Zum Seitenende springen

USA-Reise im März/April 2016

Berichtsteil 9


Sonntag, 27. März 2016


Heutiges Tagesziel: Walsenburg, COLORADO (CO)


06:24 Uhr: Blick vom Hotelzimmer auf den Parkplatz
Days Inn Boonville:  Blick aus dem Fenster
Bild groß (657 KB): Hier klicken

Bild links:
06:24 Uhr: Gestern schien den ganzen Tag die Sonne. Heute blicke ich aus dem Fenster, sehe nur einen wolkenverhangenen, grauen Himmel. Etwas später lese ich am Thermometer vor dem Hoteleingang 41° Fahrenheit ab, das sind 5° Celsius. Aber immerhin ist es wärmer als gestern Morgen in Grayson (KY).  Auf der Wiese gegenüber der TACO BELL-Tankstelle bemerke ich das grüne Schild mit der Aufschrift »⇑ Columbia 23« und »Kansas City 102 ⇒«. Aber auch ohne dieses Schild ist klar, dass es nach rechts, also wieder nach Westen geht. In diesem Zusammenhang erwähne ich die heutige Vorhersage des Wetterberichts für den Bereich von Kansas City, wonach es dort starken Schneefall geben soll. Unser Miet-Pkw ist nicht mit Winterreifen ausgestattet!

06:29 Uhr: der Frühstücks-Nebenraum des »Days Inn Boonville«
Days Inn Boonville:  der Frühstücks-Nebenraum
Bild groß (606 KB): Hier klicken

Bild links:

Jeden Tag eine gute Tat

Das ist der kleine Frühstücksraum des Hotels Days Inn Boonville,  das heißt, es ist nur der Nebenraum, in dem Kaffee, Tee und andere Getränke bereitstehen. Nicht, dass dieser Raum besonders schön wäre und ich ihn deshalb fotografiert hätte, nein, so sieht halt ein typischer Frühstücksraums eines Hotels dieser Klasse aus. Nachdem das Brotangebot mehr schlecht als recht ist, will ich mich heute einmal an Waffeln guttun. Den Teig hierfür schöpft man mit einer Kelle in das Waffeleisen, was sich leicht anhört, aber nicht so einfach ist. Vermutlich stelle ich mich etwas dämlich an, denn plötzlich steht ein Junge von etwa 11 bis 12 Jahren neben mir, nimmt die Kelle, schöpft den Teig auf das Eisen, schaltet dieses ein, wartet, bis die Waffel genug gebacken ist, dreht das Waffeleisen um 180° und öffnet den Verschluss des Eisens, sodass die Waffel auf einen von dem jungen Mann untergelegten Teller fällt. Ich krame mein bestes Englisch heraus und sage zu ihm: Thank You very much,  worauf ein Lächeln über sein Gesicht huscht. Er ist bestimmt Pfadfinder, denke ich, denn deren Parole lautet ja: »Jeden Tag eine gute Tat«. Als der Junge an seinen Tisch zurückkehrt, klopft ihm sein Vater anerkennend auf die Schulter und ich höre ihn so in etwa sagen: You've done well.  Mr. Trump (ich schreibe diese Zeilen am 8. November 2016 und gestern waren in den USA die Wahlen zur Präsidentschaft, deren Ausgang noch unbestimmt ist), diese Jugend ist die Zukunft Ihres Landes, verscherzen Sie es sich nicht mit ihr!
 
06:26 Uhr: Hotel »Days Inn Boonville« von Süden fotografiert
von Süden fotografiert: Days Inn Boonville

Bild links:
Kurz vor der Weiterreise mache ich noch einmal ein Foto vom Days Inn Boonville  mit der Ansicht von Süden. Das Frühstücksangebot war zwar bescheiden und man darf in solchen, relativ preiswerten Hotels (wir bezahlen für ein mit zwei Personen belegtes Doppelzimmer knapp US$ 145,00 pro Nacht) keine Frühstücksorgien erwarten, aber das Hotel hat meine Frau und mich sehr zufriedengestellt. Es war das bisher größte und sauberste Zimmer während unserer USA-Reise. Waschbecken und Wanne waren blitzsauber und das Wasser floss ohne Rückstau ab. Der Duschkopf war gut einstellbar und verteilte das Wasser gleichmäßig. Von der nahe gelegenen Interstate 70 war trotz des während der Nacht leicht geöffneten Fensters nichts zu hören. Ich gehe schnell noch einmal an die Rezeption, nutze das WLAN und erstatte meinem Sohn Andreas Bericht, dann nehme ich auf dem Rücksitz unseres Autos Platz und es geht gegen 06:40 Uhr weiter.

Wechsel der Zeitzone und Sommerzeit in Deutschland übersehen

Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir ein, dass ich einen Wechsel der Zeitzone übersehen habe. Bei der Überquerung des Wabash River  (siehe Berichtsteil 8) wechselten wir vom US-Bundesstaat INDIANA (IN) in den US-Bundesstaat ILLINOIS (IL). In IL gilt nicht mehr die Zeitzone Eastern Standard Time - EST  (= MEZ minus 6 Stunden), sondern die Central Standard Time - CST  (= MEZ minus 7 Stunden). Ich werde ab jetzt versuchen, die Wechsel der Zeitzonen im Auge zu behalten. Der Wechsel in die nächste Zeitzone Mountain Standard Time - MST  (= MEZ minus 8 Stunden) steht aber erst ab der geographischen Länge im Gebiet von Syracuse (KS)  an. In den zurückliegenden Abschnitten dieses Reiseberichts belasse ich es vorläufig bei den falschen Zeitangaben. Auch die heute Nacht vorgenommene Umstellung in Deutschland auf die Sommerzeit habe ich leider übersehen und versuche mich jetzt nachträglich (am 8. Dezember 2016) an der Berichtigung.

06:55 Uhr: starker Regen auf der I-70 W bei »Emma (MO)«
starker Regen auf der I-70 W bei Emma (MO)
Bild groß (584 KB): Hier klicken
Bild rechts:
Obwohl wir schon gegen 06:40 Uhr in Boonville (MO)  abgefahren und jetzt seit mehr als einer Stunde unterwegs sind, zeigt die Uhr unseres CHRYSLER Town & Country  erst 06:55 Uhr an. Wie erklärt sich das? Mein absichtlich auf die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) eingestellter Fotoapparat zeigt als Uhrzeit für dieses Bild »14:55« an, obwohl es zuhause tatsächlich schon 15:55 Uhr Ortszeit ist, weil heute Nacht um 02:00 Uhr in weiten Teilen Europas eine Umstellung auf die Sommerzeit erfolgte. In den USA gilt seit unserer Einreise bereits die Sommerzeit. Die Formel für die Zeitverschiebung lautet hier in der Zeitzone CST:  MEZ minus 7 Stunden. Deshalb ist es - ausgehend von der bei den Bildeigenschaften gespeicherten Zeit - an dieser Fotostelle jetzt 07:55 Uhr Ortszeit. Rein mathematisch gesehen waren wir also mit der korrekten Geschwindigkeit unterwegs, denn wir haben die gut 41 Meilen von Boonville (MO)  bis hierher nach Emma (MO)  in 1 Stunde und 15 Minuten bewältigt. Die Zeitberechnung stimmt ebenso wie die Wettervorhersage, denn es wird immer ungemütlicher.

Schneesturm in Kansas City

Etwa 45 Minuten später, gegen 08:40 Uhr, befinden wir uns bei leichtem Schneefall an der Osteinfahrt von Kansas City (KS),  doch schon fünf Minuten später beginnt es so stark zu schneien, dass ich Thomas nicht darum beneide, am Steuer zu sitzen. Wegen dieses vorhergesagten, extrem schlechten Wetters sehen wir kaum etwas von Kansas City.  Wir kommen wieder einmal - und zum letzten Mal - in die Nähe des Missouri River,  der hier von Norden kommend auf diese Stadt zufließt. Kurz bevor wir im Westteil der Stadt den Kansas River  überqueren, passieren wir die Grenze zwischen den US-Bundesstaaten MISSOURI (MO) und KANSAS (KS). Auf der I-70 W, die nun den Namen Kansas Turnpike  trägt und etwa ab der Länge von Bonner-Loring / Bonner Springs  mautpflichtig (Toll Road)  wird, geht es weiter westwärts. 7 Meilen nach Beginn der Toll Road  ziehen wir um 09:16 Uhr von einem Automaten bei der Turnpike Toll Plaza  ein Ticket. Nördlich von Lawrence (KS) kommen wir wieder über den Kansas River.  33,4 Meilen nach der ersten Mautstelle müssen wir - kurz vor Topeka (KS)  - wieder an einer Turnpike Toll Plaza  stoppen und bezahlen die Maut in bar, da unsere elektronische Vignette offenbar hier nicht gilt. Thomas öffnet das Fenster an der Fahrerseite schon weit vor der Mautstelle, damit wir im Auto mit frischer Luft versorgt werden und denkt wohl nicht an die Kälte draußen, was zur Folge hat, dass seine Finger starr werden. Die Maut kostet US$ 2,75. Beim Herausgeben des Wechselgeldes kann Thomas die Münzen wegen seiner klamm gewordenen Finger nicht greifen und die coins  (Münzen) fallen zu Boden. Da Thomas die Fahrertür nicht öffnen und wegen des dicht hinter unserem Pkw wartenden Autos auch nicht zurückstoßen kann, geht die nette Dame aus dem Kassenhäuschen und hebt die paar Groschen Kleingeld von der Straße auf. Das nenne ich mal eine nette Geste oder die Lady erkennt die Armut der Insassen auf den ersten Blick und hat Mitleid.
 
09:38 Uhr: auf der I-70 W zwischen »Lawrence (KS)« und »Topeka (KS)«
I-70 W: zwischen Lawrence  und Topeka


Bild links:
Um 09:38 Uhr befinden wir uns auf der I-70 W etwa 3 Meilen vor Topeka. Mittlerweile hat der Schneefall zwar aufgehört, doch gelüstet es uns beim Blick aus dem Fenster nicht nach einer Rast.

10:05 Uhr: auf der I-70 W kurz vor der Ausfahrt »343 - (Tod) Ranch Road«
I-70 W: vor EXIT 343 - Ranch Rd


Bild rechts:
Jetzt beginnt die Landschaft so auszusehen, wie ich mir den »Wilden Westen« immer vorgestellt habe. Wir befinden uns um 10:05 Uhr auf der I-70 W südöstlich von Maple Hill  kurz vor der Ausfahrt 343 (Tod) Ranch Rd  und haben bereits etwa ein Fünftel der Strecke von Topeka (KS)  bis zum nächsten größeren Ort Junction City (KS)  geschafft.

10:33 Uhr: Landschaft ca. 15 Meilen vor »Junction City (KS)«
Landschaft 15 Meilen vor Junction City (KS)
Bild groß (428 KB): Hier klicken

Bild links:
Das Bild zeigt eine für diese Gegend typische hügelige Landschaft nördlich der I-70 W und südlich des Kansas River,  etwa 15 Meilen vor Junction City (KS). Hier verlief auch eine Haupt-Durchzugsroute der nach Westen ziehenden Siedler und ich stelle mir vor, welche Mühen es gekostet hat, mit den Planwagen die Hügel hinaufzufahren und erst recht bei einer Dürre. Wir fahren jetzt Ende März durch diesen ausgetrockneten Landstrich und ich gehe davon aus, dass im Winter Regen fällt. Wie mag es hier erst im Sommer aussehen und unter welchen Entbehrungen hatten die Siedler zu leiden?

Hilfe, der Tank ist leer

Auch wir leiden unter Entbehrungen, das heißt, nicht wir selbst, sondern unser Auto, dessen Tank wir schon bis an die Gefahrengrenze geleert glauben. Endlich kommt - nachdem Thomas aus welchen Gründen auch immer vorher keine Tankstelle anfahren wollte - eine fuel station  in Sicht und schon stehen wir dort. Nachdem der Tank schon ziemlich leer ist, schätzen wir unseren Verbrauch mit US$ 35,00 auf etwas mehr als sonst ein und lassen die Zapfsäule für diesen Betrag freischalten. Des Tankwarts Glück und unser Pech: der Automat schaltet sich bei 16,0 US gl ab und das ist nur ein Gegenwert von US$ 32,00. Das Geld bekommt man ja nicht zurück, das Tanken in den USA ist halt ein Glücksspiel. Bei einem Meilenstand von 1.661 halte ich dieses Missgeschick in meinem Notizblock fest. Leider vergesse ich aus Ärger über die verlorenen US$ 3,00, den Namen des Orts, an dem wir getankt haben und die Uhrzeit zu notieren. Es war aber an der I-70 W und müsste in Salina (KS)  gewesen sein.

11:50 Uhr: auf der I-70 W kurz vor der Ausfahrt 238 »Brookville / Tescott«
I-70 W: vor EXIT 238 - Brookville / Tescott


Bild rechts:
Gleich passieren wir die Ausfahrt 238 Brookville / Tescott.  Es ist jetzt 11:50 Uhr und wir müssen aufpassen, dass wir am 11 Meilen entfernten EXIT 225 - Ellsworth / Great Bend  von der I-70 W abfahren.



11:58 Uhr: auf der KS-156 in Richtung »Ellsworth (KS)«
auf der KS-156 in Richtung Ellsworth (KS)


Bild links:
Natürlich passen wir auf und übersehen nicht, dass wir von der I-70 W, welche über Denver (CO)  weiter nach Westen bis zum Fishlake National Forest  im US-Bundesstaat UTAH führt und dort an der I-15 endet, abfahren müssen. Jetzt (um 11:58 Uhr) befinden wir uns schon auf der KS-156 und fahren in Richtung des 11½ Meilen entfernten Ellsworth (KS).  Unsere Reise führt nun in eine südwestliche Richtung und wir hoffen, dass es von Stunde zu Stunde wärmer wird.
 
11:59 Uhr: weidendes Vieh neben der KS-156 vor »Ellsworth (KS)«
weidendes Vieh vor Ellsworth (KS)
Bild groß (671 KB): Hier klicken


Bild rechts:
Beim Vorbeifahren an den trockenen Wiesen neben der KS-156 fragen wir uns, was es für das hier weidende Vieh eigentlich zu Fressen gibt. Da sich bei uns schon wieder Hunger und Durst bemerkbar machen, suchen wir nach einem passenden Restaurant und erhoffen uns selbiges im nächsten Ort Holyrood,  aber das wird nichts.

12:18 Uhr: starker Verkehr auf der KS-156
die KS-156 mit starkem Verkehr



Bild links:
Man könnte seekrank werden bei diesem stetigen Auf und Ab der KS-156. Den auf diesem Bild zu sehenden Verkehr kann man als stark bezeichnen, sonst ist es auf dieser Straße eher ruhiger.

12:53 Uhr: die KS-156 (10th St) in »Great Bend (KS)«
die KS-156 (10th St) in Great Bend
Bild groß (578 KB): Hier klicken


Bild rechts:
Auf der von Ost nach West quer durch Great Bend  verlaufenden KS-156 (10th Street) ist die Hölle los (natürlich habe ich das Bild durch extrem starkes Zoom verfälscht) und das tut nach der Fahrt durch einsamstes Land richtig gut. Zuerst haben wir ewig gar kein Restaurant gesehen und jetzt haben wir die Qual der Wahl.

12:56 Uhr: das Restaurant »Applebee's« in »Great Bend (KS)«
Restaurant Applebee's  in Great Bend
Bild groß (736 KB): Hier klicken


Bild links:
Unsere Wahl fällt - schon wegen des vorhandenen großen Parkplatzes - auf das Restaurant Applebee's Neighborhood Grill & Bar  in Great Bend. Beinahe genau um 13:00 Uhr gehen wir hinein, sehen schon das Schild Wait to be seated  und warten brav, bis man uns anspricht. Das Lokal ist ziemlich voll, doch der Manager schaut etwas wichtigtuerisch im Computer nach und geleitet uns an einen freien Tisch. Für Angelika und mich bestelle ich 2 x Pepsi (selbstverständlich kommt es wieder eisgekühlt und zusätzlich mit gecrashtem Eis, lecker!) und 2 x Chix Basket  (panierte und fritierte Hühnerteile im Papierkorb serviert) mit fries  (Pommes frites) und einer Honig-Senf-Sauce. Es schmeckt wirklich gut, nicht nur, weil wir großen Hunger haben. Thomas und Carola sind ebenso zufrieden.

Die Great Bend'sche Besteckknappheit

Eine kleine Geschichte dazu gibt es auch zu erzählen: Für mich war kein Besteck mehr auf dem Tisch und ich musste die Bedienung darauf aufmerksam machen. Sie hat es wohl vergessen, denn es wurde nicht gebracht und mein Essen drohte kalt zu werden. Ich will beim Manager um Messer und Gabel bitten, aber ein am Nebentisch sitzender Einheimischer mit einer Art Cowboy-Hut auf dem Kopf (ich sehe im Lokal einige Männer, die ihren Hut beim Essen nicht abnehmen und fühle mich sofort wie in Texas) bemerkt die Misere und bittet eine andere Bedienung, mir doch Messer und Gabel zu bringen. Zu mir gewandt ruft er mit einem Lächeln auf den Lippen herüber (ins Deutsche übersetzt: »Der Spüler kommt seiner Arbeit nicht nach«). Für unsere zwei Mahlzeiten mit den Getränken bezahlen wir einschließlich des TIP  US$ 29,00. Das ist für das gute Essen und die großen Portionen angemessen, abgesehen von dem nachzusehenden Missgeschick mit dem Besteck.

14:06 Uhr: Getreidesilos in »Pawnee Rock« an der KS-156
KS-156: Getreidesilos in Pawnee Rock

Bild rechts:
So gemütlich wir im Applebee's Neighborhood Grill & Bar  in Great Bend  auch sitzen, die Zeit drängt, denn heute liegt noch ein langer Weg vor uns. Bei unserer Weiterreise auf der KS-156 sehen wir schon von weitem die hohen Getreidesilos am nordöstlichen Ortseingang von Pawnee Rock  (14:06 Uhr). Gute Ernten können in dieser Gegend wohl nur mit künstlicher Bewässerung eingefahren werden. Das kann man leicht erkennen, wenn man z.B. mit »Google Earth« die Landschaft von oben betrachtet und die weit verbreiteten kreisrunden, künstlich bewässerten grünen Flächen sieht.
 
14:16 Uhr: auf der KS-156 in »Larned (KS)
auf der KS-156 in Larned (KS)
Bild groß (599 KB): Hier klicken

Bild links:
Von Great Bend (KS)  bis Larned (KS)  ist die KS-156 zugleich mit US-56 nummeriert. Am nordöstlichen Ortsrand von Larned (KS)  gabeln sich die Straßen: die US-56 führt in südwestlicher Richtung über Kinsley (KS)  nach Dodge City (KS)  und die KS-156 verläuft nach Westen in Richtung Garden City (KS).  Wir folgen dem Navi und erst ziemlich spät bemerke ich, dass wir an meinem Wunschziel, der alten Westernstadt Dodge City (KS) vorbeifahren. Zwar könnten wir von Jetmore (KS)  auf der US-283 nach Dodge City gelangen, aber das wäre nun ein zu großer Umweg, für den bei der fortgeschrittenen Tageszeit (14:16 Uhr) kein Raum mehr bleibt. Es geht also auf der guten alten KS-156 weiter westwärts.

14:30 Uhr: Flimmern auf der KS-156 vor »Rozel (KS)
Flimmern über der KS-156 vor Rozel (KS)
Bild groß (467 KB): Hier klicken


Bild rechts:
Westlich von Larned (KS)  wird das Land links und rechts der KS-156 total flach, es gibt keine großen Hügel, nur unbedeutende Bodenerhebungen und -senkungen. Es ist warm geworden und die Sonne bringt die Luft über der Straße zum Flimmern (bei Rozel, KS  um 15:30 Uhr).

14:31 Uhr: Silos neben der KS-156 in »Rozel (KS)
Silos neben der KS-156 in Rozel (KS)
Bild groß (565 KB): Hier klicken



Bild links:
Die Silos von Rozel (KS)  bringen ein wenig Abwechlsung in die ansonsten sehr eintönige Landschaft. Die kleine Ansiedlung befindet sich 16½ Meilen westlich von Larned (KS)  und liegt nördlich der KS-156 (14:31 Uhr).

14:56 Uhr: an der KS-156 vor Jetmore (KS): »Haus von Rocky Docky«
neben der KS-156: Haus von Rocky Docky
Bild groß (808 KB): Hier klicken


Bild rechts:
26½ Meilen nach Rozel (KS)  und 1,8 Meilen vor Jetmore (KS)  mache ich um 14:56 Uhr ein Foto von diesem Haus von Rocky Docky  und erinnere mich dabei an die im Jahr 1963 von Bruce Low gesungene Melodie Das alte Haus von Rocky Docky  (natürlich wurde dieses Lied auch von anderen Künstlern interpretiert). Wer gern den Wilden Westen um sich hat und das Haus kaufen möchte, sollte mit den Eigentümern Kontakt aufnehmen. Es steht vielleicht zum Verkauf und hat mit der KS-156 eine gute Straßenanbindung. Elektrizität gibt es vielleicht auch, jedenfalls sehe ich auf dem Bild einen Strommasten. Nur Wasser ist hier in der Gegend ein Problem, aber die Quelle des Buckner Creek  ist nur 1,7 Meilen entfernt. Wem das alles noch nicht genug ist, der kann 31½ Meilen nach Süden fahren und sich in Dodge City (KS)  vergnügen.

Kansas National Historic Marker

Die KS-156 verläuft von Larned (KS)  bis Garden City (KS)  mit nur wenig Richtungsänderungen überwiegend geradeaus. Außer dem ebenen, trockenen Land gibt es im Finney County (KS)  nicht viel zu bestaunen und da achtet man schon
15:30 Uhr: an der KS-156/KS-23 - Landschaft im »Finney County (KS)«
an der KS-156/KS-23 im Finney County
einmal auf Kleinigkeiten. 34 Minuten nach der Position mit dem von mir mit »Das alte Haus von Rocky Docky« bezeichneten Haus knickt die KS-23, die 6 Meilen vorher von Süden aus dem Ort Cimarron (KS)  am Arkansas River  kommend auf die KS-156 trifft und dann gemeinsam mit der KS-156 in eine westliche Richtung führt, nach Norden ab und stellt über den nächsten Ort Dighton (KS)  eine Straßenverbindung mit Dresden (KS)  her (das sind von hier aus noch 114 Meilen). An dieser Abzweigung befindet sich ein kleiner, schattiger Rastplatz mit einer dort angebrachten Tafel, auf welcher die Besiedelung dieses Gebietes geschrieben steht. Im Jahr 1882 ließen sich hier im Gebiet nordöstlich des Pawnee Creek  60 von Russland kommende jüdische Immigranten nieder. Das karge Land brachte kaum etwas hervor und besonders im Winter war es sehr hart. Acht Jahre später tobte ein bitterer Krieg, die Immigranten gaben auf und verließen diese Gegend. Solche Hinweistafeln werden bezeichnet mit Kansas National Historic Marker.  Die auf der Tafel Nr. 12 mit dem Titel Beersheba  an diesem Rastplatz gegebene historische Erläuterung kann im Internet nachgelesen werden, allerdings ist diese Seite auf Englisch abgefasst. Es gibt Erklärungen für insgesamt 120 solcher Landmarken in KANSAS (URL: »www.kshs.org/p/kansas-historical-markers/14999#12«).

16:27 Uhr: Schild an der US-50/US-400 in »Lakin (KS)«
Schild an der US-50/US-400 in Lakin (KS)

Bild rechts:
In Garden City (KS)  endet die KS-156. Dort lassen wir gegen 16:00 Uhr für US$ 15,00 bei einem Tachometerstand von 1.911 Meilen 7,6 US gl in den Tank unseres Autos laufen und besorgen für uns Getränke und Snacks. Dann setzen wir die Reise gen Westen auf der US-50/US-400 fort. Um 16:27 Uhr sind wir im beschaulichen Lakin (KS)  angelangt. Im Vorbeifahren mache ich ein Foto von diesem Schild »Syracuse 27  und »Holly 48«.  Das ist zwar keine Besonderheit, denn Schilder mit Entfernungsangaben gibt es zuhauf, aber, die Besonderheit in diesem Bild ist damit begründet, dass der erstgenannte Ort noch im US-Bundesstaat KANSAS und der zweite bereits in COLORADO (CO) liegt. Also wird es bald einen Wechsel der Zeitzone geben!

16:35 Uhr: Auf und Ab auf der US-50/US-400 westlich von »Lakin (KS)«
etwa 12 Meilen westlich von Lakin (KS)


Bild links:
Etwa 12 Meilen westlich von Lakin (KS)  werden wir auf der US-50/US-400 beinahe von der Seekrankheit heimgesucht. Der Arkansas River  und die neben ihm verlaufende Eisenbahn machen einen Bogen nach Süden hin um dieses hügelige Land herum.

16:42 Uhr: auf der US-50/US-400 ein paar Meilen vor »Syracuse (KS)«
ein paar Meilen östlich von Syracuse (KS)
Bild groß (632 KB): Hier klicken

Bild rechts:
Ein paar Meilen östlich von dem im Hamilton County gelegenen Ort Syracuse (KS) gibt es wieder etwas mehr Grün. Der nahe gelegene Arkansas River  und das unweit nördlich der US-50/US-500 fließende Bächlein Fort Aubrey Ditch scheinen wenigstens für etwas Wasser zu sorgen. Dieses - wenn auch nur in gerningen Mengen vorhandene - Wasser war wohl auch der Grund dafür, dass hier in der Nähe in den 1850er Jahren ein zunächst namenloser US-Außenposten betrieben werden konnte. Dieser US-Posten wurde später mit Fort Aubrey  benannt, ein permanenter Betrieb ließ sich vor allem wegen der Schwierigkeiten mit den dort lebenden Indianern nur vom September 1865 bis April 1866 aufrechterhalten.

16:52 Uhr: Ampel in »Syracuse (KS)« an der Kreuzung der US-50/US-400 mit der KS-27
Kreuzung mit Ampel in Syracuse (KS)


Bild links:
Nach ewig langer, ungestörter Fahrt müssen wir wieder einmal stehenbleiben. Diese Ampel an der Kreuzung der von uns befahrenen US-50/US-400 mit der querenden KS-27 im »Zentrum« von Syracuse (KS)  zwingt uns um 16:52 Uhr dazu.

16:52 Uhr: Wandbild mit Reiter und Flagge in »Syracuse (KS)«
Wandbild in Syracuse (KS)
Bild groß (743 KB): Hier klicken


Bild rechts:
Dieses Bild von einem die damalige US-Flagge in seiner linken Hand haltenden Reiter mit blauer Uniformjacke ist an der Rückwand eines an der Ecke US-50/US-400 / Avenue A in Syracuse  errichteten Hauses zu sehen; es erinnert an längst vergangene Zeiten. Ein paar Meter weiter kann man ein weiteres, ebenfalls auf eine Hauswand gemaltes Bild mit Pferd und Reiter bewundern, allerdings trägt der Herr auf diesem Bild keinen Hut, sondern eine Feder als Kopfschmuck. Diese gegensätzlichen Bildmotive beschreiben die Geschichte dieser Region auch ohne Worte wohl eindeutig. Leider besitze ich vom zweiten Reiterbild kein Foto.
 
17:09 Uhr: das »Weiße Haus« - Grenze von KS zu CO
das »Weiße Haus« - Grenze von KS zu CO
Bild groß (977 KB): Hier klicken

Bild links:
16½ Meilen nach Syracuse (KS)  (Zentrum) und knappe 2 Meilen nach der kleinen Ansiedlung Coolidge (KS)  wird die US-50 / US-400 von der unbefestigten Country Road 39 gekreuzt. Hier verläuft in einer schnurgeraden Linie von Süd nach Nord die Grenze zwischen den US-Bundesstaaten KANSAS (KS) und COLORADO (CO), wobei sich die Country Rd 39 schon auf dem Gebiet von COLORADO befindet. Ich bitte Thomas, hier anzuhalten, damit ich ein paar Fotos machen kann. Wenn es an dieser Bundesstaatengrenze, die zugleich die Westgrenze des Hamilton County  ist, jemals irgendwelche Geschäftigkeiten gab, dann deren bestimmt nicht viele. vielleicht war dieses »Weiße Haus«, das noch ein paar Meter vor der Grenze auf dem Gebiet von KANSAS erbaut wurde und nun dem Verfall preisgegeben ist, einmal eine Art Grenzkantine.

17:08 Uhr: Schild »WELCOME TO COLORFUL COLORADO«
WELCOME TO COLORFUL COLORADO

Bild rechts:
Vor dem »Weißen Haus« stehend wende ich meinen Blick nach Westen und mache um 17:08 Uhr CDT  ein Foto von diesem Schild, wozu ich bestimmt nichts schreiben muss. Nachdem hier an dieser Bundesstaatengrenze auch die Zeitzone Central Standard Time (CST)  endet und die Mountain Standard Time (MST)  beginnt, können wir unsere Uhren um eine Stunde zurückstellen. Da in den USA seit unserer Einreise bereits die Sommerzeit gilt, lautet die Bezeichnung der Zeit in der bisherigen Zeitzone genau genommen Central Daylight Time (CDT)  und die in der ab hier geltenden Zeitzone Mountain Daylight Time (MDT).  Der Unterschied zur Mitteleuropäischen Sommerzeit (abgekürzt »MESZ«), die in weiten Teilen Europas ab heute Nacht 02:00 Uhr gilt, beträgt also ab jetzt in COLORADO minus 8 Stunden. Wir haben also wieder einmal eine Stunde gewonnen. Das sind die Vorteile bei einer Fahrt von Ost nach West und man merkt es ja auch, dass es am Abend länger hell bleibt.

Über Holly (CO)  geht es weiter nach Granada (CO).  Dort endet die US-400 und wir fahren auf der US-50 weiter, die ab jetzt zugleich die US-385 ist, aber nur bis Lamar (CO),  das wir um 16:40 Uhr MDT  erreichen. Hier dreht die US-385 nach Süden ab. Wir bleiben auf der US-50 und immer in der Nähe des Arkansas River,  den man aber so gut wie nie zu Gesicht bekommt und wenn, dann sieht man nur ein stark ausgetrocknetes Flussbett.

16:42 Uhr (MDT): altes Haus am Ortseingang von »Lamar (CO)«
Lamar (CO)  empfängt uns

Bild links:
Zum Zentrum von Lamar (CO)  sind es ab der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten KANSAS und COLORADO etwas mehr als 32 Meilen. Am Ortseingang werden wir von den üblichen Getreidesilos und prächtigen Herrenhäusern empfangen, zum Beispiel von diesem hier.

16:41 Uhr (MDT): im Zentrum von »Lamar (CO)«
im »Zentrum« von Lamar (CO)

Bild rechts:
Je mehr wir uns dem Zentrum nähern, sieht es schon mehr nach einer »Großstadt« aus. Doch dies soll nicht verächtlich gemeint sein, denn diese Stadt hat etwas zu erzählen.

Die Entstehung von Lamar (CO)

Lamars bunte Geschichte begann mit einer illegalen Aktion im Mai 1886. Während der Zeit der Gesetzlosen und Banditen war die nach Westen gerichtete Bewegung in vollem Gang und die Entwicklung der Gemeinden entlang der Santa Fe-Eisenbahnlinie war überall mit großem Profit verbunden. Die Entstehung des Ortes in der Südost-Ecke COLORADOs geht auf eine nicht ganz legale Verlegung des auf einem Grundstück von A.R. Black  gelegenen Eisenbahn-Postens 499 (Blackwell Station)  am Sonntag, dem 24. Mai 1866, zurück. Zu dieser Zeit existierte ein Gerichtsbeschluss, mit welchem der damalige einflussreiche Grundstückseigentümer A.R. Black verpflichtet wurde, einen Teil der ihm gehörenden Flächen für den Bau einer neuen Station zu veräußern. A.R. Black  wollte sein Land aber nicht zu einem billigen Preis hergeben. Die Eisenbahngesellschaft kaufte daraufhin Land außerhalb seiner Ländereien auf, um dort eine Station zu bauen. A.R. Black  konnte nicht daran glauben, dass an einem damals unbesiedelten Ort eine neue Station errichtet werden sollte. Da dieser Gerichtsbeschluss bis Montag, dem 25. Mai 1866, befristet war und A.R. Black  keine Gelegenheit mehr hatte, die Sache in Denver (CO)  rechtlich einwandfrei zu regeln, wurde in einer Nacht- und Nebelaktion das Zeichen für den Eisenbahn-Posten 499 kurzerhand abgerissen und drei Meilen westwärts auf einem Grundstück des A.R. Black  ein Schild mit der Aufschrift »Eisenbahn-Posten 502 - Lamar« aufgestellt. Ob für diese Aktion Mr A.R. Black  verwantwortlich war, bleibt Spekulationen überlassen. Übrigens geben die Nummern der Stationen die Entfernung von bzw. nach Atchison (KS)  am Missouri River  nordwestlich von Kansas City  wieder.

16:43 Uhr (MDT): Carola vor der »CHAMBER OF COMMERCE« in »Lamar (CO)«
Lamar (CO): CHAMBER OF COMMERCE
Bild groß (768 KB): Hier klicken

Bild links:
Beim Bahnhof von Lamar (CO)  gibt es an einem Parkplatz Gelegenheit für eine Rast. Dabei posiert Carola vor der CHAMBER OF COMMERCE  (vergleichbar mit der »Industrie- und Handelskammer«) neben der im Detail sehr deutlich ausgearbeiteten Skulptur eines angreifenden Stiers und eines Cowboys, der mittels eines Lassos versucht, dieses wildgewordene Tier einzufangen.

16:43 Uhr (MDT): Dampflokomotive 1819 in »Lamar (CO)«
Dampflokomotive No. 1819 in Lamar (CO)
Bild groß (879 KB): Hier klicken

Bild rechts:
Gegenüber der CHAMBER OF COMMERCE  bewundern wir diese Dampflokomotive vom Typ No. 1819. Sie wurde im November 1906 gebaut von den Baldwin Locomotive Works  in Philadelphia (PA)  und kostete damals US$ 23.239,51. Im Jahr 1941 erfolgte der Umbau vom Kohle- zum Ölantrieb. Zuletzt wurde die Lokomotive im Oktober 1953 betrieben und stelle ihren Dienst mit einem Meilenstand von 916.626 ein. Ihre Einsatzgebiete waren die US-Bundesstaaten MISSOURI, KANSAS und COLORADO. Im Februar 1956 erhielt sie die Stadt Lamar (CO) als Spende von der Santa Fe Railroad.

um 17:11 Uhr (MDT) südlich der US-50: das »John Martin Reservoir«
südlich der US-50: das John Martin Reservoir

Bild rechts:
Auf der Teilroute von Lamar (CO)  nach La Junta (CO)  fahren wir auf der US-50 am John Martin Reservoir  vorbei. Mit dem Bau des dafür notwendigen Staudamms wurde im Herbst 1939 nach Zustimmung des 32. Präsidenten der USA, Franklin Delano Roosevelt,  begonnen. An der Befürwortung maßgeblich beteiligt war John Andrew Martin.  Die Speicherung des hauptsächlich aus dem Arkansas River  zufließenden Wassers begann im Januar 1943. Zu diesem Zeitpunkt war der Namensgeber dieses Projekts als Vertreter COLORADOs im US-Repräsentantenhaus, John A. Martin,  bereits verstorben. Wenn der Stausee voll ist, nimmt er eine Fläche von über 47 km² ein und hat ein Volumen von 420.335.000 m³. Dann strömen 460 m³ Wasser pro Sekunde aus ihm heraus. Der Stausee dient verschiedenen Zwecken: als Wasserreserve, zum Schutz gegen Hochwasser, als Rückzugsgebiet bedrohter Arten sowie zu verschiedener Arten von Freizeitgestaltung. Im Augenblick scheint die höchstmögliche Befüllungsmenge nicht erreicht zu sein.

um 17:20 Uhr (MDT) an der US-50: Schild und Tafel »Fort Lyon (CO)«
Schild und Tafel Fort Lyon (CO)

Bild rechts

Fort Lyon (CO)

Das Fort Lyon (CO)  (vormals Fort Wise  nach VIRGINIAs damaligem Gouverneur Henry Wise  benannt und 1862 während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges nach dem bei der Battle of Wilson’s Creek  bei Springfield, MO,  gefallenen General Nathaniel Lyon  umbenannt) wurde auf COLORADOs östlichen Ebenen (plains)  errichtet und diente seit 1867 als Fort. Es liegt am nordwestlichen Rand des John Martin Reservoir State Park  und wurde in späteren Jahren als Sanatorium, neuropsychiatrische Klinik und wenig sicheres Gefängnis, welches 2011 geschlossen wurde, genutzt. Seit 2013 dient es Heimatlosen als Stätte der Zuflucht. Um zu diesem Fort zu gelangen, fahren wir gegen 17:20 Uhr (MDT) von der US-50 ab, kehren jedoch gleich wieder zurück, nachdem es dort wenig Historisches zu sehen gibt.
 

Bent's Old Fort (CO)

Eigentlich wollten wir noch das 7½ Meilen vor La Junta (CO)  gelegene, im Jahr 1833 von William  und Charles Bent  gemeinsam mit Ceran St. Vrain  erbaute Bent's Old Fort (CO)  besichtigen. Dieser historische Handelsposten diente als fester Sitz für den aufstrebenden Handel mit den Cheyenne-Indianern ebenso wie selbiger mit den Trappern und Händlern. Wir können dieses Fort nicht finden, auch keine Reste davon. Erst lange nach der USA-Reise bemerke ich beim Schreiben dieser Zeilen (am 12. November 2016), dass das Bent's Old Fort  nördlich des Arkansas River  liegt und wir auf der US-50 südlich dieses Flusses unterwegs waren.

17:53 Uhr (MDT): auf der E 1st St in »La Junta (CO)« beim »Travel Inn«
auf der E 1st St in La Junta (CO)
Bild groß (564 KB): Hier klicken

Bild links:
Nun (um 17:53 Uhr MDT) sind wir auf der E 1st St in La Junta (CO)  unterwegs. Gleich links wäre eine Tankstelle, aber Thomas meint wieder einmal, der Tank unseres CHRYSLER sei noch nicht genügend geleert. Thomas ändert seine Meinung auch nicht, als ich ihm zu erklären versuche, dass es bis zu dem noch 74 Meilen entfernten Walsenburg (CO)  keine Tankmöglichkeit mehr gäbe. Die Sonne steht schon verdammt tief und Walsenburg (CO)  werden wir bei Tageslicht wohl nicht mehr erreichen.

18:21 Uhr (MDT): auf der CO-10 W von »La Junta (CO)« nach »Walsenburg (CO)«
CO-10 W: von La Junta (CO) nach Walsenburg (CO)


Bild rechts:
Am westlichen Ortsrand von La Junta (CO)  biegen wir von der US-50 W auf die CO-10 W ab. Wenig später, um 18:21 Uhr (MDT), macht Carola während der Fahrt nach Walsenburg (CO)  dieses Foto von der untergehenden Sonne. Bei den auf dem Bild schwach zu erkennenden Bergen an der Schnittstelle von Hell und Dunkel müsste es sich um den mir namentlich nicht bekannten Gebirgszug südwestlich von Pueblo (CO) und westlich von Colorado City (CO)  handeln.

Zeichen »Anchor Vacancy« in »Walsenburg (CO)«
Anchor Vacancy  inWalsenburg (CO)



Bild links (vom 28.03.2016 - 06:36 Uhr MDT):
Jetzt ist es bereits dunkel. Kein Auto folgt uns von La Junta  und kaum eines kommt uns von Walsenburg  entgegen. Beim Blick nach draussen sehen wir immer mehr helle Flecken und denken dabei zunächst an Sand. Thomas liest die Temperaturanzeige des CHRYSLER ab und meint verwundert, es habe nur etwas mehr als 0° Celsius. Er öffnet das Fenster an der Fahrerseite und fährt langsam, damit wir die Ursache der hellen Flecken am Straßenrand ausmachen können: es ist Schnee, der in der Dunkelheit hell schimmert! Wir sind seit heute Früh ab Boonville (MO)  unterwegs und das liegt auf 203 Metern Meereshöhe, während Walsenburg  auf einer Höhe von 1.881 Metern liegt. Bei der heutigen, 712 Meilen langen Fahrt ging es zwar stetig, aber von uns unbemerkt nach oben. Jetzt kommen bei uns Bedenken wegen der nicht vorhandenen Winterreifen auf, denn wir haben vor, morgen über den 3.309 Meter hohen Wolf Creek Pass  zu fahren. Wenn schon hier unten Schnee liegt, wie soll es dann erst dort oben werden? Aber zunächst kommen wir erst einmal beim Hotel Anchor Vacancy  in Walsenburg (CO)  an.

Lässiger Westen

Es ist schon spät (gegen 19:30 Uhr - MDT) und wir befürchten, an der Rezeption niemanden mehr anzutreffen. Doch der Empfangschef (oder ist er gar der Eigentümer?) des Hotels »arbeitet« noch mit auf den vor ihm stehenden Schreibtisch hochgelegten Beinen und blickt auf ein oben an der Wand gegenüber angebrachtes Fernsehgerät. Der Mister trägt einen Hut auf dem Kopf, nimmt, als wir eintreten, die Beine vom Schreibtisch und begrüßt uns lässig. Ich fühle mich ein wenig wie im Wilden Westen, doch welch ein Gegensatz zu seinem Gehabe. Er ist die Nettigkeit selbst und sagt, wir hätten Glück gehabt, denn recht viel länger hätte er nicht mehr hier gesessen und »gearbeitet«. Wir bezahlen US$ 154,00 für zwei Zimmer (ohne Frühstück) im Voraus und er übergibt uns die Zimmerschlüssel. Bei unserer Abreise sollen wir die Schlüssel - falls er noch nicht im Büro sei - einfach in den Briefkasten werfen. Die Nichtraucherzimmer sind in Ordnung, vor allem die große Dusche im ebenfalls großen und sauberen Sanitärraum gefallen Angelika und mir. Nachdem es in Thomas' und Carolas Zimmer noch etwas zu beanstanden gibt, müssen wir den Chef noch einmal stören. Die Sache ist gleich erledigt und da es schon spät ist und wir nicht in ganz Walsenburg  auf der Suche nach einem Restaurant herumlaufen wollen, erkundigen wir uns beim Mister nach einem geeigneten Lokal. Gleich schräg gegenüber befände sich Corine's Mexican Foods  antwortet er, aber dieses Restaurant werde jetzt gleich um 20:00 Uhr (MDT) schließen. Wir bitten ihn, dort anzurufen und zu fragen, ob vier hungrige Deutsche noch ein Abendessen bekommen können, was er auch gern tut. Im Restaurant werden wir höflich empfangen. Wir geben schnell die Bestellung auf, essen ebenso zügig und - wie es in den USA üblich ist - danach wird sofort die Rechnung gebracht. Auf dem kurzen Weg zu unserem Hotel müssen wir aufpassen, nicht über die festgefrorenen Schneeschollen am Straßenrand, die der Schneepflug dorthin geschoben hat, zu stolpern. In der Nacht vernehmen wir noch ein paarmal das tieftönige Hupen von Lokomotiven, die sich hier mit ihrer schweren Last in einer engen Schleife den Berg hinauf schuften. Doch die Augen fallen nach dem langen und anstrengenden Tag gleich wieder zu.

Karte von »Boonville (MO)« bis »Walsenburg (CO)«
Route von Boonville (MO)  bis Walsenburg (CO)
Karte groß (1269 KB): Hier klicken

Die Karte rechts
zeigt unseren heute zurückgelegten Weg von Boonville (MO)  bis Walsenburg (CO)

und die Karte links unten den bisher zurückgelegten Weg von New York City (NY)  bis Walsenburg (CO).
Karte von »New York City (NY)« bis »Walsenburg (CO)«
Route von New York City (NY)  bis Walsenburg (CO)
Karte groß (1138 KB): Hier klicken




Distanzen, Benzinverbrauch, Zeiten
Distanzen (1 US-Meile = ~1.609 km)Meilen
Distanz aller bisherigen Teilstrecken1.408
Boonville (MO) bis Kansas (KS) - Brücke über den Kansas River~103
Kansas (KS) bis Topeka - I-70 W Exit 355~68
Topeka (KS) bis Junction City - I-70 W Exit 299~58
Junction City (KS) bis Salina (KS) - I-70 W Exit 252~47
Salina (KS) bis Great Bend (KS) - Zentrum~81
Great Bend (KS) bis Garden City (KS) - Walmart Supercenter~122
Garden City (KS) bis zur Grenze KS/CO westlich von Syracuse (KS)~70
Grenze KS/CO bis La Junta (CO) - Station~88
La Junta (CO) bis Walsenburg (CO) - Anchor Motel~75
heutige Strecke von Boonville (MO) bis Walsenburg (CO)~712
Gesamtdistanz (Summe aller bisherigen Teilstrecken)2.120
Tanken (1 US-Gallone = ~3,79 Liter)US Gallonen
bei Salina (KS) - Tachometerstand: 1.661 Meilen16,0
Garden City (KS) - Tachometerstand: 1.911 Meilen7,6
ZeitenZeit
Abfahrtszeit in Boonville (MO)~06:40 Uhr
Ankunftszeit (MST)in Walsenburg (CO)~19:30 Uhr
Fahrzeit heute (27.03.2016 - Zeitumstellung 1 Stunde mit eingerechnet)13 Std. 50 Min.

Im nächsten Berichtsteil geht's weiter.