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Segeltörn im Mai 2015

Berichtsteil 3


Montag, 4. Mai 2015

Heute ist nur schwacher Wind zu erwarten

Der heutige Bericht des Seewetterzentrums Split von 0600 sagt für die nächsten 12 Stunden nur mäßigen SE-Wind voraus, also wird es wohl mit dem Segeln nicht viel werden. Für solche Fälle gibt es, gerade wenn man sich in dem Seegebiet befindet, wo wir uns aufhalten, nur ein Ziel und das heißt Skradin. Um 0945 zeigen meine Messgeräte bei nahezu wolkenlosem Himmel in Übereinstimmung mit der Wettervorhersage einen E-Wind mit 1 Bft an.

Tribunj: Carola sucht nach Wetterberichten
Tribunj: Carola sucht nach Wetterberichten
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Caro traut der Vorhersage des SWZ Split nicht so recht und sucht im Internet nach anderen Wetterberichten, doch diese sagen im Prinzip das gleiche voraus, nämlich schwachen Wind.

Andreas und Tina gehen ins Dorf und besorgen Brot. Beim Frühstücken unterbreite ich den Vorschlag mit Skradin, erkläre kurz die Besonderheiten der Fahrt dorthin und was es dort zu sehen gibt, nämlich die Krka-Wasserfälle. Alle sind sofort einverstanden, Andreas und Tina waren ohnehin noch nie in diesem ehemaligen Piratennest.

Auslaufen aus der Marina Tribunj

Wir bezahlen die Marinagebühr in Höhe von HRK 600,00 und erhalten das Pfand für die zwei Zutrittskarten zum Sanitärgebäude (HRK 200,00) zurück. Nach dem Abwasch wird die Yacht klar zum Auslaufen gemacht. Thomas stellt sich ans Ruder und legt um 1040 ab.
Nach dem Auslaufen aus Tribunj: spiegelglattes Meer
Nach dem Auslaufen: spiegelglattes Meer
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Bei der glatten See lassen wir den Motor nur mit 2.000 Umdrehungen/min arbeiten und ziehen auf dem stillen Meer ruhig dahin. Unsere Ruhe wird belohnt, was sich ein paar Minuten später zeigen wird.


Nach dem Auslaufen aus Tribunj: Andreas sitzt auf dem Seitendeck
Nach dem Auslaufen aus Tribunj: Andreas sitzt auf dem Seitendeck
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Nach dem Auslaufen aus Tribunj setzt sich Andreas auf das Seitendeck und genießt die ruhige Fahrt. Im Bildhintergrund ist Tribunj zu sehen. Leider ist das Bild ein wenig hell geworden und mehr Nachdunkeln als ohnehin schon getan geht nicht. Plötzlich hebt sich eine Finne aus dem glatten Wasser und ebenso schnell wie er aufgetaucht ist verschwindet der Tümmler wieder in seinem Element. Das Schauspiel wiederholt sich noch ein paarmal, aber entweder ist kein Fotoapparat griffbereit oder der Atemholer ist zu weit entfernt von unserer Yacht. Es gibt also kein Bild.
 
Auf dem nachfolgend gezeigten Ausschnitt aus der Seekarte ŠIBENIK MK - 15 ist unser heutiger Kurs ab Tribunj eingezeichnet. Zunächst bleibt LOGORUN an Stb, dann geht es zwischen TIJAT und PRVIĆ hindurch. Nachdem die SW-Küste von PRVIĆ hinter uns liegt, lassen wir das kleine Felseninselchen HR GALIJOLA und LUPAC knapp an Bb, legen dann einen eher NE-lichen Kurs an, damit das betonnte und befeuerte Untiefengebiet beim Plič Roženik an Stb bleiben kann. Nach diesem Untiefengebiet geht es dann mit geradem Kurs in die Einfahrt zum KANAL SV ANTE zwischen dem Rt Radrija (an Bb) und der im 16. Jahrhundert von einem venezianischen Architekten erbauten Festung Sveti Nikola (an Stb). In der Folge gibt der Verlauf des natürlichen Kanals die weiteren Kurse vor.

Seekarte mit eingezeichnetem Kurs von Tribunj bis nach Šibenik
Kurs von Tribunj bis nach Šibenik

Kurz vor der Šibenski most: Noch lächelt Andreas
Kurz vor der Šibenski most: Noch lächelt Andreas
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Passen wir unter der Brücke durch?

Am östlichen Ende des KANAL SVETI ANTE liegt gegenüber die Stadt Šibenik. Hier biegen wir nach Bb in die Krka-Mündung ab und steuern als nächstes Zwischenziel die bei vielen Seglern bekannte Stahlbeton-Bogenbrücke an. In der Seekarte ist die Durchfahrtshöhe mit 30,8 m angegeben, doch ich versuche die Crew davon zu überzeugen, dass sich die Brücke wegen der häufigen Erdbeben und des karstigen Untergrunds in diesem Gebiet bestimmt schon um einige Meter gesenkt hat und die Seekarte halt nicht auf dem neuesten Stand ist. Andreas nimmt mich wohl nicht ernst, weil er gar so grinst.
Kurz vor der Šibenski most: Noch lächelt Carola
Kurz vor der Šibenski most: Noch lächelt Carola
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Bild links:
Carola setzt ihr strahlendstes Lächeln auf und scheint ebenfalls von meinen seemännischen Ausführungen nicht überzeugt zu sein.

 
Kurz vor der Šibenski most: Carola und Thomas sind noch gelassen.
Kurz vor der Šibenski most: Carola und Thomas sind noch gelassen.
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Bild rechts:
Kurz vor der Šibenski most sind Carola und Thomas immer noch gelassen, aber das wird sich gleich ändern.



wir haben die Sibenski most vor uns
Wir haben die Šibenski most vor uns.
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Bild links:
Wir haben die Šibenski most jetzt vor uns und müssen darauf achten, mehr die Mitte des Brückenbogens anzusteuern, denn seitlich davon gäbe es vermutlich arge Probleme. So oft ich auch mit einer Segelyacht unter der über den Krka-Fluss führenden Stahlbeton-Bogenbrücke (kroat. Šibenski most) hindurchfahre, stellt sich doch immer wieder die Frage, ob der Mast nicht zu hoch ist. In den verschiedenen nautischen Unterlagen sind unterschiedliche Durchfahrtshöhen angegeben, doch 30 Meter sind amtlich, selbstverständlich gilt das nur für die Mitte des Stahlbetonbogens. Der Mast unserer Segelyacht hat nur eine Höhe von 21,50 m (siehe Bild im ersten Berichtsteil). Da ist noch Platz genug, selbst wenn diverse, am Masttop befestigte Einrichtungen, wie z.B. Antennen und Verklicker (das ist der Windanzeiger) hinzugerechnet werden.
Durchfahrt unter der Sibenski most
Durchfahrt unter der Šibenski most.
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Bild rechts:
Während der Durchfahrt unter der Brücke sieht alles schon viel bedenklicher aus. Mir kommen schon wieder Zweifel und ich bitte Thomas, der am Ruder steht, die Fahrt auf ½ Knoten zu verringern. An Bord ist es jetzt ganz leise, nur die Fotoapparate klicken und wir vernehmen kein Kratzen, wollen doch die schöne Stahlbeton-Bogenbrücke nicht (noch mehr) beschädigen! Als wir durch sind, atmen alle erleichtert auf, doch dann kommt gleich die tief herunterhängende Hochspannungsleitung und das selbe Spiel beginnt von vorne. Tina scheint von der ganzen Aufregung unberührt zu sein, denn sie steht ganz gelassen vorn am Bug und dokumentiert die Durchfahrt mit ihrer Handy-Kamera.

Kurz vor Skradin: Angelika und Caro blicken hinauf zur Autobahnbrücke
Kurz vor Skradin: Angelika und Caro blicken hinauf zur Autobahnbrücke.





Bild links:
Warum blicken denn Angelika und Caro schon wieder nach oben? Kurz vor Skradin müssen wir wieder unter einer Brücke durch, aber diesmal gibt es bei der über 50 m hohen Autobahnbrücke wirklich keinen Grund zur Aufregung.


Bei Skradin: Autobahnbrücke
Bei Skradin: Autobahnbrücke




Auf dem Bild rechts ist gut zu erkennen, dass die Höhe von der Wasserlinie bis zum höchsten Punkt des Stahlbetonbogens für unsere Segelyacht mehr als ausreichend ist. Das Foto wurde übrigens erst am nächsten Tag bei der Abfahrt von Skradin gemacht.
 

Thomas legt in Skradin an

So gegen 1415 legt Thomas in der ACI-Marina Skradin an. Da es noch früher Nachmittag ist, schlage ich vor, noch heute die Krka-Wasserfälle zu besichtigen. Wir besorgen die Karten für das Taxiboot zu den Wasserfällen. Der Preis von HRK 90,00 pro Person beinhaltet auch die Gebühr für den Eintritt in den nacionalni park Krka. Mit unserer Segelyacht zu den Wasserfällen zu fahren, ist nicht zu empfehlen, wie das folgende Bild beweist, denn die Durchfahrtshöhe unter dieser Brücke wäre wohl etwas zu gering. Ganz abgesehen davon ist die Fahrt zu den Krka-Wasserfällen für Privatboote ab Skradin verboten. Skradin: Mit dem Taxiboot zu den Krka-Wasserfällen

Blick von der Holzbrücke hinauf zu den Krka-Wasserfällen
Krka-Wasserfälle mit Panasonic DMC-TZ18
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Ein Besuch der Krka-Wasserfälle lohnt sich immer wieder

Obwohl ich bei meinen zahlreichen Segelfahrten schon oft hier war, genieße ich jedes Mal aufs Neue die sich an diesem Ort bietenden wundervollen Bilder der Natur. Der angenehme visuelle Eindruck wird noch verstärkt durch das stetige Rauschen der Wasserfälle und das stillere Dahinplätschern des glasklaren Wassers in den kleineren Flussabzweigungen und Rinnsalen. Das Einatmen der von der sprühenden Gischt gesättigten Luft ist Genuss pur, besonders für die Allergiker unter uns. Unsere liebe Carola allerdings kann den Annehmlichkeiten der Natur weniger abgewinnen, denn sie erleidet einen Niesanfall nach dem anderen. Irgend ein Kraut wächst hier, auf das sie allergisch reagiert. Wir tippen mal auf die Lindenblüten.

Blick von der Holzbrücke hinauf zu den Krka-Wasserfällen
Krka-Wasserfälle mit Canon EOS 650D
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Damit keine Kamera den Vorzug erhält, zeige ich einmal zwei Fotos mit dem selben Motiv, aber mit unterschiedlichen Kameras (der jeweilige Kameratyp geht aus der Bildunterschrift hervor). Die Standpunkte sind leicht versetzt, die Blendengrößen und Belichtungszeiten unterschiedlich.
Wer's genau wissen will:
DMC-TZ18: Blende F/3.3; 1/800 Sek; ISO-100; Lichtwert -0,7 Schritt(e); Brennweite 4 mm
EOS 650D: Blende F/9; 1/200 Sek; ISO-100; Lichtwert -0,3 Schritt(e); Brennweite 18 mm

Krka-Wasserfälle mit 2 Sek. Belichtung
Krka-Wasserfälle mit 2 Sek. Belichtung
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Bild links:
Vorbei an unzähligen Verkaufsständen mit Nüssen, Honig, eingelegten Gemüsen und anderen Dingen, die wir nicht bis zu unserer Segelyacht schleppen wollen, geht es entlang der Wasserfälle auf Treppen und Wegen immer weiter hinauf. In nicht unterbrochener Folge bieten sich lohnenswerte, mit der Kamera festzuhaltende Anblicke, wie hier bei diesem Wasserlauf. Damit das fließende Wasser auf dem Bild weich gezeichnet wird, hat Andreas eine lange Belichtungszeit gewählt.

 
Krka-Wasserfälle: glasklares Wasser mit Fischen
Krka-Wasserfälle: glasklares Wasser mit Fischen
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Bild rechts:
Das Wasser ist glasklar. Wer Fische mag, braucht nur zuzugreifen. Ob der Fang im Eintrittspreis mit enthalten ist, vermag ich nicht zu sagen.



Krka-Wasserfälle: Blaue Libelle macht eine Flugpause
Krka-Wasserfälle: Blaue Libelle macht eine Flugpause
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Bild links:
Eine von unzähligen Libellen kommt günstig vor die Linse; auf einem Zweig sitzend macht sie eine kurze Flugpause.

Krka-Wasserfälle: Immer wieder gabeln sich die Wasserläufe
Krka-Wasserfälle: Immer wieder gabeln sich die Wasserläufe
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Bild rechts:
Wir haben jetzt den oberen Teil der Krka-Wasserfälle erreicht und spazieren auf bequemen, mäandernden Holzstegen zwischen den sich immer wieder aufs Neue gabelnden Wasserläufen.

Krka-Wasserfälle: schon wieder eine Idylle
Krka-Wasserfälle: schon wieder eine Idylle
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Bild links:
Schon nach der nächsten Krümmung des Holzstegs zeigt sich wieder eine Idylle.

Krka-Wasserfälle: Hier gefällt es auch der Möwe.
Krka-Wasserfälle: Hier gefällt es auch der Möwe.
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Bild rechts:
Hier gefällt es auch der Möwe...

Krka-Wasserfälle: gelb-schwarz gezeichnete Libellen
Krka-Wasserfälle: gelb-schwarze Libelle
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Bild links:
...und einer gelb-schwarz gezeichneten Libelle.




 
Krka-Wasserfälle: dem Frosch gefällt's hier auch
Krka-Wasserfälle: dem Frosch gefällt's hier auch
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Bild rechts:
So, jetzt habe ich bald die gesamte Fauna durch. Aus bestimmten Gründen (siehe Vorbemerkung am Anfang des ersten Berichtsteils) muss ich diesen Segelbericht mit themenfremden, also segelfremden Bildern bestücken. Dieses Froschfoto dürfte dann auch das letzte Tierfoto in diesem Bericht sein. Nein, es kommen ja noch die Katzen!

Krka-Wasserfälle: Restaurants gibt's hier auch
Krka-Wasserfälle: Restaurants gibt's hier auch
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Bild links:
Für das leibliche Wohl der Besucher ist gesorgt, denn Restaurants gibt's hier auch.


Krka-Wasserfälle: Andreas, Tina, Angelika, Stefan und Thomas (v.l.n.r.)
Krka-Wasserfälle: Andreas, Tina, Angelika, Stefan und Thomas (v.l.n.r.)
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Bild rechts:
Die Teilnehmer an dieser anstrengenden Exkursion verdienen es wohl auch, gezeigt zu werden. Nur Caro, die jetzt gerade wieder niest, ist nicht auf dem Bild, sie muss knipsen.

Es ist jetzt ungefähr 1700 und wir machen uns auf den Weg zur Ablegestelle des Taxiboots, das uns zurück nach Skradin bringen wird. Manche von uns kommen einfach nicht an einem Verkaufsstand vorbei und müssen unbedingt noch ein Eis haben. Das war ein gelungener Nachmittag. Diejenigen unter uns, welche die Krka-Wasserfälle bisher noch nicht besucht hatten, sind von der in wörtlichem Sinn berauschenden Natur besonders angetan.

Bordabend

Es wird ein gemütlicher Bordabend. Den Vorspeisenteller bestücken wir mit Käse und Grünzeug, was wir halt so in unserem Kühlschrank finden. Die Hauptspeise besteht aus Nudeln mit bereits zuhause von Tina und Andreas selbst gemachtem Pesto. Dazu gibt es wahlweise Wein, Bier oder Radler (Alsterwasser). Besser hätten wir in einem der zahlreichen Restaurants hier in Skradin auch nicht gespeist.

Gute Nacht!

Daten vom 4. Mai 2015
Seemeilen:16
Motorbetriebsstunden:4,0
Maximal-Geschwindigkeit in Knoten laut GPS (unter Motor):5,1


Im nächsten Berichtsteil geht's weiter.

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