USA-Reise im März/April 2016

Berichtsteil 21


Montag, 4. April 2016


San Francisco (CA)  - Teil II


Auf der folgenden Karte ist ein kleines Teilstück der heutigen Fahrradtour über die Golden Gate Bridge  hinüber nach Sausalito (CA)  und zurück nach San Francisco (CA)  und die Lage der Fahrradverleihstation Blazing Saddles Bike Rentals & Tours  an der Hyde St  mit roter Farbe eingezeichnet, allerdings haben sich dabei kleine Fehler eingeschlichen, die ich aber wegen deren Bedeutungslosigkeit nicht berichtigen möchte. In der Karte selbst und unterhalb davon gibt es noch ein paar andere Erklärungen.
Karte von »San Francisco - Fisherman's Wharf« und Umgebung
Karte von San Francisco - Fisherman's Wharf  und Umgebung

Karte groß (1.088 KB): Hier klicken
Legende zur obigen Karte:
1 = Fort Mason Center;  2 = Community Garden;  3 = Black Point Battery;  4 = Maritime Museum;  5 = Fahrradverleihstation Blazing Saddles Bike Rentals & Tours  an der Hyde St
 

an der Ecke »Beach St / Larkin St«
an der Ecke Beach St / Larkin St

Bild groß (675 KB): Hier klicken

Bild links (14:25 Uhr):
Nach der gemütlichen Umrundung der Festungsanlage Black Point Battery  geht es vorbei am Maritime Museum  und weiter auf der Beach St,  wo an der Kreuzung Larkin St  dieses Foto entsteht. Hier könnte man zum Beispiel im The Pub,  bei Lori's Diner  oder bei Ghirardelli Chocolate, On-The-Go  einkehren oder in den hier angesiedelten Geschäften stöbern. Uns zieht es aber noch ein Stück weiter ins "Herz" von Fisherman's Wharf.

die »Hyde St. Pier« und die »Aquatic Cove«
die Hyde St. Pier  und die Aquatic Cove

Bild groß (561 KB): Hier klicken


Bild rechts:
Von der letzten Fotostelle fahren wir von der Beach St  nur wenige Meter weiter bis direkt an den Strand der Bucht Aquatic Cove,  in welcher zwei Schwimmer gerade die Temperatur des Wassers testen. Das weiße Schiff im Bildhintergrund ist an der Ostseite der Hyde St. Pier  festgemacht. Es ist die ehemals von der SAN FRANCISCO & NORTH PACIFIC RAILWAY  eingesetzte und bis zum Jahr 1957 im Fährdienst betriebene EUREKA,  ein wooden-hulled, sidewheel paddle steamboat,  also ein "Holzrumpf-Raddampfer" (Baujahr: 1890; Länge: ~91 m; Breite: ~24 m; Kapazität: 2.300 Passagiere / 120 Automobile).
Das im rechten Bildteil zu sehende Schiff mit dem schwarzen Rumpf ist die C.A. Thayer,  ein wooden-hulled, three-masted schooner,  also ein "Holzrumpf Dreimastschoner" (Baujahr: 1895; Länge über alles: ~67 m; Höhe des Hauptmastes: ~32 m).
Bei dem im linken Bildteil zu sehenden Schiff mit dem schwarz-grünen Rumpf handelt es sich um die Eppleton Hall,  ein steel tug steam-powered sidewheeler,  also um einen als Schlepper eingesetzten Raddampfer, dessen Rumpf aus Stahl gefertigt ist (Baujahr: 1914; Bauort: England; Länge: ~30 m).

das Vollschiff »Balclutha«
das Vollschiff Balclutha

Bild groß (545 KB): Hier klicken

Bild links:
Dieses Schiff mit dem schwarz-weißen Rumpf und dem in rot gehaltenen Unterwasserteil des Rumpfes ist die Balclutha,  ein three-masted, steel-hulled, square-rigged ship,  also ein "Stahlrumpf Dreimaster mit Rahsegeln" (Stapellauf: 1886; Reeder: Charles Connell & Company shipyard;  Ort des Stapellaufs: bei Glasgow  - SCHOTTLAND; Länge über alles: ~92 m; Höhe des Hauptmastes: ~44 m). Das Schiff liegt ebenfalls in der Aquatic Cove  und ist an der Westseite der Hyde St. Pier  festgemacht. Die Balclutha  war weltweit für den Transport von Waren eingesetzt und umrundete allein das berühmt-berüchtigte »Kap Horn« an der Südspitze Südamerikas 17 Mal. Obwohl ich im Besitz mehrerer Segelscheine bin, kann ich diesen Schiffstyp nicht mit Sicherheit den im deutschen Sprachraum geltenden Begriffen zuordnen, neige aber dazu, es wegen der rahgetakelten Masten als ein "Vollschiff" zu bezeichnen. Ich bitte um Belehrung, falls es jemand genau weiß (wie ich erreichar bin, steht im Impressum).
Alle hier aufgezählten Schiffe gehören zur San Francisco Maritime's collection of Historic ships  und können - wie auch die anderen an dieser Pier festgemachten Schiffe - gegen Entrichtung einer Eintrittsgebühr besichtigt werden. Mehr Informationen dazu gibt es hier: »www.nps.gov/safr/planyourvisit/fees.htm«.
Übrigens: Zwischen Fockmast und Großmast ist im Bildhintergrund ein Teil der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz  zu sehen.

an der »Jefferson Street: Capurro's Restaurant & Bar«
Jefferson St.: Capurro's Restaurant & Bar

Bild groß (662 KB): Hier klicken

Bild rechts:
Auf der Jefferson St  beginnt das Leben zu pulsieren. Es wäre zu schade, wenn wir mit dem Fahrrad durch Fisherman's Wharf  eilen würden. Daher machen wir unsere Fahrräder an den hierfür vorgesehenen, in den Geweg einbetonierten Bügeln fest und gehen zu Fuß weiter. Capurro's Restaurant & Bar  lockt, doch wir bleiben standhaft.
 
an der »Jefferson Street: Cioppino's Restaurant & Bar«
Jefferson St.: Cioppino's Restaurant & Bar

Bild groß (615 KB): Hier klicken


Bild links:
Wir schlendern auf der Jefferson Street  weiter ostwärts und wissen garnicht, wohin wir zuerst blicken sollen. Viele kleine Läden preisen ihre Waren in den Schaufenstern an, aber es ist auch viel Kitsch dabei. Auch an Cioppino's Restaurant & Bar  gehen wir noch vorbei.
Jetzt folgen einige, im Gebiet der Fisherman's Wharf  gesammelte Eindrücke ohne nähere Kommentierung:
an der Ecke »Jefferson St / Leavenworth St«
Bild groß (773 KB): Hier klicken


an der Ecke Jefferson St / Leavenworth St
»The Wharf Store« an der »Jefferson St«
Bild groß (810 KB): Hier klicken


The Wharf Store  an der Jefferson St
an der Ecke »Jefferson St / Jones St
Bild groß (655 KB): Hier klicken


an der Ecke Jefferson St / Jones St
Blick in die »Jones St«
Bild groß (669 KB): Hier klicken


Blick in die Jones St
»Flash Sport Fishing Charters« an der »Jefferson St«
Bild groß (732 KB): Hier klicken


Flash Sport Fishing Charters
»Flash Sport Fishing Charters« an der »Jefferson St«
Bild groß (721 KB): Hier klicken


Flash Sport Fishing Charters


»Jefferson St - EAT CRAB«
Bild groß (645 KB): Hier klicken


Jefferson St - EAT CRAB
»Applebee's« an der »Jefferson St«
Bild groß (755 KB): Hier klicken


Applebee's  an der Jefferson St
Snack-Buden an der »Taylor St / Jefferson St«
Bild groß (680 KB): Hier klicken


Snack-Buden an der Taylor St / Jefferson St
 

Nun sind wir im Herzen von Fisherman's Wharf  an dem großen, trapezförmigen Platz vor den Piers 41 bis 45 angelangt. Der Platz wird begrenzt im Westen von der Taylor Street,  im Osten von der Powell Street,  zu den Piers an der San Francisco Bay  hin von der The Embarcadero Street  und im Süden von der Jefferson Street.  An der belebten Ecke Taylor St / Jefferson St  hat sich ein 1-Mann-Orchester positioniert. Ein Stromgenerator speist einen Personal-Computer, einen Verstärker, ein Mischpult, zwei Lautssprecherboxen und verschiedene andere elektrische Bauteile. Der Chef des Orchesters, Dirigent und Solist zugleich, gibt auf seinen Stahltrommeln karibische Klänge zum Besten. Ob seine Darbietung nachträglich in die »Best of Caribbean Steeldrums« aufgenommen wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Das nachfolgend eingearbeitete, leider von mir sehr schlecht gemachte und zu kurze Video (nur 13 Sekunden) soll etwas vom Flair der Fisherman's Wharf  vermitteln.
 


Bild und Video (mp4/3.167 KB/13 Sek.) oben:
An der Ecke Taylor St / Jefferson St  gibt ein 1-Mann-Orchester karibischen steeldrums sound  zum Besten.

Snack-Buden an der »Taylor Street«
Snack-Buden an dern Taylor St

Bild groß (641 KB): Hier klicken

Bild rechts:
Hier sind wir bei den Snack-Buden an der Taylor St,  wo überwiegend Fisch und Schalentiere angeboten werden. Der ekelhafte Gestank nach altem, überhitzten Fritieröl hält uns von einer Kostprobe ab. Die am linken Bildrand zu sehende Taylor St  führt in südlicher Richtung hinauf auf die Anhöhe zwischen den Stadtvierteln Russian Hill  und Telegraph Hill.

an der Kreuzung »Taylor St / Jefferson St«
an der Kreuzung Taylor St / Jefferson St

Bild groß (1.069 KB): Hier klicken


Bild links:
Dieses Bild zeigt den Kreuzungsbereich Taylor St / Jefferson St  etwas deutlich als auf dem Bild vorher. Der Blick geht - wie beim letzten Bild schon geschrieben - in eine südliche Richtung hinauf auf die Anhöhe zwischen den Stadtvierteln Russian Hill  und Telegraph Hill.  Das eigentlich interessante Detail an diesem Bild sind die quer parkenden Autos im oberen Teil der Taylor St.  An vielen Orten in San Francisco  gibt es solch steile Straßen und dort muss quer eingeparkt werden (das ist leider nur bei einer starken Vergrößerung des Bildes zu erkennen). Wenn man zu Fuß auf einer solchen steilen Straße unterwegs ist, versteht man sofort diese sehr sinnvolle Vorschrift. Übrigens war ich am späteren Nachmittag mit meinem Elektrofahrrad noch etwas allein in San Francisco  unterwegs und konnte die Leistungsfähigkeit des Motors testen. An derart steilen Straßenabschnitten half nur eines: absteigen und das Rad schieben! Das links unterhalb der Bildmitte zu sehende Gefährt ist kein cable car,  denn auf der Taylor St  gibt es keine kabelbetriebene Linie. Es handelt sich um einen im Stil eines cable car  geschickt nachgebauten Kleinbus.

auf dem Parkplatz an der »Taylor Street:« eine »Harley Davidson Performance«
eine Harley Davidson Performance

Bild groß (645 KB): Hier klicken

Bild rechts:
Während ich mich hier bei den Snack-Buden nach Fotomotiven umsehe, vernehme ich ein dumpfes Grollen. Der Himmel über San Francisco  ist strahlend blau und es kann bei dieser stabilen Wetterlage unmöglich ein Gewitter aufziehen. Das Donnergrollen kommt vom Parkplatz neben der Taylor St,  besser gesagt von den Motoren der dort geparkten Motorräder, deren Anlasser die sauber herausgeputzten Maschinen schön eine nach der anderen in Fahrbereitschaft versetzen. Was für ein Klang! Wer schon einmal einen Blick auf meine Berichte in der Rubrik »Motorradtouren« geworfen hat, der weiß, dass ich begeisterter Motorradfahrer bin. Die Snack-Buden interessieren mich nun überhaupt nicht mehr und ich renne schnell hinüber, mitten hinein in den hier parkenden Pulk. Diesen Herrn hier frage ich, ob ich ein Bild von ihm und seiner tollen Maschine machen und es auf meiner privaten Website veröffentlichen darf. Wie man sieht, war er einverstanden. So ein Ding will ich auch haben! Es handelt sich um eine Harley Davidson Performance,  also um eine nach Kundenwunsch etwas verfeinerte "normale" Harley.
 
eine »Harley Davidson Road King«
eine Harley Davidson Road King

Bild groß (652 KB): Hier klicken


Bild links:
Nicht alle Biker verlassen den Parkplatz bei der Embarcadero St  und ich kann diese Harley Davidson Road King  vor die Linse meiner NIKON bekommen. Ohne dabei meine BMW in ein schlechtes Licht rücken zu wollen, träume ich so vor mich hin, damit im sonnigen KALIFORNIEN zu cruisen,  wie man es auf Neudeutsch ausdrückt.

Restaurants an der »Waterfront«
Restaurants an der Waterfront

Bild groß (686 KB): Klick


Bild links:
Weder die Werbeschilder der diversen Restaurants an der Waterfront,  der Schriftzug ICE COLD BEER,  hergestellt von der »Anker-Brauerei«, noch der »Alcatraz-Geschenke-Shop« können uns zum Betreten der Räumlichkeiten oder zum Verweilen darin überreden. Aber an der Ostseite des Platzes zwischen der Taylor St,  der Embarcadero St  und der Jefferson St  sehen wir viele Menschen vor dem Boudin Bakery & Cafe / Bistro  draußen in der Sonne an kleinen Tischen sitzen und dorthin zieht es uns. Während Thomas noch schnell zu unseren an der Jefferson St  geparkten Fahrrädern zurückläuft, um dort etwas in der Lenkertasche Vergessenes zu holen, besorgen Angelika, Carola und ich im Café-Bistro  Snacks und Getränke und suchen uns dann im Freien einen sonnigen Platz. In der Bäckerei Boudin  wird unter anderem ein Sauerteigbrot nach einem seit dem Jahr 1849 unveränderten französischen Familienrezept gebacken. Entsprechend gut duftet es in der Bäckerei. Der Duft nach frisch gebackenem Brot verkürzt uns die Wartezeit, während wir an der Schlange anstehen und warten, bis wir mit unseren Bestellungen an der Reihe sind. Die Preise sind angesichts der Lage praktisch im Herzen von Fisherman's Wharf  moderat. Ich bezahle für zwei Bier US$ 9,78 und für eine große Tasse Kaffee US$ 2,50. Jeder darf raten, wer bei diesem herrlichen, sonnigen Wetter das Bier und wer den Kaffee getrunken hat.

Wir gehen getrennte Wege

Die Rast beim Boudin Café-Bistro  tut so richtig gut, aber wie immer drängt die Zeit. Am Ende dieser Pause trennen wir uns. Angelika und ich besichtigen zunächst die an der Pier 45 San Francisco  festgemachten historischen Schiffe, natürlich nur von der Pier aus, weil die Zeit für eine Tour durch das Innere der Schiffe fehlt. Zwei Bilder und ein paar Informationen zu diesen historischen Schiffen gibt es am Anfang dieses Berichtsteils Nr. 21. Gute Bilder von den Schiffen und detailierte Informationen können auch von der Website »www.sftourismtips.com/pier-45-san-francisco.html« abgerufen werden.
Nachdem wir uns auf der Pier 45 genug umgesehen, die frische Meeresprise und die Strahlen der wärmenden Sonne genossen haben, fahren Angelika und ich mit unseren Rädern zu unserer Verleihstation, respektive wir schieben sie ein kurzes Stück auf der steilen Hyde St  und geben dort Angelikas Elektrofahrrad zurück. Meines will ich noch behalten und wir schlagen nach der Rückgabe zu Fuß den Weg zu unserem Hotel an der Lombard St  ein. Während sich Angelika im Hotel frisch machen und sich um die von uns gewaschenen Kleidungsstücke kümmern will, verspüre ich den unbedingten Drang, noch ein wenig mit dem Elektrorad in San Francisco  herumzufahren, soweit mir der Ladezustand des Akkumulators das erlaubt.
Thomas und Carola wollen vor der Rückgabe ihrer Fahrräder das Hafenviertel Fisherman's Wharf  weiter erkunden und fahren zunächst zur Pier 39. Dort machen sie Fotos von der San Francisco Bay  und halten später noch andere Motive digital fest. Leider benutzen sie dabei nicht die Panorama-Funktion ihrer iPhones, sodass ich zwei von Thomas' Bildern "aneinanderkleben" muss, um mit der folgenden Fotomontage die Dimension der San Francisco Bay  aufzeigen zu können. Zur besseren Orientierung sind in diesem "Kunstwerk" einige touristische, maritime und geographische Besonderheiten mit Ziffern markiert.
 
die »San Francisco Bay« von der Pier 39 aus gesehen
die San Francisco Bay  von der Pier 39 aus gesehen

Legende zur obigen Fotomontage:
1 =S.S. JEREMIAH O'BRIEN;  2 =Golden Gate Bridge;  3 =Lime Point;  4 =Sausalito (CA);  5 =Richardson Bay;  6 =Alcatraz Island;  7 =Angel Island 

Zur Ziffer 1: Die an der Ostseite der Pier 45 festgemachte S.S. JEREMIAH O'BRIEN  ist im National Register of Historic Places  und im Register der National Historic Landmarks  der USA erfasst. Das Schiff verließ im Juni 1943 die Docks der New England Shipbuilding Corporation  in South Portland, MAINE  und war unter anderem im Zweiten Weltkrieg im English Channel  (Ärmelkanal) zur Unterstützung der Offensive am D-Day  eingesetzt. Bei Interesse zu diesem Schiff können weitere Informationen unter anderem auf folgenden Internetseiten abgerufen werden: »www.ssjeremiahobrien.org/pages/history-of-the-obrien« und / oder »www.visitfishermanswharf.com/attractions«
Die Ziffer 2 bedarf hoffentlich keiner Erläuterung. Die Ziffern 3 und 4 sind Wegpunkte auf unserer Fahrradtour nach Sausalito (CA).  Im vorhergehenden Berichtsteil 20 steht etwas mehr dazu. Die Richardson Bay  (Ziffer 5) öffnet sich im Nordwesten von Sausalito  und ist hier lediglich aus geographischen Gründen zur Orientierung erwähnt. Zur Ziffer 6 brauche ich wieder nichts zu sagen und zur Ziffer 7 kann ich mangels weiterer Kenntnisse nichts beitragen und muss bei näherem Interesse auf das gute alte Internet verweisen.

Jetzt folgen noch drei, im Hafenviertel Fisherman's Wharf  und im angrenzenden Viertel Russian Hill  gewonnene Eindrücke ohne nähere Kommentierung:
»San Francisco« von der »Hyde Street Pier« aus gesehen
Bild groß (1.135 KB): Klick


Hyde Street Pier:  Blick auf Frisco
»Alcatraz« von der »Hyde Street Pier« aus gesehen
Bild groß (485 KB): Hier klicken


Hyde Street Pier:  Blick auf Alcatraz

Ein Ausländer fragt mich nach dem Weg

Nachdem Angelikas Elektrofahrrad zurückgebracht ist und ich sie bis zu unserem Hotel begleitet habe, fahre ich mit meinem Fahrrad noch einmal los. Mein Ziel ist es, mit meinem Fahrrad das aus Film und Fernsehen her bekannte, schlangenförmig gewundene Teilstück der Lombard Street  zu befahren. Während ich mein Rad auf dem Gehweg an der Lombard St  bis zur nächsten Kreuzung schiebe, fragt mich ein Mann, den ich als einen US-Amerikaner - also einen Ausländer - einschätze, ob ich ihm den Weg zu einer berühmten Straße sagen könne, wobei er die Straße in etwa so beschreibt: this road like a snake known from many movies...  Ein Tourist aus Bayern in San Francisco  ist zu allem fähig, sogar dazu, einem armen Fußgänger den Weg dorthin zu beschreiben. Zunächst erkläre ich ihm, dass ich das selbe Ziel mit dem Fahrrad erreichen wolle und weise ihm dann den Weg mit den Worten: Allways straight ahead, maybe a half mile or a little bit more and estimated 15 minutes.  Da der Mann nicht über mein eigenartiges Englisch lacht, sondern sich bei mir in höflichster Form bedankt und in der richtigen Richtung losmarschiert, gehe ich davon aus, dass er mein leicht bayerisch eingefärbtes Englisch auch verstanden hat. Ich nehme den Sattel des Fahrrads unter meinen A... und fahre die hier nur leicht ansteigende Lombard Street  bergan. Ab der Querung der Van Ness Ave  geht es auf der Lombard St  derart steil bergauf, dass es der Elektroantrieb des Fahrrads nicht mehr schafft, obwohl der Schalter auf die höchstmögliche Leistungsabgabe gestellt ist und die Anzeige für den Akku eine Ladekapazität von etwa einem Viertel vorgibt. Vielleicht ist das kalifornische Viertel nur ein Achtel oder gar weniger, jedenfalls muss ich absteigen und schieben. Das Elektrofahrrad hat keine Schiebehilfe und ich schwitze mich den Berg hinauf bis zur Kreuzung Lombard St / Hyde St.

unzählige Touristen an der »Lombard Street«
unzählige Touristen an der Lombard St

Bild groß (778 KB): Hier klicken


Bild links:
Wer hätte das gedacht, auch andere Touristen haben sich dieses Ziel auserkoren und ich habe Mühe, eine freie Stelle zum Abstellen des Fahrrads und vor allem zum Fotografieren zu finden.

Schild »KEEP OFF WALLS AND ROADWAY« an der »Lombard Street«
KEEP OFF WALLS AND ROADWAY

Bild groß (942 KB): Hier klicken


Bild rechts:
Wie gesagt, ich suche einen guten Platz zum Fotografieren. Auf eine Mauer steigen wäre eine gute Idee. Aber ich respektiere dieses, an der Ecke Lombard St / Hyde St  angebrachte Schild KEEP OFF WALLS AND ROADWAY  und besteige keine Mauer. Wenn ich das richtig übersetze, darf man auch die Fahrbahn nicht betreten. Ich will sie ja nicht betreten, sondern mit dem Elektrorad die schlangenförmig gewundene Straße hinunterfahren. Wie man auf dem letzten Bild und diesem etwas vergrößerten Bildausschnitt sehen kann, halten sich beinahe alle Touristen peinlichst genau an das Besteigungs- und Betretungsverbot. Wäre ich Bewohner eines dieser Häuser an der Lombard St,  läge eine Schrotflinte bestimmt griffbereit in der Nähe!

an der Ecke »Hyde Street / Lombard Street«
an der Ecke Hyde St / Lombard St

Bild groß (1.302 KB): Hier klicken


Bild links:
Der Blick geht die Lombard St  hinunter in Richtung Osten. Auf dem Hügel im Stadtviertel Telegraph Hill  (im rechten oberen Bildquadrat) ragt der Coit Tower  auf. Zu diesem Aussichtsturm gibt es im Berichtsteil Nr. 20 ein paar Informationen. Nördlich von Telegraph Hill  befindet sich das Stadtviertel North Beach  (die Häuser im linken Bildteil). In der San Francisco Bay  sind die durch einen niedrigen Damm vebundenen Inseln Treasure Island  (links) und Yerba Buena Island  (rechts) und die darüber verlaufende San Francisco - Oakland Bay Bridge  zu erkennen. Über diese Brücke erfolgte gestern unsere Anfahrt. Den Bildhintergrund bilden die Berge östlich von Oakland (CA).

ein »Cable Car« der »Powell & Hyde Line«
ein Cable Car  der Powell & Hyde Line

Bild groß (730 KB): Hier klicken

Bild rechts:
Nachdem ich keine günstige Fotostelle finde, von der aus ich alle Serpentinen der Lombard Street  auf ein Bild bannen kann, will ich mich bereitmachen, um auf dieser Straße mit dem Fahrrad hinunterzufahren. Plötzlich vernehme ich von der Hyde Street  her ein knatterndes Geräusch. Ein Cable Car  der Powell & Hyde Line  wird soeben den Russian Hill  hinaufgezogen. Einige Fahrgäste stehen außerhalb des Wagens auf Trittbrettern und halten sich an speziell hierfür angebrachten Stangen (special poles)  fest. Das ist erlaubt, nicht aber das Aufspringen während der Fahrt (Do not board the car while it is moving, wait for it to come to a complete stop.)  Mehr Informationen zu den Cable Cars  gibt es hier: »www.sfcablecar.com/riders.html«
 
»Cable Car« der »Powell & Hyde Line«
Cable Car  der Powell & Hyde Line

Bild groß (841 KB): Klick


Bild links:
Hier kommt ein Cable Car  der Powell & Hyde Line  gerade vom Russian Hill  herunter (dieses Bild wurde mit Thomas' iPhone etwa eine ¾Stunde nach dem zuvor gezeigten Bild gemacht). Endstation ist der Aquatic Park  bei der Kreuzung Hyde St / Beach St,  wo die Bahn auf einer Wendescheibe gedreht wird.
Neben der zuvor erwähnten Linie werden in San Francisco  noch zwei weitere Cable Car Lines  betrieben, die Powell & Mason Line  und die California Line.  Die erste Cable Car-Bahn wurde am 1. September 1873 in Betrieb genommen. Die Wagen werden von unterirdisch verlaufenden Kabeln gezogen. Bei dem verheerenden Erdbeben am 18. April 1906 wurden alle Cable Car-Linien zerstört. Nähere Informationen können unter anderem von der beim letzten Bild angegebenen Internetadresse abgerufen werden.

das berühmte Teilstück der »Lomard St«
das berühmte Teilstück der Lombard Street

Bild groß (1.117 KB): Hier klicken

Bild rechts:

Blockade der Lombard Street

Ein Auto nach dem anderen kriecht das berühmte, schlangenförmig gewundene Teilstück der Lombard Street  hinunter. Wer hier wohnt, ist sein Leben lang gestraft. Die Fußgänger betreten und zertrampeln alles, was nicht hoch eingezäunt ist. Vor Blumenrabatten, Vorgärten, Hecken und Sträuchern wird bei der Suche nach einem Fotomotiv nicht Halt gemacht. Weil ich die Lombard Street  nicht hinunterbremsen, sondern -fahren möchte, stelle ich mich mit meinem Elektrofahrrad oben, am Beginn der Serpentinen bei der Hyde Street  quer auf die Straße, sodass kein Auto an mir vorbei kann und tue dabei so, als ob es an dem Fahrrad einen Defekt gäbe. Die Blockade der Straße kann ich knapp drei Minuten aufrechterhalten, doch dann ist das Hupkonzert hinter mir ohrenbetäubend. Nachdem das letzte Auto beinahe unten, am Ende der Serpentinen an der Kreuzung Lombard St / Leavenworth St  angelangt ist, starte ich. Meine übergroße Freude, dieses berühmte Teilstück der Lombard Street  ohne störenden Pkw-Verkehr mit dem Fahrrad befahren zu können, ist übergroß, doch sie währt nicht lang, denn die paar Kurven liegen bald hinter mir. Unten angekommen stelle ich das Elektrorad ab und mache ein paar Fotos, die wegen des starken Gegenlichts allerdings nicht besonders gut werden. Aber eines davon will ich hier doch zeigen. Ich bin kein besonders schadensfroher Mensch, aber eine gewisse Genugtuung ist es mir schon, die sich nach unten quälende Autoschlange beobachten zu können, die sich während der kurzen, durch mich verursachten Blockade oben an der Hyde Street  gebildet hat.

auf der »Leavenworth Street«
auf der Leavenworth Street

Bild groß (705 KB): Hier klicken


Bild links:
Nachdem ich von der Lombard St  genug gesehen und fotografiert habe, setze ich mich auf das Rad und fahre auf der Leavenworth St  bergab ins Hafenviertel und genieße dabei die schöne Aussicht auf die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz.  Im Viertel Fisherman's Wharf  habe ich kein bestimmtes Ziel und fahre nur so herum. Dann arbeite ich mich wieder etwas den Berg hinauf bis zur Bay St  und biege dort rechts ab.

am Abzweig der »Octavia St« von der »Bay St«
am Abzweig der Octavia St  von der Bay St

Bild groß (626 KB): Hier klicken

Bild rechts:
Auf der Bay St  fahre ich bis zur Einmündung der Octavia St,  bleibe hier kurz stehen und mache dieses Foto. Der Blick geht in Richtung des Lafayette Park,  der sich etwa in der Mitte des Dreiecks zwischen den Stadtvierteln Pacific Heights,  Japantown  und Nob Hill  befindet. Unser Hotel Seaside Inn  an der Lombard St  ist von hier nur fünf Gehminuten entfernt.
 
mein »STROMER« Elektrofahrrad
mein STROMER  Elektrofahrrad

Bild groß (834 KB): Hier klicken


Bild links:
Jetzt nähert sich der Ladezustandsanzeiger für den Akkumulator meines Elektrofahrrads der Marke STROMER  dem roten Bereich. Auch mein Akku wird langsam leer und ich schlage auf der Octavia St  eine östliche Richtung ein und biege dann bei der Francisco St  links ab. An der Polk St  geht es links hinunter bis zur North Point St  und dort rechts bis zur Hyde St.  Das kurze Stück auf der Hyde St  bis zum Fahrradverleih Blazing Saddles Bike Rentals & Tours  schiebe ich das Rad auf dem Gehweg abwärts. Das hört sich nach einer langen Strecke an, aber von der letzten Fotostelle am Abzweig der Octavia St  von der Bay St  bis zur Verleihstation an der Hyde St  sind es nur 0,8 Meilen. Bei der Rückgabe wird das Rad auf Schäden überprüft. Ich werde gefragt, ob ich zufrieden war und versuche, die Sache mit den mehrfachen Aussetzern des Elektroantriebs zu erklären. Entweder ist mein Englisch so schlecht oder das Servicepersonal will mich jetzt am späten Nachmittag einfach nicht verstehen, worauf ich mich zu Fuß in Richtung unseres Hotels von dannen mache.

Zwei ehrliche Finder

Für den Weg vom Fahrradverleih bis zum Hotel brauche ich etwa 20 Minuten. Als ich mich für die Dusche bereitmache, fällt ein Schlüssel aus meiner Hosentasche. Es ist der Schlüssel für das Fahrradschloss, den ich zurückzugeben vergaß. Ich will Blazing Saddles Bike Rentals & Tours  nicht in den finanziellen Ruin treiben und mache mich noch einmal auf den Weg dorthin. Damit ich eher unter der Dusche stehen kann, wird es fast ein Dauerlauf. Ich gebe den Schlüssel für das Fahrradschloss zurück und das Personal ist erfreut ob meiner Ehrlichkeit. Dann bittet man mich an den Information desk  und ich denke schon, dass ich fotografiert werde, um auf der morgigen Titelseite des »San Francisco-Tagblatts« oder einer anderen Gazette zu erscheinen. Weit gefehlt, am Info-Tresen überreicht mir eine nette Dame ein Zubehörteil für meine NIKON-Kamera, welches ich in der Fahrrad-Lenkertasche verstaut und dort bei der Rückgabe des Fahrrads liegengelassen hatte. Die Welt ist um zwei ehrliche Finder reicher.

Nach dem Dauerlauf zurück zum Hotel ist das Duschen noch mehr nötig als vorher schon. Angelika und ich treffen uns zur vereinbarten Zeit mit Carola und Thomas. Obwohl wir gestern nicht ganz so zufrieden waren, wollen wir heute wieder in das Restaurant Ly's Vietnamese Cuisine  gleich gegenüber unseres Hotels gehen (siehe Berichtsteil 19 am Schluss). Für einen Weg ins Zentrum von San Francisco  oder in ein anderes Stadtviertel ist es jetzt schon zu spät und wir sind auch zu müde dazu. Heute bestellen wir uns alle vier die Spezialität dieses Szene-Lokals, eine bestimmte Suppe, deren Namen ich nicht mehr weiß, die uns allen aber sehr gut geschmeckt hat. Auch das vietnamesische Bier war nicht gerade zum Wegschütten.

Morgen wollen wir uns zeitig das Frühstück auf unsere Zimmer holen, denn wir haben bis Los Angeles (CA)  und noch ein Stück darüber hinaus bis Dana Point (CA)  einen weiten Weg vor uns und können am Morgen keine Zeit verschenken.

Im nächsten Berichtsteil geht's weiter.