Nordkaptour im Sommer 2012 – Rückreise

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Berichtsteil R 1

Geplante Rückreise von Honningsvåg bis München

Die Rückreise ist generell über Norwegen und Finnland geplant. Von Turku (in Finnland) soll es mit der Fähre nach Stockholm in Schweden und von dort weiter bis an die Südküste Schwedens nach Trelleborg gehen.

Jedoch habe ich auch eine Variante zurück durch Norwegen über Alta, Narvik, Nordkjosbotn und Fauske bis zum Junkerdalen (etwa 60 km südlich von Fauske) und dann hinüber nach Schweden sowie eine andere Variante vom Nordkap zurück nach Alta und von dort südwärts hinunter über Kautokeino und das kurze Stück (etwa 95 km) durch Finnland zum Grenzort Kaaresuvante nach Schweden (zur Nr. E45) für mein GPS ausgearbeitet, falls eine dieser Routen aus irgendeinem Grund erforderlich werden sollte.

Von Trelleborg in Schweden setze ich mit der Fähre nach Sassnitz auf der Insel Rügen in Deutschland über. Die nächsten Orte in Deutschland sollen dann Stralsund, Demmin, Reuterstadt Stavenhagen, Waren an der Müritz, Magdeburg, Quedlinburg, Bad Frankenhausen (Kyffhäuser) und Erfurt sein. Ab dort geht es ohne konkretere Festlegung weiter südwärts. Nur ein Ort in der Nähe von Pleinfeld (Mittelfranken) steht aus bestimmten Gründen auf meinem Plan.

Wie die Rückreise von Honningsvåg bis München tatsächlich verlaufen ist, ergibt sich aus den einzelnen Berichtsteilen.


Norwegen: Vom Nordkap bis Grense Jakobselv
Quelle: www.maps.google.de
SKAN 02: Vom Nordkap bis Grense Jakobselv
Route (592 km – laut Google Maps Routenplaner):
Nordkap (A); Honningsvåg (B); Olderfjord (C); Lakselv (D); Kunes (E); Ifjord (F); Tana bru (G); Neiden (H); Elvenes (I); Grense Jakobselv (J)

Der weitere Verlauf der Rückreise von Grense Jakobselv in Norwegen bis in die Hafenstadt Turku im Süden Finnlands ist auf der im nächsten Berichtsteil gezeigten Gesamtübersichtskarte zu sehen.

Die Rückreise in Norwegen

Norwegen: Von Honningsvåg auf der Insel Magerøya nach Olderfjord am Porsanger
Quelle: www.maps.google.de
NORW: Von Olderfjord nach Honningsvåg
Route:
Von Honningsvåg auf der Insel Magerøya geht es auf der Nr. E69 wieder zurück nach Olderfjord am Porsanger. Das ist die selbe Route, auf der ich auch hergekommen bin. Das hellgrün markierte Teilstück ab Olderfjord auf der E6 kennzeichnet die Abweichung der Rückreiseroute von der Anreiseroute zum Nordkap.

Etwa 40 Minuten nach meiner Abfahrt in Honningsvåg fahre ich an einer Gruppe von Radrennfahrern vorbei, die von einem niederländischen Kamerateam gefilmt werden. Ich überhole die Truppe, parke mein Motorrad und mache dieses Foto, wobei die Kamera auf mich schwenkt und ich praktisch ungewollt zum Hauptdarsteller des Films werde (:-›):
Gruppe von Radrennfahrern
Blick zurück nach Honningsvåg:
Blick zurück auf Honningsvåg
Auf der anderen Seite, das heißt, am Ostufer des Porsangen, fallen die teilweise über 400 m hohen Berge der Halbinsel Sværholt–Halvøya steil ins Meer ab:
Berge der Insel Sværholt–Halvøya
Hilfe, ich werde von diesen furchteinflößenden Fabelwesen bedroht. Sie gehören offenbar dem Besitzer eines hier etwas abseits der Straße stehenden Andenkenladens auf dem Gelände einer ehemaligen Silbermine, der seine Tiere so dressiert hat, dass sie sich den Touristen in den Weg stellen, damit er seinen Ramsch besser verkaufen kann:
Rentiere bei einer Silbermine
Die russische Grenze zieht mich wie magisch an
Nun naht Olderfjord und ich muss mich entscheiden: Fahre ich rechts, geht es nach Alta. Dort muss ich mich wieder entscheiden, ob ich dann südlich in Hauptrichtung Schweden fahre oder bis zum Junkerdalen in Norwegen bleibe (das wäre dann weitgehend die Strecke, auf der ich zum Nordkap gefahren bin) und dann nach Schweden hinüberwechsle. Fahre ich in Olderfjord geradeaus und auf der E6 dem südlichen Teil des Porsanger entlang, komme ich nach Lakselv. Dort kann ich dann immer noch eine kürzere Heimreise durch Schweden wählen. Aber tief in meinem Inneren ist die Entscheidung längst gefallen: die russische Grenze zieht mich wie magisch an.


Norwegen: Von Olderfjord über Lakselv (Lemmijoki) nach Børselv
Quelle: www.maps.google.de
NORW: Von Olderfjord nach Børselv

Eine Fahrradfahrerin kämpft sich dem Nordkap entgegen
Auf der E6 herrscht von Olderfjord in Richtung Lakselv sehr wenig Verkehr. Leider ist der Straßenbelag stark gewellt und viele Schafe wärmen sich auf dem Asphalt. Noch dazu erschwert ein starker, böiger Wind, der mich von der Bahn zu wehen versucht, das Fahren. Mir kommt eine allein fahrende Frau auf dem Fahrrad entgegen, die extrem gegen den Wind ankämpfen muss und der Beladung ihres Fahrrads nach zu schließen das Nordkap als Ziel hat. Ich werde langsam und zeige ihr den nach oben gehaltenen Daumen meiner linken Hand und sie lacht. Das sind schöne Momente. Es ist 12:40 Uhr und ich bin fasziniert von den Bildern, die Sonne, Wolken und Wind über dem südlichen Teil des Porsangen hervorzaubern:
Sonne und Wolken über dem südlichen Teil des Porsangen
Die endgültige Routenwahl in Lakselv
In Lakselv achte ich einen Moment nicht auf mein Navi und bleibe auf der E6. Das bedeutet, ich nehme die falsche, nach Karasjok nahe der norwegisch–finnischen Grenze führende Straße. Doch nach etwa 500 m bemerke ich den Verfahrer und bleibe gleich bei einer «ESSO» stehen. Dort werden für NOK 124,00 runde 7,9 Liter Benzin gefasst. Der Gesamt–km–Zähler zeigt 22.002 und der Tages–km–Zähler 166,2 an. Da ich heute sehr reichlich gefrühstückt habe, werde ich jetzt, um 13:05 Uhr, nur etwas trinken und zwar eine «URGE»–Limonade für NOK 26,00.

In Lakselv verlasse ich die E6 und es geht auf der Nr. 98 um den südlichen und südöstlichen Teil des Porsangen herum. Dieses Bild zeigt die um den südlichsten Zipfel des Porsangenfjorden herumführende Straße Nr. 98:
auf der Nr. 98 geht es um den südöstlichen Teil des Porsangen herum
Elchwarnschild nach Børselv
Mit zumeist wunderbarer Aussicht fahre ich am südöstlichen Teil des Porsangenfjorden, der in seinem unteren Abschnitt laut meiner Karte mit Roddinessjøen bezeichnet wird, entlang. Da es sehr warm ist und sowohl der inselreiche Fjord als auch die Küstenlandschaft etwas an Kroatien erinnern, bin ich mit meinen Gedanken beim Segeln. Das sollte eigentlich beim Motorradfahren nicht der Fall sein, aber hier fahre ich ja wirklich allein und es kann nichts passieren.

Bei Børselv führt die Nr. 98 weg vom Porsangen und man wird mit diesem Schild gewarnt. Leider habe ich hier keinen Elch zu Gesicht bekommen.


Norwegen: Von Børselv nach Kunes am Storfjorden
Quelle: www.maps.google.de
NORW: Von Børselv nach Kundes
Route:
Nach dem Ort Børselv führt die Nr. 98 weg vom Porsangenfjorden und dann in östlicher Richtung hinauf auf das Børselvfjellet und dann weiter bis Kunes am Storfjorden (das ist die südwestlichste Ausbuchtung des großen Laksefjorden. Auf dem einsamen Børselvfjellet mache ich kurz vor 14:30 Uhr Rast und halte die Landschaft in einem Foto fest:
auf dem einsamen Børselvfjellet

Vom Børselvfjellet führt die Nr. 98 hinunter nach Kunes am Storfjorden. 10 Minuten vor 15:00 Uhr finde ich eine einigermaßen passende Fotostelle und fotografiere den Storfjorden. Der Ort Kunes ist nur zu erahnen::
Bild 466: Blick auf den Storfjorden bei Kunes


Nordostnorwegen: Von Kunes nach Vestertana
Quelle: www.maps.google.de
NORW: Von Kunes nach Vestertana
Route:
Von Kunes geht es auf der Nr. 98 über Ifjord (dieser Ort ist auf der Karte leider nicht eingezeichnet, er liegt am südöstlichsten Zipfel des Ifjorden etwa dort, wo die nach Norden, entlang des des Ifjorden führende gelbe Straße mit meiner rot markierten Route zusammentrifft) und das Ifjordfjellet nach Vestertana am gleichnamigen Fjord.

Um 15:08 Uhr bleibe ich kurz nach der kleinen Ansiedlung Landersfjorden am Laksefjorden stehen, um Ausschau nach einem Lachs zu halten, der diesem Fjord ja seinen Namen gegeben hat. Doch so viel ich auch schaue, kein Lachs läßt sich sehen. Etwas enttäuscht mache ich dieses Foto...
Bild 467: kurz nach Landersfjorden am Laksefjorden
...und fahre dann auf der Nr. 98 weiter in Richtung Ifjord:
Bild 470: weiter in Richtung Ifjord
Doch dann wird es unangenehm. Die bisher einigermaßen gut zu befahrende Nr. 98 ist etwa auf eine Strecke von 15 km vor Ifjord in einem erbärmlichen Zustand, sodass ich zumeist nur im ersten Gang fahren kann. Endlich ist Ifjord erreicht und ich frage mich, wo hier eigentlich der Ortskern ist, wenn es überhaupt einen solchen gibt.

Bild 471 Um 15:25 Uhr bin ich in Ifjord. Hier zweigt die Nr. 888 nach Mehamn auf der Halbinsel Nordkinn– Halvøya ab. Dort liegt Europas nördlichster Festlandspunkt (das Nordkap befindet sich ja auf der Insel Magerøya). Doch hier könnte man ewig diskutieren, denn die Halbinsel Nordkinn–Halvøya ist durch den Eidsfjorden und den Hopsfjorden praktisch vom Festland getrennt und nur mit einer Brücke mit diesem verbunden.

Ich habe auch einmal kurz mit dem Gedanken gespielt, bei der Heimreise – statt um den Porsangen herumzufahren – mit einem Schiff der Hurtigenlinie von Honningsvåg nach Mehamn oder nach Kjøllefjord überzusetzen. Dann wäre ich hier – von der Nr. 888 kommend – auf die Nr. 98 gestoßen.

Das Unangenehme hat manchmal den Vorteil, dass etwas Angenehmes folgt und das ist jetzt so. Nach Ifjord wurde die Nr. 98 neu ausgebaut und sie ist in einem super Zustand. Oben auf dem Ifjordfjellet mache ich um 15:36 Uhr ein Foto zum Beweis der guten Straßenqualität und vergesse dann für einen kurzen Moment die in Norwegen generell geltende Begrenzung der Geschwindigkeit auf 80 km/h. Ich lasse den Boxer boxen, bis mich dieser verdammte, extrem starke Seitenwind beinahe von der Bahn weht:
Bild 473: neu ausgebaute Nr. 98 nach Ifjord

Das Angenehme hat manchmal den Nachteil, dass etwas Unangenehmes folgt und das ist jetzt so. Für den weiteren, als vorbildlich zu bezeichnenden Ausbau der Nr. 98 hat wohl das Geld nicht gereicht und deshalb währte meine Freude nur kurz. Jetzt ist es nur ein Kies– und Lehmweg, lediglich auf den wenigen Brücken gibt es noch Asphalt. Mittlerweile ist es auf dem Ifjordfjellet schweinekalt geworden und ich gönne meinem Hintern mal eine Pause. Um etwas Schutz vor dem starken Wind zu haben, verkrieche ich mich unter diese Brücke, wobei ich die Gelegenheit nutze und mit dem kristallklaren, aber eiskalten Wasser eines Fjellbachs das Helmvisier reinige. Passieren darf mir hier oben nichts, denn außer mir verspürt wohl niemand Lust zu einer Fahrt auf der Nr. 98 und mir passt es auch nicht, dass ich seit dem letzten Tanken in Lakselv erst 145 km geschafft habe:
Bild 475
Irgendwann erreiche ich dann doch noch Vestertana.


Nordostnorwegen: Von Vestertana nach Tana
Quelle: www.maps.google.de
NORW: Von Vestertana nach Tana
Route:
Von Vestertana geht es über Smalfjord nach Tana.

Die Nr. 98 verläuft nun näher am Meer und es ist deshalb nicht mehr so kalt. Hier fahren außer mir wenigstens noch ein paar andere Fahrzeuge. Wenn die Straße auf einen Bergrücken hinaufführt, ergeben sich immer wieder bezaubernde Ausblicke auf die tief eingeschnittenen Fjorde. Leider kann ich jetzt bei der Textausarbeitung die Fotos nicht mehr genau zuordnen, weil ich mir in diesem Reiseabschnitt zu wenig Notizen gemacht habe. Nach der Uhrzeit (16:28) könnte es sich bei dem nächsten Foto um den Smalfjorden, einem südlichen Seitenfjord des Tanafjorden, handeln:
Bild 476: der Smalfjorden?
Dann bin ich in Tana am gleichnamigen Fluss und es geht südwärts nach Tana bru. Etwa 25 km vor Tana bru ist die Straße endlich wieder asphaltiert. Lediglich kurz vor Tana bru kommt wieder ein kurzes, gekiestes Stück.


Nordostnorwegen: Von Tana nach Varangerbotn
Quelle: www.maps.google.de
NORW: Von Tana nach Varangerbotn
Route:
Von Tana über Tana bru nach Varangerbotn. Jenseits, also östlich des Tanaflusses beginnt die große Halbinsel Varangerhalvøya.

In Tana bru tanke ich bei einer «SHELL» um 17:20 Uhr 10,5 Liter 98–Oktan–Benzin. Das kostet NOK 167,00. 22.215 Gesamt–km stehen auf dem Tacho. In Lakselv habe ich um 13:05 Uhr getankt. Das sind nur 213 km in vier Stunden und 15 Minuten! Ich muss also heute noch etwas fahren. Aber zuvor gibt es für mich eine Stärkung und zwar einen großen Capuccino mit Karamelcreme und eine Belgische Waffel (NOK 45,00).

Etwa 15 Minuten vor 17:00 Uhr fahre ich weiter. Ein paar hundert Meter nach der Tankstelle sehe ich schon die mir aus dem Internet gut bekannte Brücke über den Tana:
Bild 479: Brücke in Tana bru
Hier lasse ich einmal die Wegweiser sprechen. Ich fahre nach rechts in Richtung Kirkenes:
Bild 478: Wegweiser an der Brücke in Tana bru
Das Wetter hat sich wieder zum Schlechteren gewendet. Aber auch bei Sonnenschein könnte ich dem Teilstück von Tana bru nach Varangerbotn nicht viel Positives abgewinnen. Deshalb gibt es auch nichts zu schreiben und ich zeige gleich die Landkarte vom nächsten Teilstück.


Nordostnorwegen: Von Varangerbotn nach Kirkenes
Quelle: www.maps.google.de
NORW: Von Varangerbotn nch Kirkenes Route:
Von Varangerbotn geht es auf der Nr. E6 bis über Bugøyfjord (auf obiger Karte nicht eingezeichnet) nach Neiden bei Kirkenes.
Die hellgrün markierte Strecke ist das erste Teilstück der für morgen geplanten Fahrt zur russischen Grenze und dieser ein Stück entlang bis zum Grenz– und Küstenort Grense Jakobselv an der Barentsee. Dann geht es wieder zurück nach Neiden.
Die türkisfarbene Strecke führt von Neiden zur norwegisch–finnischen Grenze und in Finnland weiter im Seengebiet des Inari.

Bild 481: Schild E75 und E6




Um 17:56 Uhr bin ich kurz vor Varangerbotn an der Gabelung der Nr. E75, die in Richtung Osten entlang des Varangerfjorden verläuft, und der E6, die südöstlich nach Kirkenes führt.

Vor dem tristen Varangerbotn biege ich rechts In Richtung Kirkenes ab. Der im Bildhintergrund zu sehende wolkenverhangene Varangerfjorden kann mit den im Lauf des heutigen Tages gesehenen bezaubernden Fjordlandschaften nicht mithalten:
Bild 482: Varangerfjorden in Wolken
Etwa 10 Minuten nach 18:00 Uhr raste ich in der Nähe der Ansiedlung Sirddagohppi an der E6 und mache ein Foto mit Blick auf den Varangerfjorden. Im linken Bildteil und oberhalb des im Vordergrund zu sehenden Buschwerks hebt sich die mir namentlich nicht bekannte Halbinsel am westlichsten Ende dieses Fjords etwas von den Bergen im Hintergrund auf der großen Halbinsel Varangerhalvøya ab. Meine Stimmung ist ungefähr so wie das Wetter. Nun brauche ich bald einen Platz für die Nächtigung:
Bild 485: Halbinsel am westlichsten Ende des Varangerfjorden
Parkplatzsorgen braucht man hier oben im Norden bei Varangerbotn nicht zu haben. Bei dieser Rast mache ich das vorherige, das folgende und das übernächste Bild...
Bild 486: Parkplatz an der E6 nach Varangerbotn
... und fahre dann in diese Richtung weiter:
Bild 488: Weiterfahrt nach Rast kurz nach Varangerbotn
Jetzt, 5 Minuten vor 19:00 Uhr, scheint die flache Landschaft zur rechten Straßenseite ins Unendliche zu gehen. Nicht weit hinter dem Horizont müsste die Grenze zwischen Norwegen und Finnland verlaufen:
Bild 489: hinter dem Horizont vermute ich die Grenze zwischen Norwegen und Finnland
Ankunft im «Neiden Hotell» bei Kirkenes
Bei einem Kilometerstand von 22.315 erreiche ich kurz nach 19:00 Uhr das «Neiden Hotell», also bin ich heute von Honningsvåg bis hierher 481 km und ab Tana bru runde 100 km unterwegs gewesen. Ich betrete das Hotel und der stark beleibte Wirt, der gerade in der Küche beschäftigt ist oder nur so tut als ob, läßt mich beinahe 10 Minuten an der Rezeption stehen. Es ist noch ein Zimmer frei, aber der Koch, in Personalunion auch Rezeptionist und Zimmerbursche, muss zuerst nachsehen, ob das Zimmer schon gereinigt ist. Nach noch einmal 15 Minuten Wartezeit kommt er, arg mit Atemluft ringend, zurück. Er hat wohl soeben versucht, das Bett zu beziehen und so finde ich es dann auch vor. Ich bezahle in bar NOK 650,00, wobei das Frühstück im Preis inbegriffen ist. Auf das Abendessen verzichte ich gern, denn beim Blick in die unaufgeräumte Küche und die mit benützten Tellern und gebrauchtem Essbesteck bedeckten Tische im Speiseraum vergeht mir der Apetit. Im Zimmer habe ich aber genügend Platz, um meine nicht wenigen Sachen auszubreiten. Zu allererst werden die Akkus geladen, dann werden wieder einmal die in meiner Kamera gespeicherten Bilder auf einer externen Festplatte gesichert und die Reisebuchführung wird auf meinem Netbook nachgeholt.

Anschließend genieße ich eine heisse Dusche, wasche die getragene Wäsche, reinige das Helmvisier und bereite mich dann auf die für morgen geplante Fahrt zur russischen Grenze und ein Stück dieser entlang bis zum Grenz– und Küstenort Grense Jakobselv an der Barentsee vor.

Alles in allem ist das «Neiden Hotell» schon in Ordnung, wenn man nicht gerade mehr als drei Sterne erwartet. Etwas mehr über das Hotel steht im nächsten Berichtsteil. Auf der im rechten Bildteil zu sehenden, den Berg hinauf und nach Kirkenes führenden Str. Nr. 887 fahre ich morgen weiter bis Grense Jakobselv. Dann muss ich wieder bis hierher zurück und es geht auf der Nr. 893 nach Finnland:
Bild 492 Hotell Neiden von vorne seitlich


Gesamtroute vom Nordkap bis Turku mit der heutigen Tagesetappe (rot) von Honningsvåg bis Neiden
Quelle: www.maps.google.de
SKAN: Tagesetappe Honningsvåg bis Neiden
Gesamtroute vom Nordkap bis Turku (2.166 km – laut Google Maps Routenplaner):
Nordkap (A); Grense Jakobselv (B); Ivalo (C); Kemijärvi (D); Vaala (E); Einmündung der Str. Nr. 879 in die Nr. 28 südlich des Oulujärvi (F); Viitasaari (G); Ähtäri (H); Vammala (I); Turku (J)

Im nächsten Berichtsteil geht es weiter.



 

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