. Wo früher mal eine Tanke war, gibt es jetzt alles andere als Benzin. Die in Frankreich sehr verbreiteten Supermarkt-Tankstellen mit ihren sehr günstigen Preisen machen der Konkurrenz arg zu schaffen. Aber das Tanken an einer Supermarkt-Tankstelle ist für einen Motorradfahrer nicht gerade einfach. Du musst in voller Motorradkluft, noch dazu jetzt in praller Sonne, in der Schlange anstehen und warten, die Maschine immer ein Stück vorschieben oder vorfahren, den Helm abnehmen, die Handschuhe ausziehen, den Geldbeutel aus der Tasche der Motorradjacke herausfischen, den Tankrucksack hochklappen, den Tankdeckel öffnen und das Benzin einfüllen, den Tank wieder verschließen, Helm und Handschuhe irgendwo an der Maschine befestigen und das Motorrad zum Kassenhäuschen schieben oder fahren. Spätestens jetzt wird hinter dir schon gehupt, und wenn einer hupt, dann hupen die anderen auch gleich. Aber die Suche nach einer nicht bei einem Supermarkt gelegenen Tankstelle bleibt vergeblich. Ich stehe an einer Einfahrt im Industriegebiet von Bourg-Saint-Maurice und studiere die Karte, als mich ein junger Mann auf Englisch anspricht. Ich erkläre ihm, warum ich nicht gerne zu einer Supermarkt-Tankstelle fahre, doch er meint, die nächste Tanke wäre erst in Val d'Isère. Das wird sehr knapp, eher zu knapp und ich muss wohl oder übel mit der Tankstelle beim »Super U« Vorlieb nehmen. Doch welch ein Glück: Ein paar Schweizer Chopper wollen ebenfalls dort tanken und wir besprechen, gegenseitig auf unsere bei den Zapfsäulen liegenden Sachen aufzupassen, während der jeweilige Fahrer zum Zahlen ans Kassenhäuschen geht. Obwohl die Schweiz nicht zur EU gehört, klappt die Zusammenarbeit doch tadellos, oder?
In meinen Reiseaufzeichnungen steht: »Super U, B.S. Maurice, 17,6 Liter, 27,45 EUR, 14:55 Uhr, Trip 1: 352,8 km«. Ich hätte es wohl gerade noch so bis Val d'Isère geschafft.

Karte: Von Bourg-Saint-Maurice bis Lanslebourg-Mont-Cenis
Karte: Von Bourg-Saint-Maurice bis Lanslebourg-Mont-Cenis.
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Unweit nordöstlich von Bourg-Saint-Maurice trifft die am Anfang des dritten Berichtsteils beschriebene Variante mit der Originalstrecke der »Route des Grandes Alpes« zusammen. Diese Variante hat ihren Ausgangspunkt bei La Baume (südlich von Thonon-les-Bains am Genfer See) und verläuft über Martigny im schweizerischen Wallis, den Großen-Sankt-Bernhard, durch das Aosta-Tal in Italien und über den Kleinen-Sankt-Bernhard und trifft bei Seez mit der Originalroute zusammen.

Die Landschaft bei der Auffahrt nach Val d'Isère ist wunderschön, auch in motorradfahrerischer Hinsicht komme ich voll auf meine Kosten. In der von der Isère durchflossenen Haute-Tarentaise (Hoch-Tarentaise) sind drei Talstufen zu überwinden, nämlich bei Sainte-Foy-Tarentaise (1051m), La Thuile (1290m) und vor dem Stausee »Lac du Chevril« (1794m). Auf dem Grund des 3 km langen Sees liegen drei versunkene kleine Dörfer, deren Bewohner seinerzeit im Zuge des Dammbaues in den neu errichteten Ort Tignes oberhalb des Stausees umgesiedelt wurden (Quelle: DENZEL, Tour Nr. 452, Seite 497).

Bei der Auffahrt nach Val d'Isère: Imposante Gletscher
Bei der Auffahrt nach Val d'Isère: Imposante Gletscher.
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Bild rechts (15:24 Uhr):
Bei der Auffahrt nach Val d'Isère bleibe ich stehen und mache ein Foto von diesen gewaltigen Gletschern. Es sind die von den Bergen Mont Turia (3646m), Mont Pourri (3779m), Brèche de Puiseux (3462m), Mont de la Gurraz (3074m) und Dôme de la Sache (3601m) nach unten drückenden Eismassen Glacier de Turia, Glacier nord de la Gurraz, Glacier sud de la Gurraz, Glacier de la Savinaz und Glacier de la Martin (von Nord nach Süd).

Kurz vor Val d'Isère: Der Stausee »Lac du Chevril«
Kurz vor Val d'Isère: Der Stausee »Lac du Chevril«.
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Bild links (15:35 Uhr):
Kurz vor Val d'Isère blicke
ich noch einmal zurück und mache ein Foto vom Stausee »Lac du Chevril«.

Obwohl ich bis hierher nicht gerade langsam unterwegs bin, höre ich von hinten Motorräder näher kommen. Äußerst rasant überholen sie mich in einer Zone mit Geschwindigkeitsbegrenzung. Gleich danach müssen wir an einer Baustellenampel stehenbleiben. Es sind zwei junge Kerle auf Ducatis mit GB-Nummernschildern. Nicht, dass sie aus Großbritannien zum Motorradfahren hierher kommen, ist verwunderlich, nein, dass sie ohne jeglichen Schutz am Oberkörper nur mit einem kurzärmeligen Hemd bekleidet sind und nur dünne Stoffschuhe tragen, das gibt mir zu denken. Kaum schaltet die Ampel auf Grün, hört man nur noch den Lärm aus den Auspuffrohren ihrer Maschinen und weg sind sie. Den Col de L'Iseran werden sie so wohl in dieser Kleidung nicht hinauffahren, jedenfalls habe ich sie dort oben nicht gesehen oder sie sind auf dem Weg hinauf erfroren.

15:44 Uhr: In Val d'Isère
15:44 Uhr: In Val d'Isère.
Am südöstlichen Ende des Lac du Chevril passiere ich die kurze Schlucht »Gorges de la Daille«, wobei ich mir bei dieser Formulierung bewusst bin, dass es sich um ein hölzernes Holz handelt, denn das französische Wort »Gorges« bedeutet nichts anderes als das deutsche Wort »Schlucht«.

Bild rechts (15:44 Uhr):
Noch schnell ein Foto von dem im Sommer eigentlich nicht besonders sehenswerten Ort Val d'Isère.

Nach Val d'Isère: Schild »Col de L'Iseran«
Val d'Isère (Ortsausgang): Schild »Col de L'Iseran«.
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Bild links (15:48 Uhr):
Am Ortsausgang von Val d'Isère entsteht dieses Foto mit dem Hinweisschild »Col de L'Iseran OUVERT«. Der Pass ist also nicht gesperrt und ich kann ihn in Angriff nehmen. Die Straße verläuft ab hier beinahe geradeaus weit nach Osten und ändert ihre Richtung nach Südwesten erst am Ende des Talkessels. Das Gelände unter Berücksichtigung der geologischen Gegebenheiten geschickt auszunützen und die Trasse möglichst ohne Spitzkehren bei gleichbleibend niedrigen Steigungen anzulegen, sei ein Merkmal moderner Straßenbaukunst, schreibt DENZEL (Tour Nr. 452, Seite 497). Des Weiteren meint DENZEL, der Pass sei leicht und flüssig zu befahren, wobei »leicht« immer relativ ist. Einen Fahrfehler sollte man sich hier nicht erlauben, denn dann würde man schnell wieder viele Höhenmeter verlieren.

Am Scheitelpunkt des Col de L'Iseran
16:08 Uhr: Am Scheitelpunkt des Col de L'Iseran.

Bild rechts:
Ein Fahrfehler unterläuft mir nicht und 20 Minuten nach dem letzten Foto am Ortsausgang von Val d'Isère stehe ich wohlbehalten am Scheitelpunkt des Col de L'Iseran. Wie bei so vielen Höhenangaben weichen auch hier die Angaben voneinander ab. Die Schildermacher haben sich - wie hoffentlich auf dem kleinen Bild zu erkennen - für 2770m entschieden und laut DENZEL sind es sechs Meter weniger. Sei's drum, diese Hochstraße ist nach dem Col de la Bonette (2802m) der zweithöchste im Transitverkehr befahrbare Übergang der europäischen Alpen. Es ist aber auch der unschönste Pass, den ich während meiner Tour erlebe. Gesteinsbrocken rostig-brauner Farbe, Skiliftanlagen, Starkstromleitungen und -masten prägen das Bild. Deshalb: Nichts wie weg von hier!

Abfahrt vom Col de L'Iseran: Herrlicher Ausblick auf den L'Albaron
Bei der Abfahrt vom Col de L'Iseran: Ausblick auf den L'Albaron.
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Bild links (16:21 Uhr):
Bei der Abfahrt vom Col de L'Iseran bietet sich ein herrlicher Ausblick auf den L'Albaron (3637m) mit dem nordwestlich vom Hauptkamm herabziehenden Hauptgletscher »Glacier des Évettes«. Auch wenn die Straße hier noch so schmal und am Rand nicht gesichert ist, muss ich für ein Foto stehenbleiben. Auf dem Bild sind (von links nach rechts) die Haupterhebungen L'Albaron, Dôme du Grand Fond und Pointes du Grand Fond zu sehen. Der Gipfel liegt nur gute 1000 Meter von Italien entfernt und wird dort »Albaron di Savoia« genannt.
Die 3676m hohe Uia de Ciamarella oder nur Ciamarella liegt ebenfalls in den Grajischen Alpen und genau an der italienisch-französischen Grenze. Sie ist (was auf dem großen Bild besser zu sehen ist) als schneebedeckter Berg im Hintergrund zu erkennen, etwa, wenn man beim Betrachten des Bildes dem rechten Straßenrand nach oben folgt.

Die wundersame Wandlung des Bonneval-sur-Arc

Dann bin ich endlich unten im wildromantischen Arc-Tal. Bonneval-sur-Arc, das zu den den schönsten Orten Frankreichs gehören soll, durfte ich bereits vor mehr als 40 Jahren einen Besuch abstatten und erkenne es jetzt nicht wieder. Aus den damals verfallenen Almhütten, die so gebaut waren, dass sich zu früheren Zeiten das Vieh im Parterre aufhielt und die Bewohner im ersten Stock bzw. im Dachgeschoß hausten (Quelle: DENZEL, Tour Nr. 452, Seite 498) und deren mit Schieferplatten gedeckte Dächer bei meiner letzten Reise dorthin zumeist eingestürzt waren, sind mittlerweile Chalets für naturhungrige Touristen geworden. Beinahe bei jedem dieser Chalets steht ein Luxus-Geländewagen und meistens dazu noch eines dieser Quads, damit der morgendliche Gang zum Bäcker nicht zur Strapaze gerät, wenn der Lieferservice hierfür nicht schon in der sicherlich nicht gerade günstigen Chaletmiete inbegriffen ist. Aber man kann ja mit diesen Quads trefflich die schöne Natur besichtigen, ohne die Beine dafür über Gebühr strapazieren zu müssen. Da suche ich mir doch lieber einen Campingplatz andernorts und krame meine Reiseunterlagen heraus. Im nicht weit entfernten Lanslebourg-Mont-Cenis müsste es einen CP geben und bald finde ich mich dort ein. Bei der Weiterfahrt von Bonneval-sur-Arc erheben sich rechts über mir Berge mit wohlklingenden Namen wie Pointe de Méan Martin (3330m), Pointe des Buffettes (3233m), Pointe de Claret (3355m) und Pointes du Châtelard (3479m). Die ebenfalls neu aufgebaute Ansiedlung Bessans wird umfahren und dann biege ich auch schon in Lanslebourg-Mont-Cenis von der D902 ab und steuere den CP an.
In Lanslebourg-Mont-Cenis: Mein Zelt ist bereits aufgebaut
Auf dem CP in Lanslebourg-Mont-Cenis: Mein Zelt ist bereits aufgebaut.

Bild rechts:
Zwei Stunden nach dem letzten Foto - kurz nach der Passhöhe des Col de L'Iseran - ist mein SALEWA-Zelt auf dem CP von Lanslebourg-Mont-Cenis schon aufgebaut. Ich hätte mich beim Zeltaufbauen besser bis auf die Badehose entkleiden sollen, denn jetzt ist alles klitschnass vom Schwitzen. Jetzt geht es sofort zum Duschen und danach bringe ich meine Akkus zur Rezeption, damit sie dort gegen eine geringe Gebühr von der CP-Chefin, einer Serbin, wie es sich später herausstellt, aufgeladen werden. Beim Abstellen meiner BMW zerbricht das zu dünne Holzbrettchen, das ich bei weichem Untergrund immer unter die Aufstellfläche des Seitenständers lege. Ich werde jetzt noch mehr auf die Beschaffenheit des Untergrunds beim Abstellen der Maschine achten müssen, damit sie nicht umkippt.

Zufahrt zum CP in Lanslebourg-Mont-Cenis: Schmale Holzbrücke
Zufahrt zum CP in Lanslebourg-Mont-Cenis.

Bild links:
Bei der Zufahrt zum CP in Lanslebourg-Mont-Cenis wird der Fluss L'Arc über eine schmale Holzbrücke überquert.

CP in Lanslebourg-Mont-Cenis: Motorrad fahrender Hase
Auf dem CP in Lanslebourg-Mont-Cenis: Skulptur eines Motorrad fahrenden Hasen.

Bild rechts:
Der Künstler ist wohl selbst Motorradfahrer. Ich habe mich bei dem Tier mal auf einen Hasen festgelegt, lasse mich aber jederzeit eines Besseren belehren.

CP in Lanslebourg-Mont-Cenis: Ansicht Zufahrt
CP in Lanslebourg-Mont-Cenis: Zufahrt und mein Stellplatz.
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Bild links:
Hier ist noch ein Bild vom CP in Lanslebourg-Mont-Cenis. Im Schatten der Bäume links befindet sich die Zufahrt und dahinter ist, von der Sonne beschienen, mein Stellplatz zu sehen. Dieser Stellplatz entspricht meinen Idealvorstellungen für den Standplatz eines Zelts: Relativ dichte Grasnarbe und eine ebene Stellfläche, ein Zaun daneben, damit man seine Sachen daran aufhängen kann, begünstigt von der Morgensonne, damit das Zelt abtrocknen kann, nicht weit entfernt von den Sanitäranlagen und der Rezeption, keine Störung durch den Verkehr auf dem CP, weil die Mehrzahl der Stellflächen auf der anderen Seite der Zufahrt liegt.

Beim Gespräch mit der CP-Chefin bemerke ich in ihrem Französisch einen slawischen Akzent und frage sie nach ihrer Herkunft. Sie komme aus Serbien, sagt sie, und da lege ich meine höfliche Seite an den Tag und werde meine spärlichen Kenntnisse in dieser Sprache los. Im Jugendalter habe ich mehrere Urlaube im damaligen Jugoslawien verbracht und dabei einige Zahlen und Ausdrücke aufgeschnappt. Es ist erstaunlich, was nach so langer Zeit noch im Gehirn gespeichert ist. Etwas wehmütig meint die Dame zu mir, sie wäre froh, wenn ihre 4-jährige, in Frankreich geborene Tochter etwas mehr Interesse für die Muttersprache ihrer Mutter (wie soll ich das anders schreiben?) zeigen würde. Aus Freude darüber, dass ein mit dem Motorrad nach Frankreich reisender Bayer ein paar Worte mit ihr in Serbisch wechselt, spendiert sie mir ein Bier. Das hat sich doch für mich gelohnt, oder?

Zur Einnahme des Abendessens gehe ich auf Empfehlung der CP-Chefin in den Ort ins Restaurant »La Bambiche« und verspeise dort für EUR 28,00 ein Menü bestehend aus Salat Balkan-Art, Ossobuco mit Gemüse, Bandnudeln und einem grünen Pesto und zwei Kugeln Eis ebenfalls grüner Farbe. Über die bei der Herstellung des Pesto und des Eis verwendeten Parfums werde ich an diesem Abend noch lange rätseln und überlege dabei auch kurz, ob ich bei den Ingredienzen überhaupt den Plural bemühen muss.

Nächtlicher Angriff

Die Nacht wird grauenhaft. Zuerst kann ich nicht in den Schlafsack kriechen, weil es noch viel zu warm ist. Dann schlafe ich ein und wache frierend auf. In der wohligem Wärme des Schlafsacks steckend erfolgt in einem fürchterlichen Traum ein Angriff auf mich, wobei ich bei der Abwehr des simultierten Ungeheuers mit meinen Zehen an der Stöpselschnur hängenbleibe, dabei den Stöpsel aus der aufblasbaren Matratze ziehe und auf dem harten Boden zu liegen komme. Das infolge der entweichenden Luft ertönende Pfeifgeräusch vertreibt wohl den Angreifer und ich kann, nachdem die Matratze wieder aufgepumpt ist, den Rest der Nacht unbehelligt weiterschlafen.

Für die Nächtigung auf dem CP in Lanslebourg-Mont-Cenis bezahle ich am nächsten Morgen ~25 EUR. Leider habe ich keine exakten Aufzeichnungen und keinen Beleg. Bei der morgigen abendlichen Überprüfung des Kassenbestands rechne ich nach und komme auf vorgenannten Betrag, wobei ich betonen will, dass Kurtaxe, diverse Getränke, das reichhaltige Frühstück und das Aufladen der Akkus im Preis inbegriffen sind.

Etappe 3: Distanzen, Benzinverbrauch, Zeiten
Distanzenkm
Thonon-les-Bains (Hotel Ibis) bis Bourg-Saint-Maurice (Tankstelle beim »Super U«):199,0 km
Bourg-Saint-Maurice bis Lanslebourg-Mont-Cenis (Campingplatz):80,3 km
Distanz (Etappen 1 und 2):701,3 km
Distanz (Etappe 3):279,3 km
Distanz (alle bisherigen Etappen):980,6 km
TankenLiter
Fahrstrecke: Spiez (letztes Tanken) bis Bourg-Saint-Maurice: 352,8 km 
Tanken in Bourg-Saint-Maurice17,6 Liter
ZeitenZeit
Abfahrtszeit:08:45 Uhr
Ankunftszeit:17:45 Uhr
Gesamtzeit (diese Etappe):9 Std. 00 Min.


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