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USA-Reise im März/April 2016

Berichtsteil 1

Von Fernweh geplagt...

...war ich zwar schon immer, aber, dass es gleich über den großen Teich gehen sollte, war mir und wesentlichen Bestandteilen meiner Familie gegen Ende des Jahres 2015 eigentlich noch nicht so richtig bewusst. Unablässig und mit stetig bekräftigerenden, mit mal mehr und mit mal weniger gewichtigen Argumenten versucht Thomas, unser Zweitgeborener, meine Ehefrau und mich von dem sich abzeichnenden Wertverfall des Euro zu überzeugen, dem man nur durch rechtzeitige Ausgabe der ohnehin spärlich vorhandenen Geldmittel entgehen könne. Mit anderen Worten: Ob nun das Geld in Anbetracht der oft verschwenderischen Staatsausgaben ohnehin bald nicht mehr unser eigen ist oder es zuvor in eine teure Flugreise investiert wird, wäre doch einerlei. Der Vorteil letzterer Variante sei den Worten unseres Sohnes zufolge ein immerhin und hoffentlich nach dem Ende der Reise erreichtes höheres Bildungsniveau. Also haben meine Frau und ich die letzten Kröten zusammengekratzt und uns zu einer dreiwöchigen USA-Reise überreden lassen. Mit dabei natürlich unser Sohn Thomas und seine Freundin Carola, die schon aus beruflichen Gründen mit der Fliegerei besonders verbunden ist und diese Verbundenheit natürlich auch zum Ausdruck bringen muss.

Sonntag, 20. März 2016

Rechtzeitig treffen wir uns am Flughafen München am Terminal 2, da zwei von vier Reisenden den Vorzug genießen, mit der S-Bahn zum Flughafen fahren zu dürfen. Einfacher Grund: Vier Erwachsene passen mit den großen Reisekoffern nicht in Thomas' Pkw. Selbstverständlich chauffiert uns Thomas vorher von unserer Wohnung zur etwa 15 Gehminuten entfernten Haltestelle der S-Bahn. Die Wartezeit am Flughafen MUC überbrücken wir beim dortigen Dallmayr mit zwei doppelten Espressos und zwei Capuccinos und blättern dafür EUR 22,00 hin. Das ist der für den gehobenen Genuss zu entrichtende, übliche und wohl nach Minuten berechnete Preis, da wir schon auf die Entgegennahme der Bestellung über fünf Minuten an der Theke und danach noch einige Minuten auf die Zubereitung der Kaffees warten. Doch alles hat ein Ende, auch die Zeit des Wartens und es folgen noch ein paar Durchsagen, ob jemand bereit wäre, vom LH-Flug 410 wegen einer Überbuchung gegen Erstattung einer angemessenen Entschädigung zurückzutreten. Es findet sich dann eine junge Dame, welche offenbar bei dem Flug in die USA nichts gegen einen Umstieg in Frankfurt am Main einzuwenden hat und die ihre Reisekasse mit der von der Fluglinie geleisteten Entschädigung ein wenig aufbessern möchte.

Die Zeitverschiebung von München zu New York

Der planmäßige Start um 12:15 kann - wohl als Folge dieser Überbuchung - nicht ganz eingehalten werden, doch der Pilot versichert den Passagieren, dass die Landung nach 9 Std. 35 Min. Flugzeit am John F. Kennedy Flughafen in New York pünktlich um 21:50 Uhr (zu der in München geltenden Zeit) beziehungsweise zur Ortszeit in New York um 16:50 Uhr erfolgen werde. Wer jetzt mir oder der Lufthansa oder dem Piloten mangelnde Kenntnisse im Rechnen vorhält, ist im Recht und auch nicht, denn die übliche Zeitverschiebung zwischen München und New York beträgt sechs Stunden. Wenn man von 21:50 Uhr sechs Stunden abzieht, ist das Ergebnis 15:50 Uhr. Allerdings beginnt die Sommerzeit in den USA (dort als Daylight Saving Time oder kurz mit DST  bezeichnet) jedes Jahr um 2 Uhr morgens am zweiten Sonntag im März (in 2016: 13. März). Das gilt für die meisten US-Bundesstaaten und Territorien. Die Uhren werden dann um eine Stunde weitergestellt (vorgedreht). Da in Deutschland die Uhren für die Sommerzeit erst am letzten Sonntag im März (in 2016 ist das am 27. März) umgestellt (um eine Stunde weitergedreht) werden, muss bis zu diesem Zeitpunkt vom jeweiligen Zeitzonenunterschied eine Stunde abgezogen werden. Das bedeutet, bei der Ankunft in NYC am 20. März 2016 beträgt der Zeitzonenunterschied nicht 6 Stunden, sondern nur 5 Stunden, da dort ja bereits die DST  gilt. Zieht man von 21:50 Uhr fünf Stunden ab, kommt man auf 16:50 Uhr. Also können die Lufthansa und der Pilot doch irgendwie rechnen. Bei mir habe ich so manchmal meine Zweifel, aber ich habe das mit dem Zeitunterschied grundsätzlich kapiert. Schwierig wird es mit dem Zeitzonenunterschied in den USA in bestimmten Bundesstaaten mit Indianer-Reservaten (sprachlich korrekter und hoffentlich diskriminierungsfrei sollten diese Gebiete als native-reservations bezeichnet werden), denn dort gelten dann wieder Ausnahmen von den Ausnahmen. Vielleicht schreibe ich weiter hinten in den betreffenden Berichtsteilen etwas mehr zu diesem Zeitzonen-Wirrwarr.
 
Angelika im LH410
Angelika ist schon startbereit.

Endlich im Flieger

Auf dem Sitz neben mir hat eine mir nicht gänzlich unbekannte Dame bereits ihren Platz eingenommen, während andere Passagiere um 12:21 Uhr noch mit dem Verstauen ihres Handgepäcks beschäftigt sind. Plötzlich kommt Unruhe auf, denn mit etwas Verspätung hat ein Paar gerade noch den Flieger erreicht und kämpft sich laut schnaubend zu ihren Sitzplätzen. Ich glaube, russisch klingende Schimpfwörter zu vernehmen und muss sofort an meinen in dem schönen Krasnowodsk geborenen Mitsegler Eugen denken, denn der macht sich ja meistens auch erst dann auf den Weg zum Duschen, wenn wir anderen uns schon auf das Ablegemanöver vorbereiten. Das offenbar in Russland beheimatete Paar sorgt für Kurzweile unter uns Passagieren, als der Mann versucht, sein ziemlich großes Handgepäck in die bereits randvoll befüllte Ablage über unseren Sitzen zu quetschen. Seine Frau kann ihm zwar nicht tätig helfen, jedoch steht sie ihm laut schimpfend zur Seite. Der Beschimpfte ist mit körperlicher Größe nicht gerade gesegnet und will auf die Polster der Sitzreihe vor uns steigen, um besser zur Ablage hinaufreichen zu können, was sich aber der auf diesem Sitz platzierte Fluggast energisch verbittet. Mehrmals in die Höhe hüpfend versucht der leicht Übergewichtige nun, eine Lücke in die Gepäckstücke in der Ablage über uns zu reißen und jetzt schreite ich ein, denn dort ist meine Fototasche mit der nagelneuen Kamera verstaut und ich habe Angst, dass der Russe die Tasche herausreißt und alles zu Boden fällt. Der arme schwitzt wie ein alter Renngaul und das Hemd hängt ihm hinten aus der Hose. Inzwischen hat das Bordpersonal sein vergebliches Bemühen um das Verstauen seines Handgepäcks bemerkt und schreitet helfend ein. Eine groß gewachsene Stewardess zeigt dem dann verwundert Dreinblickenden die nahezu leeren Ablagefächer über der mittleren Sitzreihe und verstaut auch gleich das Handgepäck dieses russischen Paares. Schade, das lustige Theaterstück ist vorbei und wir Passagiere werden kurz darauf gebeten, die üblichen Maßnahmen beim Start eines Flugzeugs zu treffen.

Auf der folgenden Karte ist die ungefähre Flugroute von München bis New York City eingezeichnet:
Flugroute: München - New York City
ungefähre Flugroute: München - New York City

Flughafen Manching
12:46 Uhr: der Flughafen Manching

Deutschland liegt unter einer dichten Wolkendecke

Vor wenigen Minuten sind wir gestartet. Es ist jetzt 12:46 Uhr und ich denke, das da unten müsste der Flughafen Manching bei Ingolstadt sein. Beim Blick aus dem Flugzeugfenster erkenne ich weit unten die Donau. Unser Airbus nimmt einen nordwestlichen Kurs und überfliegt Frankfurt am Main. Leider liegt die Stadt - wie auch das Rheintal - unter einer dichten Wolkendecke. Schon vor dem Erreichen unserer Reiseflughöhe von etwa 10.500 Metern ist relativ viel Flugverkehr zu bemerken. An Backbord schleicht sich von hinten ein Jet an uns heran, zieht langsam an uns vorbei und ich verliere ihn bald aus den Augen. Ein entgegen kommendes Düsenflugzeug passiert uns in Sekundenschnelle und erst jetzt werden die enormen Geschwindigkeiten erkennbar. Nun geht es in dem Korridor zwischen den belgischen Städten Brügge und Antwerpen gen Westen. Hoch oben am Himmel ziehen wir an Ostende vorbei und etwa in Höhe der Straße von Dover fliegen wir auf Großbritannien zu.
 

London zeigt sich bedeckt

Über dem Ärmelkanal (englisch: English Channel ) lockert die Bewölkung auf und es sind zahlreiche Schiffe zu sehen. Doch dann, als es auf London zugeht, liegt leider wieder eine dichte Wolkendecke weit unter uns. Nach dem Überflug von London dauert es relativ lang, bis der St.-Georgs-Kanal (englisch: St George's Channel ), also die Meerenge zwischen Wales und der Republik Irland, erreicht ist und dann geht es auf die irische Stadt Limerick an der Mündung des Shannon River zu. Wie schon seit kurz vor London ist wegen der dichten Wolkendecke nichts von der Grünen Insel zu sehen, doch an Irlands Westküste lockert es für eine Weile auf und die dortigen Berge sind gut zu erkennen. Als es von Irlands Westküste auf den Atlantischen Ozean hinausgeht, schütteln uns gemäßigte Turbulenzen für kurze Zeit ein wenig durch.
Eiskristalle am Flugzeugfenster
Eiskristalle am Flugzeugfenster
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Es geht auf Grönland zu

Wir nähern uns der Südspitze Grönlands und an der Außenseite der Fenster haben sich schöne Eiskristalle gebildet. Jetzt nur nicht die Flugzeugtür öffnen, sonst wird der soeben gereichte Kaffee kalt! Ein paar Minuten nach 17:00 Uhr reißen die Wolken ein wenig auf. Bis nach New York sind es jetzt nur  noch 2.735 km und etwas mehr als vier Stunden. Unser Airbus A330-300 gleitet in einer Höhe von 35.126 ft (10.706 m) wieder ruhig dahin. An Steuerbord befände sich jetzt die Südspitze Grönlands, doch erstens sitze ich auf der falschen Seite des Fliegers und zweitens verhindern dichte Wolken ohnehin die Sicht nach unten. So will ich den Flugkapitän auch nicht bitten, zur besseren Besichtigung Grönlands extra einen Kringel   zu drehen.
17:04 Uhr: Die Wolken reissen auf.
17:04 Uhr: die Wolken reißen auf

Über der Labrador See

Gegen 18:15 Uhr gibt es über der Labrador See, also dem Meeresarm zwischen der kanadischen Halbinsel Labrador im Südwesten und Grönland im Nordosten, zeitweise einen freien Blick nach unten auf das tiefblaue Meer und ich schließe als Segler ob der zu erkennenden, mit Schaumkämmen gekrönten Wellenberge auf eine sehr hohe Windstärke dort unten, bis ich zu der Erkenntnis gelange, dass es nichts anderes als Packeisbrocken sind. So lange ich auch nach unten blicke, einen Eisbären bekomme ich leider nicht zu Gesicht, was bei einer Flughöhe von über 10 km nicht nur wegen dessen weißer Tarnfarbe  wohl auch kaum möglich wäre.

Kanada ist noch tief verschneit

Beim Erreichen der kanadischen Ostküste dreht die Maschine nach Südwesten und es geht über ein scheinbar unbesiedeltes, tief verschneites, von unzähligen noch zugefrorenen Gewässern gespicktes Land grob gesagt der kanadischen Küste entlang. Hin und wieder schütteln uns Turbulenzen durch. Beim Überflug des Sankt-Lorenz-Golfs werden dessen gewaltige Ausmaße deutlich. Dann ist die in der kanadischen Seeprovinz New Brunswick (deutsch: Neubraunschweig ) gelegene Kleinstadt Bathurst der nächste Ansteuerungspunkt. Jetzt, um 19:34 Uhr (MEZ), sind es nur noch 960 km bzw. 1 Stunde und 40 Minuten bis zur Landung in New York City.
Unsere Position über Durham / Newmarket
Unsere Position über Durham / Newmarket
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Bild links:
Auf dem Info-Monitor wird angezeigt, dass wir uns jetzt etwa in Höhe der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Maine und New Hampshire  über dem Mündungsgebiet des Piscataqua River  bei den Orten Durham / Newmarket befinden und die Entfernung zum Zielflughafen bei einer Restflugzeit von 47 Minuten noch 354 km beträgt. Von diesen Orten wären es bis Boston in Massachusetts etwa 75 US-Straßenmeilen. Langsam werden mir die riesigen Entfernungen in Kanada und den USA bewusst.
 

Im Luftraum der USA

Ein paar Minuten später ändert die Flugzeugführung offenbar wegen der nun etwas stärkeren Turbulenzen die bisherige durchschnittliche Flughöhe von 10.500 m auf 11.625 m. Auf dem an der Rückenlehne des Vordersitzes angebrachten Monitor wird nun schon die im US-Bundesstaat Maine liegende Kleinstadt Presque Isle  angezeigt. Wir überfliegen den US-Bundesstaat Maine in Richtung Süd-Süd-West, drehen kurz vor dem Erreichen der Atlantikküste ab, steuern dann Boston (Hauptstadt von Massachusetts) an und überfliegen den US-Bundesstaat Rhode Island. Nordwestlich von Long Island  gibt es dann über dem Block Island Sound  eine weitere Richtungsänderung und bald darauf geht es immer entlang an Long Island  mit ihrer typischen, von oben leicht auszumachenden, zur Atlantikseite hin vorgelagerten und extrem schmalen Dünenzunge.
Bildmitte: Die Mündungsbucht des Navesink River
Bildmitte: Navesink River
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Der John F. Kennedy International Airport ist bereits auszumachen

Schon seit einiger Zeit ist der Sinkflug eingeleitet. Beim Blick aus dem Fenster sind die Mündungsbucht des Navesink River  und die Landzunge von Sea Bright deutlich zu erkennen. Diese Bucht wird von der ½-Meile (ca. 800 m) langen Oceanic Bridge überspannt (nur auf dem größeren Bild zu sehen). Hier, etwas östlich von Middletown Township  im US-Bundesstaat New Jersey, schwenkt unser Airbus ein letztes Mal ein, damit beim Landen auf dem John F. Kennedy International Airport  in New York bei dem herrschenden starken und böigen Wind aus Nordost die Richtung stimmt.

Halbinsel Sandy Hook
Halbinsel Sandy Hook

Bild links:
Kurz darauf zieht an Backbord unter uns die unverwechselbar geformte Halbinsel Sandy Hook   mit der westlich (auf dem Bild links) dahinter liegenden und nach ihr benannten Bucht rasch am Fenster vorbei.


Jacob Riis Park und Marine Parkway Bridge
Jacob Riis Park und Marine Parkway Bridge
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Manhattans Silhouette

Bild rechts:
Beim Landeanflug ist in der Ferne im Dunst Manhattans die Silhouette seiner Wolkenkratzer zu sehen, welch ein Ausmaß diese Stadt doch hat! Jetzt erkennt man schon deutlich den Jacob Riis Park und die Marine Parkway Bridge (unter der linken Flügelspitze). Die lang gestreckte Halbinsel an unserer Backbordseite gehört zum New Yorker Bezirk Queens. Von den in den Teilbezirken Rockaway Park, der Seaside und der Arverne errichteten Gebäuden sind jetzt immer mehr Details zu erkennen.

Cross Bay Veterans Memorial Bridge
Cross Bay Veterans Memorial Bridge
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Bild links:
Zwischen Seaside und Rockaway Beach  führt die Cross Bay Veterans Memorial Bridge über den Broad Channel  hinüber zum New Yorker Bezirk Queens.

Der Pilot (oder macht das der Computer?) hat jetzt Schwerstarbeit zu leisten, er muss ein paarmal den Schub korrigieren und mit den Rudern arbeiten. Beim Aufsetzen rumpelt das Fahrwerk etwas und sofort verzögern Triebwerke und Bremsen mit einer schier unglaublichen Kraft und bringen das Flugzeug auf die übliche Rollgeschwindigkeit. Es folgt eine wahre Irrfahrt auf diesem großen Flughafen bis zu unserem Terminal. Jetzt erst stelle ich meine Armbanduhr auf Ortszeit um, also wird sie um fünf Stunden zurückgedreht.
 

Mit dem AIRTRAIN JFK  zur nächsten Subway-Station

Informationen zum AirTrain und zum JKF-Flughafen gibt es z.B. - neben vielen anderen Seiten - auf der Internetseie der von uns genutzten Luftlinie »http://travelguide.lufthansa.com/de/de/new-york-city/jfk/«, auf der Seite des JFK-Flughafens »http://www.panynj.gov/airports/jfk.html« und auf »http://lovingnewyork.de/new-york-videos/«.
Der AirTrain JFK verbindet alle Terminals des JFK-Flughafens miteinander und fährt die Subway-Haltestellen Howard Beach und Jamaica Center an. Das Lufthansa-Terminal ist Terminal 1 und dort suchen wir, nachdem wir die Einreisekontrolle hinter uns gebracht und alle unsere Koffer auf dem Gepäckband vorgefunden haben, ein Schild mit der Aufschrift »AirTrain«. Mehrere solche Schilder weisen uns den kurzen Weg zur Haltestelle und wir steigen in den dort stehenden Zug ein. Zuhause haben wir über das Internet bereits herausgefunden, dass man den AirTrain erst an der jeweiligen Endstation bezahlen muss. Unsere Endstation ist Jamaica Center, denn dort wollen wir in die auf dem Subway-Plan in blauer Farbe eingezeichnete Linie E (fährt bis zur Station World Trade Center) zusteigen. Nach dem Aussteigen gehen wir ein paar Schritte und vor der mit Drehkreuzen versehenen Absperrung sehen wir schon die Fahrkarten-Automaten. Obwohl wir uns eigentlich nicht dämlich anstellen, steht schon ein Uniformierter neben uns und ist uns beim Kauf der Tickets für den AirTrain behilflich. Um 17:50 Uhr Ortszeit bezahlen zwei von uns pro Person USD 5,00 mit Kreditkarte und die anderen beiden tun dies in bar. Wir fragen nach dem Automaten für die Subway-Tickets (MetroCard) und man erklärt uns, dass diese Karten erst direkt vor dem Bahnsteig der Linie E erhältlich sind. Also suchen wir ein Schild mit der Aufschrift »Subway E«, ziehen unsere Koffer um ein paar Ecken, fahren mit dem Lift eine Etage tiefer, biegen wieder um ein paar Ecken und finden dann den Automaten. Wie es mit dem Kauf der MetroCard weitergeht, steht im übernächsten Absatz.

New Yorks tolles Subway-Netz

Schon lange Zeit vor unserer Abreise haben wir uns zuhause zusammengesetzt und beraten, auf welche Weise wir zu unserem Hotel im Zentrum New Yorks gelangen wollen und die Entscheidung fiel auf die Subway. Unter »www.mta.info« werden alle notwendigen Informationen über das öffentliche Verkehrssystem von New York City bereitgestellt. Von dieser Seite haben wir den Subway-Plan heruntergeladen und vor allem die für uns in Betracht kommenden Linien herausgesucht. Wir haben gelernt, dass die Subway zwar 24 Stunden am Tag fährt, aber eben nicht alle Linien. Das steht auf dem Subway-Plan in Englisch unter »Key«: The subway operates 24 hours a day, but not all lines operate at all times. Man sollte sich auch die Zeichen für den local service only  und den local and express service  einprägen. Die im Subway-Plan in weißer Farbe mit schwarzem Rand eingezeichneten Haltestellen-Symbole bedeuten, dass hier alle Züge stoppen, also die local trains und die express trains, während die express trains  bei Haltestellen, die im Subway-Plan in schwarzer Farbe mit weißem Rand eingezeichnet sind, hier durchrauschen. Von Vorteil ist es auch, wenn man bereits vor dem Zustieg zur Subway weiß, ob man Richtung Down Town (nach Süden) oder Richtung Up Town (nach Norden) fahren möchte, denn an manchen Stationen muss man für eine Fahrt in der gewünschten Fahrtrichtung auf den auf der anderen Straßenseite befindlichen Subway-Zugang wechseln.

Die New Yorker MetroCard

Da es die nur für einen Kalendertag gültige Karte für eine unbegrenzte Zahl von Fahrten offenbar nicht mehr gibt, haben wir uns für den Kauf einer Wochenkarte entschieden, obwohl wir nur 2½ Tage in New York City bleiben werden. Es ist einfach bequemer, wenn man hin- und zurückfahren und umsteigen kann, wie oft und in welche Richtung man will, ohne sich vorher vom Fahrer etwa ein Transit-Ticket ausstellen lassen zu müssen (z.B. für das Umsteigen von einem Bus in den anderen). Es würde zu weit führen, wenn ich hier das New Yorker Fahrkarten-System erläutern würde. Vielleicht habe ich die von mir eingeholten Informationen auch nicht richtig verstanden und würde hier nur Falsches verbreiten. Im Internet gibt es ein zwar veraltetes, aber gutes Video, in welchem der Kauf einer MetroCard leicht verständlich erklärt wird, allerdings erfolgt dies in englischer Sprache. Hier die Seite: »http://lovingnewyork.de/tipps-und-tricks/metrocard-new-york-kaufen/«. Dieses Video haben wir uns zuhause ein paarmal angesehen und das hat uns sehr geholfen. Man wird nach dem ZIP-Code gefragt und hier gibt man die Postleitzahl seines Hotels in New York oder einfach fünf Nullen ein. Die 7-Day Unlimited MetroCard  kostet pro Person USD‎ 31,00 und zusätzlich USD‎ 1,00 für die Ausstellung der MetroCard (new card fee). Ein paar Minuten nach 18:00 Uhr sitzen wir schon in der Subway E und es geht in das von hier gut 20 km entfernte Zentrum Manhattans.
 
Grand Central: Blick auf den East Balcony
Grand Central: Blick auf den East Balcony
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Grand Central Terminal

An der Express-Service-Station »Lexington Av/53 St« steigen wir aus und ziehen unsere Koffer zur Local-Service-Station 51 St. Hier hält nur die im Subway-Plan mit grüner Farbe eingezeichnete Linie 6, mit welcher wir eine Station weiter in Richtung Down Town fahren und an der Express-Service-Station »Grand Central« aussteigen. Der Anblick der gewaltigen Halle des Grand Central  (umgangssprachlich auch »Grand Central Station« genannt), die wir jetzt durchschreiten, ist einfach überwältigend.

Grand Central: Zugang zur Haupthalle
Grand Central: Zugang zur Haupthalle
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Bild links:
Das ursprünglich als Depot vorgesehene Gebäude wurde erbaut von der dem Eisenbahnmagnaten Cornelius Vanderbilt (1794-1877) gehörenden Gesellschaft; die Einweihung erfolgte zunächst als Grand Central Depot  im Jahr 1871 und die Fertigstellung im heutige Beaux-Art-Stil im Jahr 1913. Früher starteten hier die Fernzüge nach Chicago und Kanada. Der Treppenaufgang in der Haupthalle ist dem Aufgang der Pariser Oper nachempfunden.

Grand Central: Blick auf die Sternzeichenbilder am Plafond
Grand Central: Blick auf einen Teil der Sternzeichenbilder am Plafond
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Bild rechts:
Unbedingte Beachtung verdienen die auf dem Plafond des Grand Central Terminal seitenverkehrt verewigten Sternzeichenbilder, was auch immer den Maler zu der Verdrehung veranlasst hat. Obwohl wir hundemüde sind, gehen wir noch in die eine oder andere Ecke dieser ehrwürdigen Bahnhofshalle, welche wir dann am Ausgang zur E 42nd Street verlassen. Zu unserem Hotel an der Ecke Madison Avenue / East 38th Street sind es jetzt nur noch ein paar Gehminuten.

Jolly Madison Hotel

Bild links:
Jolly Madison Hotel (das Foto wurde erst am Morgen des nächsten Tages gemacht)


Nichts geht mehr

Der Tag war lang und anstrengend und deshalb hat heute keiner von uns noch die Energie und Lust, New Yorks Bürgersteige unter die Sohlen zu nehmen. Gleich um die Ecke ist ein kleiner Lebensmittelladen. Bei diesem unverschämt teuren Asiaten werden schnell noch ein paar mehr oder weniger leckere Häppchen und Getränke gekauft und auf den Hotelzimmern verzehrt bzw. getrunken.
Am Tag der Ankunft: Empire State Building bei Nacht
Am Tag der Ankunft in New York: Empire State Building  bei Nacht
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Das Empire State Building  muss doch noch sein!

Selbst, wenn wir alle beinahe schon vor Müdigkeit tot umfallen, zu dem nur ein paar Straßen von unserem Hotel entfernten Empire State Building  wollen wir doch noch gehen. Es lohnt sich: Schön beleuchtet ragt dieser weltbekannte Bau eindrucksvoll in New Yorks Nachthimmel empor. Dieser Wolkenkratzer (Englisch: skyscraper, also Himmelskratzer   steht selbstverständlich noch auf unserem Besichtigungsplan für die beiden nächsten Tage.
 

Der unregulierbare Wasserstrahl und die fehlende Klobürste

Dann schlendern wir zurück zu unserem Hotel, genießen dort unter den Duschen das weiche New Yorker Wasser und die ebensolchen Matratzen. Mir fällt auf, dass die Stärke des Wasserstrahls nicht zu regulieren ist. Zum Duschen muss man den Wasserhahn für den Wannenzufluss auf »an« stellen und dann auf den Brauseschlauch umschalten. Nun läuft das Wasser sozusagen aus vollem Rohr und Wassersparen ist unmöglich. Und noch eins: es gibt keine Klobürste! Das wird bei unserer USA-Reise in allen Hotels so sein. Entweder betrachten die Hoteliers in den USA das Reinigen der Kloschüssel als ureigene Aufgabe des Zimmerpersonals oder es besteht ein gestörtes Verhältnis zum normalen menschlichen Alltagsablauf. In den in dieser Hinsicht sehr puritanischen USA ist es sogar verpöhnt, das Wort »Toilette« auszusprechen, hierfür gibt es zahlreiche Umschreibungen. So, als ob nicht jeder sofort wüsste, was man zu tun gedenkt, wenn man nach dem »Ladies room«, »Mens room«, »rest room«, »bathroom«, »washroom« oder welche Bezeichnung auch immer man dafür verwendet, fragt. Dann bemerke ich noch, dass die Fenster nicht dicht zu schließen sind und schalte die Klimaanlage ab, damit ich keinen unnützen Beitrag zur globalen Klimanerwärmung leiste. Im Bett liegend, durch die undichten Fenster den ständigen Verkehrslärm in den Ohren vernehmend und Ruhe herbeisehnend wird mir die Wahrheit des folgenden Spruchs bewusst, der etwa so lautet: »Eine Stadt, die niemals schläft!«

Im nächsten Berichtsteil geht's weiter.